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Verkehr

Es gibt immer weniger Verletzte

Die Unfälle mit Personenschaden sind im Großraum Regensburg auf einem historischen Tief. Und das bei zunehmenden Verkehr.
Von Michael Jaumann

Zwei unfallträchtige Autobahnen gehören zum Gebiet der Polizeiinspektion Neutraubling. So wenig verletzte Menschen wie im vergangenen Jahr gab es seit langer Zeit nicht mehr. Dennoch: Jeder Verletzte ist einer zu viel, sagt Polizeichef Thomas Rölz. Archivfoto: Jaumann
Zwei unfallträchtige Autobahnen gehören zum Gebiet der Polizeiinspektion Neutraubling. So wenig verletzte Menschen wie im vergangenen Jahr gab es seit langer Zeit nicht mehr. Dennoch: Jeder Verletzte ist einer zu viel, sagt Polizeichef Thomas Rölz. Archivfoto: Jaumann

Neutraubling.Der Verkehr rund um die Großstadt Regensburg nimmt beständig zu. „Es gibt keine verkehrsarmen Zeiten mehr“, weiß Thomas Rölz, Leiter der Polizeiinspektion Neutraubling, der sich selbst täglich durch den Verkehr zu seinem Arbeitsplatz quälen muss. Um so mehr freut sich der Polizeichef, dass in „seinen“ zwölf Gemeinden im südlichen Landkreis die Zahl der Verletzten auf ein „fast historisches Tief“ gesunken ist.

Die Übersicht des Unfallgeschehens, die Polizeihauptkommissar Hans Biederer, Sachbearbeiter Verkehr für den Landkreis Regensburg, erstmals für einen Zehn-Jahres-Zeitraum aufbereitet hat, zeigt für das Jahr 2008 341 Verletzte und für das vergangene Jahr 318. In den Jahren dazwischen stieg die Anzahl der bei einem Verkehrsunfall verletzten Menschen sogar bis auf 423 an.

Drei Tote bei Obertraubling.

Auch die Unfallhäufigkeit ging im Zehn-Jahres-Vergleich zurück: Wurden 2008 249 Unfälle mit Verletzten aufgenommen, so waren es im vergangenem Jahr noch 225. Und in den Jahren dazwischen lag die Zahl der Unfälle mit Personenschaden deutlich höher.

Thomas Rölz leitet die Polizeiinspektion Neutraubling. Foto: Jaumann
Thomas Rölz leitet die Polizeiinspektion Neutraubling. Foto: Jaumann

„Leider“, so Erster Polizeihauptkommissar Rölz, sind im Inspektionsgebiet, zu dem zwei Autobahnen und vier Bundesstraßen gehören, auf den Straßen auch drei Menschen ums Leben gekommen. Beim Unfall auf der Bundesstraße 15 bei Obertraubling kam am 12. März 2017 ein mit drei Menschen besetztes Auto bei hoher Geschwindigkeit in einer Linkskurve von der Fahrbahn ab, prallte gegen eine Ampel und begann zu brennen. Alle drei Insassen starben. Nur ein einziges Mal kamen in den vergangenen zehn Jahren noch weniger Menschen ums Leben. Freilich, jeder Verletzte und jeder Tote seien einer zuviel, meint der seit dem vergangenen Jahr amtierende Inspektionsleiter.

Die niedrigen Zahlen kommen keineswegs zufällig zustande, glaubt die Polizei. Zum einen werden Autos sicherer. Und zum anderen zeigt die Kombination aus Prävention und Überwachung wohl Wirkung, glaubt Rölz. In dieser Hoffnung sieht er sich durch weitere Zahlen seines Verkehrsstatistikers bestätigt. Alkohol, Drogen und Geschwindigkeit spielen als Hauptunfallursache nur mehr eine untergeordnete Rolle. Lediglich zu vier Prozent der Unfälle kam es, weil der Fahrer oder die Fahrerin alkoholisiert war. Und zu hohe Geschwindigkeit war 2017 für zwei Prozent der Unfälle verantwortlich. In absoluten Zahlen ausgedrückt: 28 Alkoholunfälle zählte die Polizei 2017 (2016: 28), 25 Geschwindigkeitsunfälle (2016: 39) und einen Drogenunfall (2016: 2).

Die Zahl der Verkehrsunfälle insgesamt hat im Zehn-Jahres-Vergleich um rund zehn Prozent zugenommen. 1538 Unfälle zählte die Polizei im Jahr 2008. Im vergangenen Jahr waren es 1721. Allerdings liegen die Unfallzahlen insgesamt auf dem niedrigsten Stand seit 2010. Die meisten Unfälle stellen mit 1128 die sogenannten Kleinunfälle, bei denen es nur Blechschaden gab.

Wildunfälle nehmen weiter zu

Sorge bereitet Polizeichef Rölz aber die hohe Zahl flüchtiger Unfallfahrer. Bei den 294 registrierten Unfallfluchten handelt es sich um den zweithöchsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Fast jeden Tag eine Unfallflucht – „das ärgert mich wirklich“, gibt Rölz zu. Sein Heil in der Flucht zu suchen, kommt aber in fast jedem zweiten Fall teuer. Denn auch die Aufklärungsquote hält mit den Unfallfluchten mit und liegt unverändert bei rund 40 Prozent. Die Bevölkerung ist der Polizei dabei eine wichtige Hilfe. Weil Parkplätze inzwischen zunehmend breiter werden, hofft Polizeikommissar Biederer darauf, dass die Zahl der typischen Parkplatzdelikte abnehmen wird.

„Fast jeden Tag eine Unfallflucht – das ärgert mich wirklich.“

Thomas Rölz

Immer höher wird dagegen die Zahl der bei der Polizei gemeldeten Wildunfälle. Von 382 im Jahr 2008 auf 582 im vergangenen Jahr gab es jährlich einen beständigen Anstieg. Wenn Rölz in seine neue Dienststelle zur Arbeit kommt, ist die Wache morgens schon mit Autofahrern voll, die einen Wildunfall melden. „Das hat mich überrascht“, sagt er. Da Wildunfälle auch bei den Jagdpächtern gemeldet werden können, fehlt der Polizei ein Überblick über die tatsächlichen Zahlen der Wildunfälle. Zu vermuten ist aber: Weil es um Neutraubling eben keine verkehrsarmen Zeiten mehr gibt, begegnen sich in der Dämmerung zunehmend Wild und Autofahrer.

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