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Verkehr

Experten ließen Felsen fallen

Die Strecke zwischen Hammermühle und Unterlichtenwald ist wieder sicher. Womöglich stehen weitere Maßnahmen bevor.
Von Petra Schmid

Die Kletter prüften die Felshänge und lösten lose Gesteinsbrocken ab. Foto: Petra Schmid
Die Kletter prüften die Felshänge und lösten lose Gesteinsbrocken ab. Foto: Petra Schmid

Donaustauf.Die Straße zwischen Hammermühle und Unterlichtenwald bietet für Naturliebhaber eine reizvolle Strecke. Felsformationen und der Otterbach präsentieren sich entlang der Staatsstraße 2145. Im vergangenen Jahr sorgte der Streckenabschnitt für Aufmerksamkeit, als das fürstliche Haus als Verkehrssicherungsmaßnahme Bäume fällen ließ. Befürworter und Skeptiker waren zu hören, als dafür die Straße tagsüber für den Verkehr gesperrt war.

In den vergangenen zwei Wochen mussten die Nutzer der vielbefahrenen Straße wieder große Umleitungsstrecken in Kauf nehmen. Grund war auch dieses Mal die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer.

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Sperrung nach Absprache

Entlang der Straße gibt es nämlich an etlichen Stellen große Felsformationen an den Steilhängen. Eben jene Felsen sind es, welche die Maßnahme notwendig machten. Das Staatliche Bauamt sperrte deshalb nach Absprache mit dem ausführenden Spezialunternehmen die Strecke für den gesamten Verkehr. Die Strecke befahren durften nach Absprache lediglich die Anwohner, Postzusteller. Sonderfahrzeuge wie Feuerwehr oder Polizei hätten freilich auch passieren dürfen, erklärt Christian Hierl, der Ansprechpartner beim Staatlichen Bauamt. Hier habe es auch nicht genügt, die Strecke mittels Absperrbalken einfach zu sperren, es seien während der zwei Wochen immer Mitarbeiter der Straßenmeisterei vor Ort gewesen. Unter anderem seien diese dafür verantwortlich gewesen, dass beispielsweise auch keine Fußgänger oder Radfahrer sich einfach an den Absperrungen vorbei schummeln konnten. Alleine aus Sicherheitsgründen sei dies notwendig gewesen, denn bei solchen Felssicherungsmaßnahmen würden sich immer wieder kleinere oder größere Gesteinsbrocken lösen und auf die Straße stürzen, erklärt Manfred Rieger, Abteilungsleiter beim Bauamt.

Ein rund fünf Tonnen lockerer schwerer Felsbrocken wird gezielt in Bewegung gebracht. Foto: Petra Schmid
Ein rund fünf Tonnen lockerer schwerer Felsbrocken wird gezielt in Bewegung gebracht. Foto: Petra Schmid

Dass dies keine übertriebene Vorsichtsmaßnahme ist, zeigte sich bei den Arbeiten. Nicht nur kleine Steine oder Brocken, sondern mehrere tonnenschwere Gesteinsbrocken brachten die Mitarbeiter der Spezialfirma Königl aus Würzburg in Bewegung. Teilweise wurde ein großes Kiesbett auf den Asphalt der Fahrbahn aufgebracht, um den Aufprall eines gezielt gelösten und etwa fünf Tonnen schweren Gesteinsbrockens abzumildern. Ansonsten hätte dieser größeren Schaden auf der Fahrbahn angerichtet, erklärt Lothar Gießler. Der Experte war mit seinen beiden Kollegen gerade noch mit Klettergeschirr gesichert und Helm am Felshang zugange. Dass der riesige Brocken, der beim Aufprall jede Menge Staub aufwirbelte, zum Abstürzen gebracht wurde, zeige, dass der Stein nicht mehr fest mit dem Felsen verbunden gewesen sei.

„Sie müssen sich vorstellen, wir arbeiten hier mit Eisenstangen und Holzkeilen“, verdeutlichte er. Dies bedeute jedoch nicht, dass der Brocken auch so abgestürzt wäre. Man könne dies nicht voraussagen, ob er vielleicht noch Jahre an Ort und Stelle geblieben wäre oder ob vielleicht ein Starkregen die Erde unterspült hätte. Dies sei Spekulation, hob er hervor.

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Experten kraxeln ohne Mühe

Wenn man, so wie jetzt, das Gelände übersteige und prüfe, was lose sei und entfernt werden müsse, dann gehöre so ein Felsbrocken entfernt. Die Fachleute, die scheinbar mühelos an den Felsformationen kraxeln und an Steilhängen die losen Steine nach unten rollen lassen, haben alle eine Kletterausbildung durchlaufen und wurden ansonsten von ihrem Unternehmen geschult. Die Aufgabe hier gehöre zu ihrem Tagesgeschäft und sei für sie keine besondere Herausforderung, so Gießler und Kollege Oliver Menzel.

Die Witterungseinflüsse, wie etwa Starkregen, würden ebenso Einfluss nehmen wie auch die Frostperiode, die dazu beitrage, dass sich immer mal wieder etwas bei den Felsen und Steinen lockern könne. Freilich dürfe man die Sprengkraft der Wurzeln von Büschen oder Bäumen nicht unterschätzen, die immer wieder von selbst auf den Gesteinsformationen wachsen, hebt Gießler hervor. Er und seine Kollegen hätten einige Stellen gekennzeichnet, die ein Geologe noch einmal begutachten solle, um zu entscheiden, ob eine weitere Sicherungsmaßnahme notwendig ist.

So geht die Felssicherung weiter:

  • Maßnahme:

    Während zwei Wochen Arbeitszeit wurden zwischen Hammermühle und Unterlichtenwald die Felshänge und das übrige Areal geprüft. Lose Steine und Felsbrocken wurden gezielt zur Straße befördert oder gerollt.

  • Kosten:

    Christian Hierl vom Staatlichen Bauamt schätzt den Kostenrahmen auf rund 20 000 bis 30 000 Euro. Die Kosten werden anteilig vom Staatlichen Bauamt und vom Grundstückseigentümer, dem fürstlichen Haus Regensburg bestritten, erklärt der Bauamtsmitarbeiter.

  • Bewertung:

    An verschiedenen Stellen wird voraussichtlich nächstes Jahr ein Geröllfangzaun angebracht werden. Bei weiteren Stellen prüft ein Geologe, ob weitere oder andere Sicherungsmaßnahmen notwendig sind.

  • Wiederverwertung:

    Die abgelösten Felsbrocken und Steine werden quasi wieder verwendet. Das Staatliche Bauamt habe bei Frankenberg ein Lager, wo Totholz oder Steinbrocken gesammelt werden. Diese finden beispielsweise bei der Gestaltung von Biotopen wieder Verwendung.

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