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Engagement

Feuerwehren übten Notfall auf Maisfeld

Bei Ramspau simulierten die Einsatzkräfte den Brand eines Häckslers. Im Ernstfall helfen auch Landwirte mit.
Von Petra Schmid

Die Vorgabe der Übung: Ein Häcksler gerät durch einen Unfall in Brand und das Feuer greift auf den Wald über. Foto: Lukas Rausch
Die Vorgabe der Übung: Ein Häcksler gerät durch einen Unfall in Brand und das Feuer greift auf den Wald über. Foto: Lukas Rausch

Ramspau.Ein Landwirt ist gerade dabei, mit seinem Häcksler ein Maisfeld abzuernten, da gerät die Maschine durch einen technischen Defekt in Brand. Gefährlich, denn das Feld ist in unmittelbarer Nähe eines Waldgebiets. Der Fahrer versucht noch, das große landwirtschaftliche Gerät vom Wald wegzufahren, und setzt einen Notruf ab. Aus dem Führerhaus des Traktors mit Häcksler kann er sich selber nicht befreien.

Nun zählt jede Sekunde, um den Fahrer zu retten und einen großen Waldbrand, der sich ausbreiten könnte, zu verhindern. Der Verunglückte hat Glück im Unglück, es nähern sich schnell die ersten Einsatzfahrzeuge.

Feuerwehren arbeiten gezielt zusammen

Was nun passiert, gehört zur Routine der Freiwilligen Feuerwehren. Der Einsatzleiter verschafft sich schnellstens einen Überblick und für Außenstehende wirkt alles so, als sei es vorbesprochen. Was den Feuerwehrkameraden hier hilft, ist die stete Übung der Aktiven und die gezielte Zusammenarbeit unter den Feuerwehren.

Wer sich um den Landwirt sorgt und einen Flächenbrand befürchtet, kann aufatmen. Es handelte sich nämlich um eine Großübung der Feuerwehren im Regental. Freilich hätten die Kameraden bei einem wirklichen Notfall alles daran gesetzt, Schlimmes zu verhindern, aber dieses Mal war das Szenario nur gestellt.

Aufgabe: Stelle für Wasserentnahme aus Regen finden

Neben der Übung, bei der die teilnehmenden Feuerwehren Hand in Hand arbeiten, gewinne man auch wertvolle Informationen, die man bei einem Notfall brauche, erklärte Lukas Rausch, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Ramspau. Der junge Kommandant plante und organisierte die Großübung. Ziel sei unter anderem gewesen, die beste Stelle für die Wasserförderung aus dem Regen zu finden. Denn im Ortsteil Stadel reiche die Wasserversorgung über das Hydranten-Netz oft nicht aus. Zumindest nicht, wenn man einen Waldbrand verhindern müsse, hob der Einsatzleiter hervor.

Landwirte gehören zum Einsatztrupp

Die teilnehmenden Wehren waren gefordert, schnellstens eine lange Schlauchstrecke und eine Wasserentnahme aus dem Regen aufzubauen. Aber nicht nur klassische Feuerwehrfahrzeuge waren im Einsatz, auch drei Landwirte mit ihren Güllefässern folgten der Alarmierung. Sie gehören quasi zur „Einsatztruppe“, wenn größere Wassermengen benötigt werden und sind in dieser Funktion auch offiziell im Landratsamt gemeldet.

Ihre Güllefässer würden sie beispielsweise im Hochsommer, wenn die Waldbrandgefahr am größten sei, gereinigt und mit jeweils rund 10 000 Liter Wasser befüllt bereithalten, macht Rausch deutlich. Dies funktioniere automatisch, er müsse dies gar nicht extra anregen, lobte der Kommandant.

Die Übung

  • Teilnehmer:

    An der Übung beteiligten sich neben der Feuerwehr Ramspau auch die Wehren aus Hirschling, Heilinghausen, Karlstein und Grafenwinn sowie je ein Fahrzeug der Feuerwehren Regenstauf, Regendorf und Steinsberg.

  • Abschluss:

    Die Großübung fand im Ortsteil Stadel statt, die Abschlussbesprechung in Ramspau. Der Markt Regenstauf spendierte für die Kameraden eine Brotzeit.

Freilich gab es jede Menge zu tun, bevor die Kameraden wieder zum Gerätehaus zurückfahren konnten. Bei der Schlussbesprechung gab es für die Kameraden, die an der Übung teilgenommen hatten, großes Lob vom Einsatzleiter, Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer. Auch Paula Wolf, die für den Markt sprach, war vom Engagement der Feuerwehrler begeistert. Rausch erklärte, dass er die Rückmeldungen, die er erhalten habe, in den nächsten Tagen verarbeiten werde.

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