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Verkehr

Flughafenzug: Jetzt wird es eng am Gleis

Im Dezember startet der ÜFEX nach München. Nicht alle frohlocken: Einige Pendlerverbindungen müssen gestrichen werden.
Von Michael Jaumann

Zwischen Regensburg und Obertraubling ist ein Nadelöhr der Bahn. Dort ist der Fernverkehr zwischen Frankfurt und Wien unterwegs sowie parallele Regionalzugverbindungen und jede Menge an Güterverkehr. Foto: Jaumann
Zwischen Regensburg und Obertraubling ist ein Nadelöhr der Bahn. Dort ist der Fernverkehr zwischen Frankfurt und Wien unterwegs sowie parallele Regionalzugverbindungen und jede Menge an Güterverkehr. Foto: Jaumann

Regensburg.Die gute Nachricht zuerst: Im Dezember nimmt der langersehnte Flughafenzug ÜFEX den Betrieb auf. Binnen eineinviertel Stunden fährt der „Überregionale Flughafenexpress“ der Bahn stündlich zum Münchner Flughafen. Damit kommen nicht nur Urlauber aus der Region direkt zum Flughafen. Auch Tausende Beschäftigte am Flughafen können damit ihren Arbeitsplatz mit der Bahn erreichen.

Die weniger gute Nachricht ist, dass wegen fehlender Trassen auf der Schienenstrecke zwischen Regensburg und Obertraubling einige Züge nicht mehr am Bahnhof Burgweinting halten können. Von dort bringt die Linie 78 seit drei Jahren Pendler schnell zu ihren Arbeitsplätzen im Osten von Regensburg. Nach Jahren der Anlaufschwierigkeiten hat sich die Linie inzwischen etabliert.

„Von solchen Einschränkungen geht ein falsches Signal aus.“

Elmar Berger, Osram

Für Elmar Berger, Mitglied der Standortleitung bei Osram, geht von solchen Einschränkungen im Nahverkehr ein falsches Signal aus. Wenn für die Belange des Tourismus Bedürfnisse von Pendlern zurückstehen müssten, würden die Prioritäten falsch gesetzt, hielt auch Kreisrätin Claudia Wiest (ÖDP) bei der Verkehrskonferenz von Stadt und Land dem künftigen Planungschef der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), Florian Liese, vor.

ÜFEX fährt als Regionalbahn

Wegen der Engpässe zwischen Regensburg und Obertraubling kann die Agilis mit Einführung des ÜFEX zwischen Regensburg, Eggmühl und Landshut nicht mehr fahren. Diese Leistungen übernimmt jetzt der ÜFEX und bedient daher als Regionalbahn im Landkreis neben Obertraubling und Eggmühl auch Köfering und Hagelstadt mit, die ursprünglich als Halt gar nicht vorgesehen gewesen wären.

Noch im Sommer hatte die BEG wegen der beschränkten Trassenkapazitäten geplant, den Bahnhof Burgweinting aus Richtung Saal sowie aus Eggmühl nicht mehr zu bedienen. Stadt und Landkreis Regensburg fielen aus allen Wolken. Mit der Linie 78 zu den Großbetrieben wie BMW oder Krones hatte der Regensburger Verkehrsverbund (RVV) Großes vor. Die Bahn-Bus-Verbindung sollte eine Antwort auf die zu erwartenden Staus durch den Ausbau der Autobahn A3 sein.

Die Bahnhöfe Hagelstadt und Köfering profitieren vom ÜFEX. Archivfoto: Jaumann
Die Bahnhöfe Hagelstadt und Köfering profitieren vom ÜFEX. Archivfoto: Jaumann

Der RVV sowie Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Landrätin Tanja Schweiger hätten in zahlreichen Vorstößen erreicht, dass der Bahnhof Burgweinting zumindest zu den Hauptverkehrszeiten weiter erreicht werden kann, berichtet RVV-Geschäftsführer Josef Weigl auf Anfrage der Mittelbayerischen.

Weigl attestiert der Eisenbahngesellschaft, den Argumenten zugänglich gewesen zu sein. „Die BEG hat sich bewegt!“. Erreicht worden sei ein vertretbarer Kompromiss. Allerdings werde es nicht mehr so viele direkte Verbindungen aus dem Donautal nach Burgweinting geben. Die eine oder andere Verbindung habe zudem gestrichen werden müssen. Und ein richtiger Flughafenexpress habe der ÜFEX mit den vielen Haltestellen ebenfalls nicht werden können.

Nach den Angaben der Bahngesellschaft sei es aus zeitlichen Gründen und wegen des Trassenkonflikts nicht möglich gewesen, den ÜFEX auch noch in Burgweinting halten zu lassen, was die Probleme ganz einfach gelöst hätte. Die BEG hat daher ein neues Streckenkonzept ausgetüftelt. Nachteile ergeben sich zum einen im westlichen Donautal, das außerhalb der Hauptverkehrszeiten Züge an zwei Bahnhöfen durchfahren lässt. Und im Fall von Burgweinting müssen Pendler akzeptieren, dass der Bahnhof ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember häufig nur durch Umsteigen erreichbar sein wird.

Unternehmen sind skeptisch

Die Linie 78 bringt die Pendler in den Osten. Foto: Jaumann
Die Linie 78 bringt die Pendler in den Osten. Foto: Jaumann

„Der Schwerpunkt war für uns der Berufsverkehr“, berichtet Planer Tobias Schmalzl von der BEG. Dort hätten fast alle Verbindungen erhalten werden können. Durch die Umstiege käme es zu Wartezeiten am Bahnhof Regensburg von bis zu zehn Minuten. Außerhalb der Hauptverkehrszeiten habe man die eine oder andere Verbindung nicht aufrechterhalten können. Für Berufspendler in den Regensburger Osten sei die Bahn nach wie vor eine sehr attraktive Verbindung, versichert Schmalzl.

Bei den Unternehmen im Osten zeigt man sich skeptisch. Man sei gespannt, wie die Lücke geschlossen werden soll, heißt es zurückhaltend. Und Josef Weigl blickt schon weiter in die Zukunft, wenn technische Verbesserungen einen wirklichen Express ermöglichen: „Dann müssen wir darauf achten, dass Köfering und Hagelstadt nicht abgehängt werden.“

Expresslinie und Nahverkehr

  • Gemeinden:

    Die beiden Gemeinden Köfering und Hagelstadt profitieren von der Enge am Gleis. Sie wären ursprünglich nicht vom Flughafenexpress ÜFEX bedient worden. Nun kann man ab Dezember von dort zwischen 3 und 22 Uhr zum Flughafen München fahren und von 5.30 Uhr bis um 0.30 Uhr zurück.

  • Pendler:

    Die Linie 78 versorgt ab Bahnhof Burgweinting die großen Unternehmen östlich von Regensburg. 250 Fahrgäste täglich nutzen das Angebot. Fast alle sind Neukunden im RVV. Zu den Hauptverkehrszeiten kann das Angebot gehalten werden, verspricht die Bayerische Eisenbahngesellschaft. (jn)

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