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Glaube

Frauenbründl zog Scharen an

Zum Tag der sieben Schmerzen Mariens kamen die Gläubigen. Nach dem Gottesdienst in der Kirche wurde gefeiert und geratscht.
von Josef Eder

In der Kirche hieß die Riege der Priester und Patres Abt Thomas Freihart willkommen. Fotos: Josef Eder
In der Kirche hieß die Riege der Priester und Patres Abt Thomas Freihart willkommen. Fotos: Josef Eder

Bad Abbach.Der alljährliche Pilgergang in die Eremitage Frauenbründl ist für die Gläubigem einer der wichtigsten Festtage des Jahres. Das volkstümlich kirchlich-ländliche Bründlfest, oder in früherer Zeit, als es noch die Peisenhofer Dult war, zieht die Menschen an. Hans Deml aus Großberg, ein gebürtiger Poigner, ist seit 1948 jedes Jahr dabei.

Die Kirche wurde seit 2006 renoviert. Bislang wurden schon über 750 000 Euro dafür ausgegeben. Die Arbeiten begannen unter der Regie von Pater Ludwig, Rector Ecclesia setzte die Maßnahme nun fort. Foto: Eder
Die Kirche wurde seit 2006 renoviert. Bislang wurden schon über 750 000 Euro dafür ausgegeben. Die Arbeiten begannen unter der Regie von Pater Ludwig, Rector Ecclesia setzte die Maßnahme nun fort. Foto: Eder

Das Bründl, wie es im Volksmund abgekürzt heißt, ist eigentlich ein Ort der Stille und der Ruhe, Besinnung und Einkehr. Mehr als dreihundert Menschen kommen Tag ein und aus zur Schmerzhaften Muttergottes um ihre Anliegen, Bitten, Danke zu sagen oder zu meditieren. Jedes Jahr am Tag der sieben Schmerzen Mariens, dem dritten Sonntag im September, ist der besondere Tag bei der kleinen Wallfahrtskirche. Es ist Bründlfest. Den Festgottesdienst feierte der Benediktinerabt Thomas Freihardt aus dem Kloster Weltenburg zusammen Pfarrer Johannes Schuster.

1714 Spendenaufruf erlassen

Der jetzt 70-jährige Schuster ist Rektor Ecclesia. Er bewohnt als Eremit die Klause. Bruder Otto aus der niederbayerischen Einsiedelei Gangkofen war mit anwesend. Die weite Reise aus dem französischen Ölenburg hat Trappistenbruder Fere Severin auf sich genommen. Für drei Tage weilt in er Frauenbründl. Die Gläubigen saßen oder standen am Waldesrand auf der rückwärtigen, terrassenförmig angelegten Fläche der Einsiedelei. Der überdachte Altar steht an der Mauer des kleinen Klosters. Die Deigner Musikanten unter Leitung von Hans Kindl am Bass begleitete die Messe.

Die Gläubigen, die gestern zum Frauenbrünnl kamen, ließen es sich bei strahlendem Sonnenschein gut gehen. Sie genossen die Verpflegung vom Grill, redeten und prosteten sich zu. „Es war ein wirklich gelungener Tag“, sagten schließlich die Teilnehmerinnen. Foto: Eder
Die Gläubigen, die gestern zum Frauenbrünnl kamen, ließen es sich bei strahlendem Sonnenschein gut gehen. Sie genossen die Verpflegung vom Grill, redeten und prosteten sich zu. „Es war ein wirklich gelungener Tag“, sagten schließlich die Teilnehmerinnen. Foto: Eder

Zum 15. Male organisierte der Förderverein Frauenbründl mit den Vorsitzenden Marktrat Hubert Kramel und Dr. Benedikt Grünewald neben dem Pastoralen das weltliche Fest. „In diesem Jahr haben wir wieder ein Spitzenwetter. In den vergangenen Sieben war es nicht gerade berauschend“, so Kramel. Pfarrer Johannes Schuster hatte wieder alle Hände voll zutun.

Aktiv

Vielfältige Kulturpflege in Bad Abbach

Der Heimat- und Kulturverein hat 2019 viel vor. Auch Archiv und Tanzgruppen sind unter seinem Dach beheimatet.

