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Sicherheit

Feuerwehren warfen Auto von der Brücke

Öfters landeten in der Region Autos im Fluss. Feuerwehren übten daher in Rohrbach, Traidendorf und Duggendorf den Notfall.
Von Martina Neu

Die Feuerwehren übten die Bergung aus fließendem Gewässer. Fotos: Martina Neu
Die Feuerwehren übten die Bergung aus fließendem Gewässer. Fotos: Martina Neu

Kallmünz.Ein Großteil der Feuerwehren im Kreisbrandmeister-Bezirk Nord muss bei Rettungseinsätzen auch zu Gewässern ausrücken. Es kam schon einige Male vor, dass ein Auto in der Naab oder der Vils landete. So organisierte der zuständige Kreisbrandmeister Josef Pretzl mit den Feuerwehren eine spektakuläre Übung: Sie versenkten Autos in der Vils und in der Naab. Ein wichtiger Grund für diese Übung war auch, dass die Wasserretter in diesem Gebiet eine längere Anfahrt haben, da sie in Regenstauf, Teublitz oder Regensburg stationiert sind.

Die örtlichen Einsatzkräfte sind wesentlich schneller an der Unfallstelle und können sofort reagieren und mit der Bergung beginnen. Diese Übung wurde an drei verschiedenen Stellen, in Rohrbach, Traidendorf und Duggendorf, durchgeführt. Das Auto wurde immer von der Brücke aus ins Gewässer geworfen. „Die Lappersdorfer Feuerwehrkameraden nahmen an der Übung in Rohrbach teil, denn in Lappersdorf gibt es nur eine Brücke, die über ein Gewässer führt und das wäre die Autobahnbrücke gewesen. Diese zu sperren, wäre sehr aufwendig gewesen“, sagte Pretzl.

Fahrzeug muss vor Übung gründlich gereinigt werden

 Bei den drei Wasser-Übungen wurde das Fahrzeug jeweils von der Brücke aus in die Naab bzw. Vils geworfen. Foto: Neu
Bei den drei Wasser-Übungen wurde das Fahrzeug jeweils von der Brücke aus in die Naab bzw. Vils geworfen. Foto: Neu

Denn um eine solche Übung durchführen zu können, muss eine Menge Auflagen erfüllt werden. Das geringste Problem war die Beschaffung des Autos, das Pretzl von einem Feuerwehrkameraden bekam. Dieser hatte bereits den Motor ausgebaut. Pretzl und seine Tüftler bereiteten es auf, damit es überhaupt ins Wasser durfte. Es wurden alle Öle und Fette ausgelassen und das Fahrzeug penibel gereinigt.

Dann wurden die Genehmigungen beim Landratsamt eingeholt, hier war auch Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer involviert. Die Fischwasser- und Grundstücksbesitzer mussten zustimmen – und schon konnte es an die Feinplanung gehen. Pretzl ist äußerst dankbar, dass hier die Zusammenarbeit auch mit den Fischerei- und Grundstücksbesitzern problemlos und hervorragend geklappt hat.

Bei den drei Übungen waren am Ende rund 100 Einsatzkräfte aus Duggendorf, Fischbach-Schirndorf, Kallmünz, Lappersdorf, Rohrbach, Traidendorf und Wischenhofen involviert. Zum Einsatz kamen erstmals die Trockenanzüge, mit denen die Feuerwehrkameraden rund eine halbe Stunde selbst im eiskalten Wasser tätig sein können.

Feuerwehren Kallmünz und Lappersdorf nutzen Trockenanzüge

Diese Anzüge sind bei den Feuerwehren Kallmünz und Lappersdorf stationiert. Die Wischenhofener Wehr verfügt über einen ausgeliehenen Testanzug. Bei diesen Feuerwehren steht jeweils auch ein Boot zur Wasserrettung zur Verfügung. „Geplant ist, dass die Feuerwehren Duggendorf und Wischenhofen letztendlich auch mit Trockenanzügen ausgestattet werden“, so Pretzl.

Für die Zuschauer, die bei den drei Übungen anwesend waren, gab es spektakuläre Bilder zu sehen. Foto: Neu
Für die Zuschauer, die bei den drei Übungen anwesend waren, gab es spektakuläre Bilder zu sehen. Foto: Neu

Die Feuerwehrkameraden mussten schon einige Ausbildungsstunden absolvieren, bevor sie mit diesem speziellen Anzug im Gewässer sicher arbeiten können. Denn im Ernstfall kommt es auf jede Sekunde an, die die verunglückte Person kürzer im Wasser liegt. Die Anzüge sind auch für die Eisrettung im Winter gedacht. Bei allem muss natürlich beachtet werden, dass die Kameraden in den Trockenanzügen mit einer schwimmfähigen Leine gesichert sein müssen. Sonst wären sie gefährdet.

Der zweite Grund der Übungen war, das neue Wechselladerfahrzeug mit Kran im Einsatz zu erproben. Dieses Fahrzeug wurde auf Initiative des Kreisbrandrats vom Landkreis Regensburg und vom Markt Regenstauf angeschafft. Stationiert ist das Fahrzeug für den Bereich Nord in Regenstauf. Im Laufe der Übungen wurden verschiedene Rettungsmaßnahmen getestet. So versuchten in Duggendorf rund 25 Personen, das Auto mit Handzug zu bergen – leider ohne Erfolg.

Auto grub sich immer tiefer in Schlamm ein

Rund 25 Personen schafften es nicht, das Fahrzeug aus der Naab zu ziehen, da es sich beim Bewegen immer mehr im Schlamm eingrub. Foto: Neu
Rund 25 Personen schafften es nicht, das Fahrzeug aus der Naab zu ziehen, da es sich beim Bewegen immer mehr im Schlamm eingrub. Foto: Neu

Da das Auto auf dem Dach lag, hatte es sich immer stärker in den Schlamm eingegraben, resümierte Pretzl. Ideal sei es, wenn in solchen Situationen, in denen ein Fahrzeug in einem Gewässer landet, gleich eine Seilwinde mit alarmiert werde, stellte Pretzl fest. Bei diesen Übungen traten verschiedene Probleme auf, die dann von den Feuerwehren im „Nicht-Einsatz-Modus“ gemeistert wurden. Denn im Ernstfall müssen, auch bei Sondersituationen, die richtigen Entscheidungen in kürzester Zeit getroffen werden.

Kreisbrandinspektor Thomas Diez beurteilte die Wasser-Übungen als sehr sinnvoll, zumal die Einsatzkräfte verschiedene Szenarien vorbereitet hatten. Pretzls Fazit nach den drei durchgeführten Übungen lautete: „Die Wasser-Übungen sind sehr gut gelaufen, wir konnten zeigen und ausprobieren, was wir vorhatten.“

Zum Einsatz kam das neue Wechselladerfahrzeug mit Kran. Dieses ist in Regenstauf stationiert und kann von den Feuerwehren bei Einsätzen angefordert bzw. mit alarmiert werden. Foto: Neu
Zum Einsatz kam das neue Wechselladerfahrzeug mit Kran. Dieses ist in Regenstauf stationiert und kann von den Feuerwehren bei Einsätzen angefordert bzw. mit alarmiert werden. Foto: Neu

Die Feuerwehren hätten sich auf verschiedene Situationen einstellen und mehrere Bergungsmethoden testen können. Auch die Zuschauer bei den verschiedenen Übungen waren am Ende von der Leistungskraft ihrer Feuerwehren mehr als begeistert.

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