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Einsatzbereitschaft: Feuerwehr in Sorge

Aktive Mitglieder haben ein erhöhtes Infektionsrisiko. Der Kreisbrandrat rät davon ab, bei Hilfsaktionen mitzumachen.
Von Heiner Stöcker

Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer (vorne, 2. von links) bei einer Übung 2019. Er fürchtet um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrleute.
Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer (vorne, 2. von links) bei einer Übung 2019. Er fürchtet um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrleute.

Regensburg.Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer ist in Sorge um die Einsatzbereitschaft der aktiven Feuerwehrleute im Landkreis. Deshalb hat er sich nun in einem Appell an alle Mitglieder gewandt: „Im Zusammenhang mit der derzeitigen Corona-Thematik, informieren wir über die Aufgaben unserer Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Regensburg. Denn an mehrere Feuerwehren sind bereits Anfragen von verschiedensten Organisationen zur Unterstützung bei Hilfsdiensten herangetragen worden.“

Vor allem geht es bei diesen Anfragen um die Mithilfe bei Einkaufsdiensten oder die Unterstützung bei anderen Hilfsleistungen für Menschen aus den Corona-Risikogruppen. „Ich verstehe, dass die aktiven Kameraden sich engagieren wollen“, sagte Scheuerer im Gespräch mit der Mittelbayerischen. „Wir alle haben das Helfer-Gen. Deshalb sind wir bei der Feuerwehr. Und das Engagement für die Risiko-Gruppen ist aller Ehren wert. Aber in diesen Zeiten ist die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft der aktiven Truppe oberstes Gebot!“ Daher appelliert Wolfgang Scheuerer an die Kameraden sich nicht an solchen Aktionen zu beteiligen.

Keine Veranstaltungen

Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland werde derzeit insgesamt als hoch eingeschätzt. Dies mache es notwendig, die Sozialkontakte deutlich zu reduzieren. „Dieser Strategie schließen sich die Feuerwehren umfänglich an. Daher haben auch wir Maßnahmen eingeleitet, die sozialen Kontaktpunkte untereinander zu reduzieren. Beispielsweise durch Aussetzung oder Verschiebung von nicht existentiellen Veranstaltungen. ohne zeitliche Limitierungen aufrechtzuerhalten!“, sagt Scheuerer. Derzeit finden daher im Landkreis keine Übungen und keine Vereinssitzungen bei den Feuerwehren statt.

Der Freistaat hat den Katastrophenfall ausgerufen. Das bedeutet laut Scheuerer grundsätzlich für die Feuerwehren, „dass wir diese Lage einsatzmäßig und professionell bewältigen werden und müssen“. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens durch die Verbreitung des Coronavirus forderten auch die Feuerwehren heraus – vor allem im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit, „aber auch zum sonstigen Schutz der Menschen in unserem Land“.

Fit für den Einsatz

Oberste Aufgabe der Feuerwehrler sei der Brandschutz und zum Beispiel dafür zu Sorgen, dass sie bei einem Unfall oder einer anderen Katastrophe schnell zur Stelle sind. Freiwillige Leistungen würden das gefährden.

Daher appelliert Wolfgang Scheuerer sämtliche freiwilligen Leistungen der Feuerwehren zu reduzieren, besser einzustellen. Dies diene der Kompensation der Krankheitsausfälle in eigenen Reihen.

Um ältere Bürger zum Beispiel mit Einkäufen und Besorgungen zu unterstützen, bilden immer mehr Menschen und insbesondere Vereine im Landkreis Regensburg Hilfsgemeinschaften. „Dieses soziale Engagement ist eine super Sache! Wir bitten aber um Verständnis, dass sich die Freiwilligen Feuerwehren mit ihren aktiven Feuerwehrdienstleistenden daran nicht beteiligen sollten.“ Sollten sich passive Mitglieder aus den einzelnen Feuerwehren beteiligen wollen, so spreche nichts dagegen. „Wir bitten daher die Bürger um Verständnis, dass wir für unsere Feuerwehren die Empfehlung aussprechen, sich ausschließlich auf ihre Aufgabe innerhalb ihrer Feuerwehr zu konzentrieren um diese im Ernstfall ohne weiteres Risiko ausüben zu können.“

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