Zur Unterhaltung der Gäste spielten die Deigner Musikanten unter der Leitung von Hans Kiendl, der seine Künste am Bass zum Besten gab. Sie intonierte stimmungsvolle Stücke wie den Tiroler Schützenmarsch, die Rosamunde oder auch schmissige Landler. Foto: Eder
Zur Unterhaltung der Gäste spielten die Deigner Musikanten unter der Leitung von Hans Kiendl, der seine Künste am Bass zum Besten gab. Sie intonierte stimmungsvolle Stücke wie den Tiroler Schützenmarsch, die Rosamunde oder auch schmissige Landler. Foto: Eder

Vor 305 Jahren, am 16. Mai 1714, wurde vom damaligen Pfarrer des Marktes Abbach, Johann Wolfgang Kreith, ein Spendenaufruf erlassen, um die hölzerne Kapelle „Maries Pründl“ mit dem Titel Mariae Schmerzen durch eine aus Stein gebaute Kapelle zu ersetzen. Dazu gab der Landrichter von „Kelhaimb“ (Kelheim) die Genehmigung. Sie ist erwähnt als eine „vom Marcke eine halbe Stunde an einem Wäldgen auf einer ergötzenden Ebene gelegene Einsiedelei“. Heute ist sie auf einer gut ausgebauten Straße erreichbar.

Die Pilger aus der Regensburger Pfarrei St. Wolfgang, die die Strecke zu Fuß gekommen waren, kamen mit den anderen Gläubigen zusammen. Sie pflegten die Geselligkeit und unterhielten sich vor allem über das Wallfahrten.  Foto: Eder
Die Pilger aus der Regensburger Pfarrei St. Wolfgang, die die Strecke zu Fuß gekommen waren, kamen mit den anderen Gläubigen zusammen. Sie pflegten die Geselligkeit und unterhielten sich vor allem über das Wallfahrten. Foto: Eder

Schon kurz nach der Predigt des Klosterfürsten dufteten die Bratwürste bis zum Altar. Schuster betonte zur Eröffnung des Gottesdienstes, dass er sich freue, dass so viele Menschen den Weg zu dem kleinen Heiligtum gefunden haben. Abt Freihardt sagte: „Christus wird dabei sein und unser Herz öffnen.“ In seiner Ansprache ging er auf den Rosenkranz und Kreuzweg ein. Nicht jeder konnte in früherer Zeit den Weg Jesu im Heiligen Land nachfolgen. Franziskanermönche förderten den Nachbau des Kalvarienberges im Abendland. Vierzehn bebilderte Kreuzwegstationen fanden Einzug in die Gotteshäuser.

Im Anschluss trafen sich nachdem Gottesdienst die ersten zum Ratsch. Viele Ältere, manche nicht mehr so mobil, sind gekommen. Bei den Männern handeln die Gespräche eher um die Hofübergaben, den Beruf oder das meist gebrauchte Idiom war: „Woaßt es no?“ Lachend wird sich zugeprostet. Beachtung findet auch die Renovierung der Eremitage. Das Kirchlein, der Glockenturm, das Refektorium und die Kerzenkapelle – alles erstrahlt in neuem Glanze. Im Jahre 2006 hat Pater Ludwig mit der Renovierung begonnen. Schuster setzt sie fort. Schon über 750 000 Euro wurden investiert. Aus dem Nachlass eines Eremiten stammt die Summe, um das Geläut zu elektrifizieren.

Denkmaltag

Die Kraftquelle liegt im Glauben

Die Eremitage bei Peising war in diesem Jahr das Ziel für eine große Schar an Besuchern beim Tag des offenen Denkmals.

Das ganze Jahr über kommen Menschen zum Marienbrünnl am Waldrand. Leise plätschert es aus der Wand an der vorderen Außenseite des Kirchleins. Wunderkraft soll das Wasser haben, sagt die Legende. Gläubige Menschen sprachen ihr schon immer besonders Heilung von Augenleiden bzw. Schutz des Augenlichtes zu. Es gehört bei einem Besuch dazu, dass man sich hier mit dem kalten Wasser die Augen auswäscht.

Innenraum mit Blumenschmuck

Bis 1960 zeugten davon zahlreiche Votivtäfelchen in der Kirche davon. Aber auch kleine Nachbildungen von Beinen, Armen und Krücken. Sie werden jetzt in der Sakristei aufbewahrt. Heute sind wieder kleine Ikonen mit Wünschen in der Kirche aufgehängt. Links neben dem Altar stehen viele kunstvoll gefertigte Kerzen. Der Innenraum der Kirche präsentiert sich mit Blumenschmuck im Festtagsgewand.

Gegen 11 Uhr trafen mehr als einhundert Pilger aus der im Regensburger Stadtsüden gelegenen Pfarrei St. Wolfgang ein. Morgens um sieben Uhr sind sie losgegangen. Über Graß, Leoprechting, Hohen- und Niedergebraching ging es nach Peising. Dort wurden die Schritte schneller, den das Frauenbründl war zu sehen. Grund der Wallfahrt ist, die Verschonung von Kumpfmühl im II. Weltkrieg. Die Messe hielt Johannes aus Paring.

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Dünzling

Frauenbund spendet 400 Euro

Das Geld soll der Renovierung der Einsiedelei zugutekommen.

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