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Bahn

Fahrgäste waren eingesperrt im Zug

Zugbegleiter erwischten in Regenstauf Schwarzfahrer. Bis die Polizei kam, ließen sie auch niemand anderen aussteigen.
Von Julia Ried

Der Alex-Zug fährt von Regenstauf aus weiter nach Schwandorf. Foto: Willfurth
Der Alex-Zug fährt von Regenstauf aus weiter nach Schwandorf. Foto: Willfurth

Regenstauf.Peter Scheuchenpflug nutzt seit 2013 an fast jedem Arbeitstag den Zug von Regenstauf nach Regensburg und wieder zurück. Doch einen Vorfall wie in der Nacht zum Mittwoch hat der Theologieprofessor in sechs Jahren noch nicht erlebt: Circa 20 Minuten lang durften er und die anderen Fahrgäste am Bahnhof Regenstauf nicht aussteigen. Der Grund: Das Zugpersonal hatte drei Schwarzfahrer erwischt und wollte auf die Polizei warten.

Scheuchenpflug, der prinzipiell das Zugangebot auf der Strecke Regensburg-Schwandorf „toll“ findet, fühlte sich an den Schulzeiten erinnert: „Das ist, wie wenn der Lehrer sagt, wenn der Kurti gestört hat, darf die ganze Klasse nicht in die Pause gehen.“

Zugbegleiter blieben Antwort schuldig

Am Dienstag um circa 22.55 Uhr war der Alex-Zug, der um 25 Minuten verspätet in Regensburg losgefahren war, in Regenstauf angekommen. „Dann kam die Ansage durch den Lautsprecher, die Türen bleiben geschlossen, bis die Polizei eintrifft – mit der Begründung, es sind Fahrgäste im Zug, die kein Ticket haben.“

Dem Vernehmen nach handelte es sich um Wiederholungstäter, die aber bisher nicht dingfest gemacht wurden. „Ich war natürlich genervt, weil ich mit dem Zug um 22.16 Uhr eine längere Geschichte hab“, sagt Scheuchenpflug. Immer wieder komme es zu Verspätungen, weil in Regensburg die Lok umgekoppelt werde und der Zugführer auf das Zugfahrzeug erst warten müsse. In Regenstauf blieb seine Nachfrage bei den Zugbegleitern, warum die Passagiere nicht aussteigen dürfen, ohne Erfolg.

So reagiert die Länderbahn

„Nicht in Ordnung“ nennt Jörg Puchmüller, Pressesprecher der Länderbahn, das Vorgehen des Zugpersonals auf Anfrage der Mittelbayerischen. „Wenn es Schwarzfahrer gibt, sollen die festgehalten werden, aber nicht die Fahrgäste.“ Das Verhalten der Mitarbeiter erklärt er so: „Man wollte ihnen keine Gelegenheit zur Flucht geben. Wir wollen natürlich solche Schwarzfahrer im Interesse der ehrlichen Fahrgäste dingfest machen.“ Was die Verspätung angeht, so räumt er „Einzelfälle“ ein.

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