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Verkehr

Erster Rufbus im Landkreis startet

Er ist weder Taxi noch Linienverkehr und damit ein Novum im Raum Regensburg. Am 4. Mai startet das neue Angebot.
Von Resi Beiderbeck

Wo bisher nur der Schulbus hält – wie hier in Frankenberg –, wird es ab 4. Mai eine Rufbus-Haltestelle geben.  Foto: Resi Beiderbeck
Wo bisher nur der Schulbus hält – wie hier in Frankenberg –, wird es ab 4. Mai eine Rufbus-Haltestelle geben. Foto: Resi Beiderbeck

Wörth.Billiger als ein Taxi und flotter als ein Linienbus soll die neue RVV-Sparte sein. „Wir wollen gemeinsam mit Ihnen ein Rufbus-Angebot entwickeln, das dann auch genutzt wird“, sagte Landrätin Tanja Schweiger in Brennberg im gut gefüllten Wagner-Saal. Leere Busse durch die Gegend fahren zu lassen, das gehe aber natürlich nicht, appellierte sie an die Bürger, die neue Einrichtung auch in Anspruch zu nehmen.

Am 4. Mai startet die Rufbuslinie 900 – die erste im Landkreis Regensburg. Bei der Realisierung setzt das Landratsamt auf enge Kooperation mit dem Landkreis Cham. Die neue Linie soll den Bereich Brennberg-Falkenstein-Rettenbach an das Unterzentrum Wörth anbinden. Weil alle Rufbusfahrten mit der RVV Linie 5 kompatibel sind, besteht auch die Möglichkeit, an der Haltestelle Wörth Marktplatz den Anschluss an die Linie 5 von und nach Regensburg zu nehmen. Die derzeitige Mittwochs- und Freitagslinie von Brennberg nach Wörth entfällt ab Mai. Rufbusse fahren nach einem festen Fahrplan und halten an den eigens gekennzeichneten Haltestellen – allerdings nur nach rechtzeitiger Anmeldung.

Flexibel und ökologisch

Damit werden Leerfahrten vermieden. Da nur diejenigen Fahrten durchgeführt werden, die tatsächlich benötigt werden, sind Rufbusse bei einem nur gelegentlichen Fahrgastaufkommen nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch flexibler und ökologischer als der normale Linienverkehr. Der tatsächliche Fahrplan entsteht praktisch 59 Minuten vor der Abfahrt. Das beauftragte Unternehmen Piendl aus Wörth wird ab 4. Mai von Montag bis Freitag auf Bestellung jene Haltestellen anfahren, für die eine Buchung vorliegt. So kommt der Fahrgast per Kleinbus auf dem direkten Weg pünktlich zum Anschluss an die Umstiegshaltestelle oder zur Wunsch-Haltestelle auf der Rufbuslinie und das fünfmal täglich. Anton Hirschberger zeigte sich von der Rufbus-Idee nicht überzeugt. Er plädiert nach wie vor für eine reguläre Buslinie.

Sie ziehen in Sachen Rufbus an einem Strang (v. l.): Wiesents 2. Bürgermeister Hanwalter, Thomas Ederer(Landratsamt Cham), die Falkensteiner Bürgermeisterin Fries, GFN-Geschäftsführer Weigl, Brennbergs Bürgermeisterin Sauerer, Landrätin Schweiger und Wörths 2. Bürgermeister Schütz.
Sie ziehen in Sachen Rufbus an einem Strang (v. l.): Wiesents 2. Bürgermeister Hanwalter, Thomas Ederer(Landratsamt Cham), die Falkensteiner Bürgermeisterin Fries, GFN-Geschäftsführer Weigl, Brennbergs Bürgermeisterin Sauerer, Landrätin Schweiger und Wörths 2. Bürgermeister Schütz.

GFN-Geschäftsführer Josef Weigl zeigte anhand des möglichen Fahrplans auf, wie das System funktioniert und warum der Rufbus flotter ist als eine reguläre Linie. Thomas Ederer vom Landratsamt Cham berichtete über die positiven Erfahrungen im Nachbarlandkreis. Bürgermeisterin Irmgard Sauerer wünschte dem Rufbus einen guten Start. „Es ist noch nicht die große Lösung, aber ein vielversprechender Anfang“, sagte sie. Allerdings brauche Brennberg mittelfristig „die direkte, schnelle Anbindung an Wiesent und damit an die Linie 5“, betonte Sauerer.

Bürger regten weitere Haltestellen an

Falkensteins Bürgermeisterin Heike Fries zeigte sich von dem Vorhaben, den Rufbus über die Chamer Landkreisgrenzen hinaus bis nach Wörth zu schicken, recht angetan. Ihr Vorschlag, weitere Haltestellen wie etwa Schergendorf oder Gfäll einzufügen, wurde aufgenommen. Besonders viele Bürger waren aus dem Gemeindeteil Frankenberg zur Infoversammlung gekommen. Sie regten an, auch in Stadl oder bei der Abzweigung Hamberg Haltestellen einzurichten.

Echte Verbesserung

Wiesents 2. Bürgermeister Herbert Hanwalter sprach von einer echten Verbesserung für Menschen in Orten wie Dietersweg oder Rupertsbühl, die bisher gar keinen ÖPNV hatten. Andreas Hecht regte an, den Rufbus auch samstags fahren zu lassen. Berufstätige und Auszubildende wünschten sich Fahrzeiten am frühen Morgen. Das wird aber leider nicht klappen, denn zwischen 6 und 8 Uhr gibt es keinerlei freie Kapazitäten, wie Busunternehmer Max Piendl erklärte. „Zu dieser Zeit sind genau wie in den Mittagsstunden sämtliche Räder in Bewegung. Da herrscht Hochbetrieb.“ Überhaupt, so GFN-Geschäftsführer Josef Weigl und Thomas Ederer vom Landratsamt Cham, könne man sich glücklich schätzen, einen ortskundigen Unternehmer gefunden zu haben, der sich der Aufgabe annehme. Selbstverständlich sei das nicht, erklärte Landrätin Tanja Schweiger, die sich noch gut an den jüngsten Busfahrer-Engpass erinnern kann.

Mobilität

Änderungen im Regensburger Busverkehr

Seit 1. Februar fahren die Busse in Stadt und Landkreis nach einem neuen Takt. Eine neue Linie wurde geschaffen.

„Für mich ist es super, wenn meine Kinder, die in Regensburg zur Schule gehen, mittags per Rufbus von Brennberg aus nach Zumhof heimfahren können,“ freut sich Monika Wenk schon auf den Start des Projekts. Profitieren sollen davon letztendlich sogar Naherholungssuchende und Urlauber, denn auch der „Wanderparkplatz Höllbach“ wird eine Haltestelle sein. Die Gemeinden Brennberg, Falkenstein, Rettenbach, Wörth und Wiesent werden nun die Liste der Haltestellen optimieren und dann kann es am 4. Mai losgehen mit dem Bus, der kommt wie gerufen.

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