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Politik

Eine Tafelrunde für mehr Miteinander

Die Gruppe „Bürger für Alteglofsheim“ war aktiv: Auf Schildern konnten Einheimische ihre Meinung zu verschiedenen Ortsthemen anbringen.
Von Stefan Schwarz, MZ

  • Christine Frey (links) und ihre Anhänger interessieren sich für die Meinungen der Bürger. Foto: Schwarz
  • Etliche Bürger interessierten sich für die Themen, die auf 16 Tafeln angeschrieben waren.
  • Beim Picknick auf dem Dorfplatz kamen vielen Bürgern Ideen, die sie auf den Tafeln notierten.

Alteglofsheim. Im Ort soll sich etwas bewegen. Unter dieser Prämisse animierten die „Bürger für Alteglofsheim“ zahlreiche Einheimische zur aktiven Meinungsbildung. Besonders viele junge Familien führten sich angesprochen, als die Gruppierung am Wochenende zur „Alteglofsheimer Tafelrunde“ auf dem Dorfplatz einlud.

Hinter diesem geschichtlich anmutenden Begriff versteckt sich eine raffinierte, wie simple Idee zugleich. Über ein Dutzend großformatige Plakate, überschrieben mit Themen wie Dorffest, Markttag, Erlebnissommer oder PC-Hilfe, baumeln dabei im Halbkreis wie Kleidungsstücke an einer Wäscheleine.

Erlebnissommer gefordert

Daneben wartet eine Reihe gelber Klebezettel an zwei Infoständen auf mündige Bürger, die ihre Meinung zu einzelnen Themen aufschreiben können. An den Thementafeln befestigt sollen sie ein Bild liefern, was die Alteglofsheimer von den Anregungen und Vorschlägen halten.

Besonders eine dieser Ideen entpuppt sich dabei als wahrer „Zettel-Magnet“: der Erlebnissommer. Früher von der Ortsgruppe der Agenda 21 organisiert hätten sich die Spuren der Aktionswoche der Vereine mittlerweile quasi im Sande verlaufen. Kommentare wie „genügend Ideen wären da“, „früher großer Erfolg“ oder auch die Frage „Haben unsere Vereine keine Lust mehr dazu?“ sind hier zu finden.

Christine Frey bedauert Entwicklungen wie diese, die zeigten, dass in Alteglofsheim das Miteinander nicht immer großgeschrieben werde. Die federführende Kraft bei den „Bürgern für Alteglofsheim“ möchte aber gleichzeitig die Bürger in Verantwortung nehmen.

Aktivitäten wie ein Erlebnissommer seien nur möglich, wenn sich Leute engagieren und Unterstützer tatkräftig anpackten. Genau dafür möchten die „Bürger für Alteglofsheim“ stehen, sagt Frey. Man sei keine Partei oder eine politische Kraft, in erster Linie sehe man sich als „parteilose Wählerliste“, die die Interessen der Bürger kenne.

Zusammenhalt stärken

„Klassische Wahlkampfthemen wird es bei uns deshalb nicht geben“, erklärt sie der MZ. Im Gegenzug will Frey besonders auf kleine, kostengünstige, aber gesellschaftlich wichtige Themen – wie eben den Erlebnissommer – setzen.

Die finanzielle Situation der Gemeinde werde mit der Zeit nicht besser, findet sie im Gespräch mit der MZ. Daher müsse man an anderer Stelle etwas tun, nämlich den Zusammenhalt stärken. Mit der Umsetzung einiger kostengünstiger Ideen, wie das Teilen der Gartenernte, Tauschbörsen oder auch eine Lesepatenschaft, könne hier ein erster Schritt gemacht werden.

Dazu passen auch die konkreten Pläne der aktuellen Gemeinderätin. Noch in diesem Jahr soll ein Nachbarschaftshilfe-Projekt verwirklicht werden, 2014 könnte der Erlebnissommer wieder stattfinden, die „Ramadama“-Aktionen sollen „fester Bestandteil im Dorfleben“ werden und auch über ein „Jugendkaffee“ denken die „Bürger für Alteglofsheim“ nach, so Frey.

Notfalls wolle man dies auch ohne gemeindliche Hilfe durchziehen. Denn: „Eine Ankündigung mit Bitte um Mithilfe im Gemeindeblatt“ reiche einfach nicht, um etwas zu bewegen.

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