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Sicherheit

Familienhunde werden zu Lebensrettern

Die Rettungshundestaffeln des BRK Regensburg und Neumarkt trainierten in Regenstauf. Bis zu 25 Mal pro Jahr sind die Führer und ihre Tiere im Einsatz.
Von Sieglinde Geipel, MZ

Die Rettungshundestaffeln des BRK Regensburg und Neumarkt trainierten in Regenstauf für ihren Einsatz. Fotos: Geipel

Regenstauf.. Bei kaltem nebligem Wetter trafen sich Mitglieder der Rettungshundestaffeln des BRK Neumarkt und Regensburg zum gemeinsamen Training in einem Waldgebiet in Regenstauf. Da beide Staffeln immer wieder bei Einsätzen zusammenarbeiten, helfe ein gemeinsames Training auch die Einsatzabläufe im Vorfeld zu koordinieren, erläuterte Bessie Wilhelm, die Ausbildungsleiterin der Rettungshundestaffel BRK Regensburg.

An der Übung nahmen insgesamt 17 Hundeteams teil. Im Mittelpunkt der Übung stand das Training von Flächensucheinsätzen, bei denen die Hunde nach vermissten Personen suchen. Dabei gilt es, verschiedene Suchtaktiken zu üben. Bei der Wegesuche, sind zwei Hundeteams entlang der Wege in dem Suchgebiet unterwegs.

Parzellen im Suchgebiet

Bei dieser „Taktik“ kann mit wenigen Kräften ein sehr großes Gebiet abgesucht werden. Bei der Parzellensuche wird das Suchgebiet in Parzellen aufgeteilt und diese werden dann jeweils zwei Teams zugewiesen.

„Wir sind immer auf der Suche nach neuen Trainingsgebieten, damit unsere Hunde möglichst viele verschiedene Gelände kennenlernen und sich immer wieder neu darauf einstellen müssen. Unsere Einsätze sind meistens in für uns und unsere Hunde unbekannten Gebieten, in denen vor allem in der Nacht die Schwierigkeit der Orientierung für die Hundeführer und Helfer gegeben sind“, berichtet Wilhelm. Sie sei deshalb auch dem Waldbesitzer und seinen Pächtern sehr dankbar, dass sie hier in Regenstauf trainieren dürfen.

Oft in der Nacht unterwegs

Die Ausbildungsleiterin berichtet, dass etwa 20 bis 25 Mal im Jahr die Hundeteams aus den unterschiedlichsten Gründen angefordert werden. Wenn vermisste Personen von Polizei oder Feuerwehr nicht aufgespürt werden könnten, kommen die Rettungshunde zum Einsatz. „Bei den vermissten Personen kann es sich um demente Menschen, Kinder, Unfallopfer, die im Schockzustand den Unfallort verlassen oder Personen mit Suizidabsichten handeln“, erzählt Bessie Wilhelm. Diese Einsätze fänden meist in den späten Abendstunden oder nachts statt, nachdem vorherige Sucheinsätze erfolglos blieben. Auch wenn die Arbeit im Dunklen schwierig und anstrengend sei, komme die „Nachtarbeit“ den Hundeführern zugute, da die meisten tagsüber berufstätig sind.

Die Grundausbildung dauert meist zwei bis drei Jahre. „Es dauert rund 500, manchmal bis zu 1000 Stunden, bis ein Rettungshund die Prüfung ablegen kann“, berichtet die Ausbildungsleiterin. Auch bei der Ausbildung der Hundeführer würden heute verschiedene Anforderungen gestellt. „Neben dem Umgang mit modernster GPS- und Computertechnik und einer sanitätsdienstlichen Ausbildung ist Teamfähigkeit besonders wichtig.“ Darüber hinaus seien Kenntnisse in der Kynologie, der Lehre von Rasse, Zucht, Pflege, Verhalten, Erziehung und Krankheiten der Rettungshunde, der Einsatztaktik und Orientierung sowie körperliche Fitness wichtige Voraussetzungen.

Der Wesentest entscheidet

„Ganz besonders wichtig ist die gute Sozialisierung des Hundes, daneben ist die Opferbindung ein fester Meilenstein der Ausbildung. Weitere Inhalte sind Gehorsam, Gewandtheit sowie das Suchen und Verweisen“ erklärt Bessie Wilhelm und betont, dass keine bestimmte Hunderasse bevorzugt würde. „Den Wesenstest muss allerdings jeder Vierbeiner bestehen. Familienhunde sollten es sein, menschenfreundlich und sie sollen sich mit Leckereien oder Spielsachen motivieren lassen.“

Übe die Motivation sich zum Rettungshundeführer ausbilden zu lassen, sagt Wilhelm: „Liebe zum Hund, zum Einsatz in der Natur und natürlich die Hilfe für andere Menschen sind entscheidend. Die Hundeführer sind in ihrer Freizeit unentgeltlich bei Wind und Wetter unterwegs, entweder zum Training oder zum Einsatz.“

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