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Denkmal

Erwacht Burg Loch bald zu neuem Leben?

Derzeit wird die Notsicherung des Mauerwerks vorgenommen. Eine Erschließung der Burg hängt von der Eigentümerfrage ab.
Von Dietmar Krenz, MZ

  • Eingerüstet sind derzeit Teile der Locher Burg. Das Landesamt für Denkmalpflege sorgt für die Notsicherung der historischen Substanz. Fotos: Krenz
  • Der Bergfried wird ein Dach bekommen und Verschleißkronen auf den Mauern sollen den Verfall aufhalten. Fotos: Krenz
  • Ein Arbeitsgerüst im Inneren erleichtert das Werkeln am Turm. Fotos: Krenz
  • Die Denkmalforscher haben auf der Burg viele Messpunkte angebracht. Fotos: Krenz

Eichhofen.Den Erhalt und die Instandsetzung des denkmalgeschützten Wahrzeichens hat sich der 100 Mitglieder starke „Förderkreis Burgruine Loch“ auf die Fahnen geschrieben. Das dies gar nicht so einfach ist, musste der Zusammenschluss um Vorsitzenden Michel-Andreas Schönharting in der Vergangenheit erfahren. Seit der Gründung 2008 wurde zwar einiges angestoßen, so richtig in Schwung gekommen ist die Sache aber erst heuer.

Im Frühjahr wurde der seit 1988 herrenlosen Ruine hoch über dem Tal der Schwarzen Laber eine neue „Rüstung“ verpasst. Soll heißen, Berufskletterer putzten die Felswände aus, um mit Drahtseilen, Netzen und Felsankern die abbröckelnden Gesteinsmassen abzusichern. Verlängert wurde zusätzlich der vier Meter hohe Drahtzaun, der die darunterliegenden Häuser in Loch schützt.

„Ein erster wichtiger Schritt“

„Mit der Felssicherung wurde ein erster wichtiger Schritt in Sachen Notsanierung der Locher Höhlenburg gemacht“, freut sich Schönharting. Ausdrücklich lobt er den Markt Nittendorf Nittendorf, der für den Schutzzaun 50 000 Euro bereitgestellt und sich ebenso an der Bausumme mit zehn Prozent beteiligt hat.

Seit wenigen Wochen läuft nun die Notsicherung der geschichtsträchtigen Anlagen über Eichhofen. Wie Architekt Günter Naumann mitteilt, ist der imposante Bergfried seit mehr als 20 Jahren nicht mehr bestiegen worden. Die Arbeiter haben die baufällige Innenkonstruktion, auf der bereits imposante Bäume gewachsen sind, abgebrochen und durch ein Arbeitsgerüst ersetzt.

„Wenn man bedenkt, dass der Turm seit Jahrzehnten ungeschützt Wind und Wetter ausgesetzt war, hat das Mauerwerk dies sehr gut überstanden“, erzählt Naumann. Um nun auch in den kommenden Jahren die historische Substanz zu erhalten, wurde eine Verschleißkrone aufgebracht. Dies ist bereits zusätzlich an den beiden Mauerteilen unter- und oberhalb des Turms geschehen. Seit kurzem sind wegen Frostgefahr die Arbeiten aber eingestellt worden.

Fortsetzung im Frühjahr 2015

Die Fortsetzung findet die Notsicherung im Frühjahr 2015, wenn weitere frei stehende Mauerteile auf der Anlage mit einer Schutzschicht an Steinen und Mörtel versehen werden. Zusätzliche Schritte sind die Abdeckung des Bergfrieds und der Aufbau einer Wartungstreppe im Turminneren.

Für den Regensburger Architekten steht eines fest: Ohne die Klärung der Eigentümerfrage gibt es keine touristische Erschließung der Locher Burg. Wie berichtet, ist die Ruine seit 1988 herrenlos und für die Öffentlichkeit aus Sicherheitsgründen gesperrt. Falls in naher Zukunft ein Eigentümer da wäre, könnte man in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege unter anderem über die Errichtung einer Wendeltreppe für Besucher im Bergfried nachdenken, spekuliert Günter Naumann. Auch das Turmdach könnte nach dem historischen Vorbild gestaltet werden und wäre nicht nur als zweckmäßiges Flachdach ausgebildet. „Aber all dies steht und fällt mit der Eigentümerfrage“, so Naumann.

Derselben Meinung ist der Kulturreferent des Landkreises, Dr. Thomas Feuerer. „Wenn sich an den Eigentumsverhältnissen nichts ändert, kann die Burganlage touristisch nicht erschlossen und geöffnet werden.“ Grundsätzlich sei jetzt aber der richtige Zeitpunkt für eine Veränderung der verzwickten Sachlage. Die nötigen erhaltungssichernden Maßnahmen werden gemacht und auch die Felssicherung sei abgeschlossen. „Wenn alle an einem Strang ziehen, dann ginge sicher was,“ sagt Feuerer optimistisch.

Der Förderkreis um Michel-Andreas Schönharting hat deshalb für Donnerstag den Nittendorfer Marktrat und Bürgermeister Helmut Sammüller zu einer Info-Veranstaltung nach Eichhofen geladen. „Natürlich können auch Interessierte kommen“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Schönharting will dem neuen Gremium die Sachlage aus der Sicht des Förderkreises erläutern und Dieter Schweiger wird über die Historie der Höhlenburg referieren. Über die Notsicherung und Felssanierung berichtet Architekt Günter Naumann und im Anschluss besteht ausreichend Gelegenheit zum Meinungsaustausch. Beginn ist um 19 Uhr im Brauereigasthof Eichhofen.

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