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Veränderung

Elternverein musste sich auflösen

Eine Privatinitiative hat an der Nittendorfer Grundschule viele Jahre lang Schüler betreut. Zuletzt fehlte Führungspersonal.
Von Paul Neuhoff

Die Auflösung brachte einen Geldsegen: Daniela Engl (hinten Mitte) übergab an die Leiterinnen der Kindergärten und an das BRK (Janina Weißenseel 2. v. r.) symbolische Schecks. Foto: Paul Neuhoff
Die Auflösung brachte einen Geldsegen: Daniela Engl (hinten Mitte) übergab an die Leiterinnen der Kindergärten und an das BRK (Janina Weißenseel 2. v. r.) symbolische Schecks. Foto: Paul Neuhoff

Nittendorf.Vor fast dreißig Jahren haben engagierte Eltern den Verein „Nittendorfer Eltern e.V.“ ins Leben gerufen und an der Grundschule in Nittendorf die Mittagsbetreuung angeboten. Ausgebildetes Personal kümmert sich seitdem nach dem Ende des Unterrichts in einem eigenen Raum an der Schule ein paar Stunden um Schüler, deren Eltern berufstätig sind und deshalb erst am frühen Nachmittag ihren Nachwuchs abholen können.

Der Verein musste Ende des Jahres die Segel streichen. Die Einrichtung gibt es aber weiterhin. Das BRK hat die Trägerschaft übernommen. Daniela Engl und Manfred Siegrün, die zuletzt in der Vorstandschaft des Vereins mitgewirkt hatten, wickeln die Auflösung nach den Vorgaben des Vereinsrechts als Liquidatoren ab. Zu ihren Aufgaben zählt auch die sinnvolle und rechtlich korrekte Übergabe von Vereinsvermögen. Vor wenigen Tagen wurden im Nittendorfer Rathaus im Beisein von Bürgermeister Helmut Sammüller insgesamt 9000 Euro mit symbolischen Schecks an die fünf Kindergärten im Gebiet der Marktgemeinde und an das BRK für die Mittagsbetreuung übergeben.

Große Nachfrage

Wie Daniela Engl unserer Zeitung erläuterte, entstand die Idee einer Mittagsbetreuung im Jahre 1992 in einer Zeit, in der die Berufstätigkeit von Eltern immer mehr die Beaufsichtigung der Kinder nach dem Unterricht verlangte. Die Struktur des Vereins war so aufgebaut, dass die Eltern jeweils Mitglieder waren und sich aus der Elternschaft eine Vorstandschaft bildete. Jedes Mitglied zahlte einen gewissen Jahresbeitrag und pro Kind eine monatliche Gebühr, aus der auch das hauptamtliche, fachlich ausgebildete Betreuungspersonal bezahlt wurde.

So läuft jetzt die Betreuung

  • Träger: Der BRK-Kreisverband Regensburg hat die Trägerschaft für die Mittagsbetreuung übernommen.

  • Einrichtungen: Das BRK betreibt im Markt Nittendorf schon Kinderbetreuungsstätten wie Kindergärten und Hort.

  • Konzept: Die Mittagsbetreuung läuft auch unter dem BRK wie gewohnt weiter.

Bis zu vierzig Kinder machen seit fast drei Jahrzehnten im Gruppenraum oder, wenn es mal eng wird, auch in einem Klassenzimmer Hausaufgaben, spielen oder bewegen sich auf dem Pausenhof oder in der Turnhalle. Es standen bisher auch Ausflüge, Kinobesuche oder Fackelwanderungen mit den Eltern zusammen auf dem Programm. Der Trend der Zeit erreichte aber auch den Verein und die Ehrenamtlichen darin. Wie bei vielen anderen Vereinen waren immer weniger Mitglieder bereit, sich verantwortlich in der Vorstandschaft zu betätigen, was nach Meinung unserer Gesprächspartnerin auch an der ausufernden Bürokratie liegt.

Auflösung nach „Brandbrief“

Daniela Engl schildert, dass in einer der letzten Jahresversammlungen die Vorstandschaft ganz unter sich war. Keine weiteren Mütter oder Väter fanden den Weg dorthin. Erst ein „Brandbrief“ brachte die Mitglieder wieder zusammen. In dem Treffen wurden aber dann die Auflösung des Vereins und die Übergabe der Aufgabe an das BRK beschlossen. Die Mitglieder entschieden sich auch dafür, das Vereinsvermögen, das sich im Laufe der Jahre durch die Mitgliedsbeiträge gebildet hatte, unter den Kindergärten im Markt aufzuteilen. Daniela Engl und ihe bisherigen Mitstreiter sehen den langjährigen Erfolg auch in der guten Zusammenarbeit mit der Schulleitung begründet.

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