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Spende

Einsatz für Kinder in Afrika

600 Schüler der Max-Ulrich-von-Drechsel-Realschule arbeiteten einen Vormittag lang für das Projekt „Dein Tag für Afrika“.
Von Sieglinde Geipel

Unter anderem in der Kfz-Werkstatt Feistenauer in Regenstauf waren die Schüler bei „Dein Tag für Afrika“ im Einsatz. Fotos: Geipel
Unter anderem in der Kfz-Werkstatt Feistenauer in Regenstauf waren die Schüler bei „Dein Tag für Afrika“ im Einsatz. Fotos: Geipel

Regenstauf.Erstmals beteiligte sich die Max-Ulrich-von-Drechsel-Realschule in Regenstauf an der jährlich stattfindenden Kampagne „Dein Tag für Afrika“. Initiator ist der Verein „Aktion Tagwerk“, der 2014 in Berlin mit dem Bambi in der Kategorie „Unsere Erde“ ausgezeichnet wurde Die Aktion war ein voller Erfolg, knapp 600 Schüler nahmen daran teil und erzielten einen Spendenbetrag von mehr als 12 500 Euro. „Es war eine sehr gute Erfahrung für alle Beteiligten, sowohl für die Schüler als auch für die ,Arbeitgeber‘“, berichtet Dr. Svenja Meindl, Konrektorin und Organisatorin des Projektes. „Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr wieder dabei sein können.“

Genügend Schüler zu finden, die sich gerne für diese Aktion einbringen, sei kein Problem gewesen. Bedenken habe sie eher bei den „Arbeitgebern“ gehabt, berichtet Meindl. Schließlich sollten sich diese im Umfeld der Schüler befinden. Auch wenn es am Anfang nicht leicht war, Firmen zu finden, hätten bis zum Aktionstag im Juli alle Schüler, die sich beteiligen wollten, auch einen Arbeitsplatz gefunden. Fast 250 Firmen und Einrichtungen engagierten sich, manche davon gleich mit mehreren Schülern. Hinzu kamen zahlreiche Angebote aus dem privaten Sektor, zum Beispiel in der eigenen Familie, bei Bekannten und Freunden.

Für die Schüler bedeutete es nicht nur ein aktives Arbeiten für einen guten Zweck, sie lernten auch sehr unterschiedliche Berufsfelder kennen und durften bei vielen Arbeitsplätzen, entsprechend ihrem Alter, richtig arbeiten.

Urlaubs-Check am Auto

So hatten die Schüler bei Kfz Scharl und Feistenauer in Regenstauf die Gelegenheit, direkt am Auto vom Chef zu arbeiten, wie ein Schüler stolz erzählte. Sie legten beim Urlaubs-Check mit Hand an – selbstverständlich unter Aufsicht – und konnten sehen, was bei einem solchen Check alles geprüft werden muss. Für die Schüler ein spannendes Erlebnis. Rainer Hofmann von der Druckerei Hofmann, bei dem ebenfalls mehrere Schüler eine Beschäftigung fanden, erklärte, er sehe diesen Tag in einer Doppelfunktion. Zum einen unterstütze er damit einen sozialen Zweck und zum anderen hätten die Schüler, die Möglichkeit, die eine oder andere Fähigkeit, die – vielleicht unbewusst – in ihnen steckt, zu entdecken.

Das Einsatzgebiet der Schüler war sehr breitgefächert, dazu zählten unter anderem Bürotätigkeiten, Kälberfüttern, Metallbearbeitung, Zimmerreinigung, Grabpflege, Holzspalten, Erntehelfer, Reinigung von Booten, Gartenarbeit, Fußpflege oder Kinderbetreuung. Bereits im März waren die Schülerinnen und Schüler der 5. bis 9. Klassen von einem Mitarbeiterteam des Vereins „Aktion Tagwerk“ über die Situation in Afrika und die Kampagne mit dem diesjährigen Titel „Bildung ernährt Menschen“ informiert worden. Dabei ging es nicht darum, Klischees über Afrika zu verstärken, Mitleid zu erzeugen oder das Gefühl zu vermitteln, dass es möglich sei, mit nur einem Tag Einsatz die Welt zu retten.

Gewinn für alle Beteiligten

Stattdessen sollten ein besseres Verständnis für die Hintergründe und Ursachen von Armut und eine echte Solidarität mit Gleichaltrigen die Motivation für das Engagement der Schüler sein. So überraschte es beispielsweise viele, dass in Ruanda über 60 Prozent der Abgeordneten weiblich sind und dass es dort ein generelles Verbot für Plastiktüten gibt. Mit dem Erlös der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ werden Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche des langjährigen „Aktion Tagwerk“-Projektpartners Human Help Network in Afrika unterstützt.

Die Kampagne sei für alle Beteiligten ein Gewinn, erklärte Meindl. Die Schüler übten selbstständiges und verantwortliches Handeln, für die älteren Schüler bot der Tag eine Möglichkeit, in ein potenzielles Berufsfeld zu schnuppern. Für die Unternehmen war es eine Chance, ihren Betrieb zu präsentieren. Jeder Arbeitgeber spendete pro Schüler und Arbeitsstunde einen vorher festgelegten Betrag von mindestens fünf Euro. Viele überwiesen auch wesentlich höhere Beträge und trugen so zu dem guten Ergebnis von 12 500 Euro bei. Die Realschule Regenstauf fördert speziell eine Kinderfamilie, die in Ruanda ohne Eltern aufwächst. Für viele Schüler war es beeindruckend, dass bereits ein Betrag von fünf Euro ausreichend ist, um für eine solche Kinderfamilie genug Saatgut erhalten zu können, um ein Jahr lang einen Gemüsegarten zu betreiben.

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