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Kommunalpolitik

Freie Christliche Wähler lösen sich auf

Die zweitstärkste Kraft im Gemeinderat Alteglofsheim wird 2014 nicht mehr antreten. Um Rätin Frey formiert sich aber eine neue Gruppierung.
Von Philipp Seitz, MZ

Christine Frey (links) ist eine der Initiatoren der Wertstoffbörse. Foto: Seitz

Alteglofsheim. Paukenschlag in Alteglofsheim: Bei den anstehenden Kommunalwahlen werden die Freien Christlichen Wähler (FCW) nach MZ-Informationen nicht mehr antreten. „Die Freien Christlichen Wähler wird es in der jetzigen Form nicht mehr geben“, bestätigte auch FCW-Fraktionssprecher Norbert Holz unserer Zeitung.

Derzeit sind die FCW mit fünf Sitzen im Alteglofsheimer Gemeindegremium nach der CSU, die über sechs Sitze verfügt, die zweitstärkste politische Kraft. Mit Reinhard Kolouch stellten die FCW zudem über viele Jahre den Bürgermeister und prägten die Alteglofsheimer Gemeindeentwicklung entscheidend mit.

Doch vier der fünf FCW-Gemeinderäte werden bei der nächsten Wahl nicht mehr kandidieren, kündigte Holz gegenüber der MZ an. Damit scheidet für die anstehenden Wahlen auch ein möglicher Konkurrent um das Bürgermeisteramt aus: Wolfgang Jobst, der 2008 in der Stichwahl mit 46,79 Prozent Stiegler den Vortritt als Bürgermeister lassen musste, werde ebenfalls nicht mehr für den Gemeinderat antreten.

Arbeit bereitet keine Freude

Fraktionssprecher Holz, der über 24 Jahre dem Gemeindegremium angehört und zwölf Jahre als Fraktionssprecher der FCW fungierte, hat seine Entscheidung getroffen. „Ich bin jemand, der immer offen seine Meinung gesagt und im Gemeinderat auch viele gute Erfahrungen gemacht hat“, betont der Fraktionssprecher. Doch momentan bereite ihm die Arbeit im Alteglofsheimer Gemeindegremium „keine Freude“ mehr. Verantwortlich dafür sei insbesondere der Führungsstil von Bürgermeister Stiegler, an dem Holz scharfe Kritik übt: „Im Gemeinderat muss miteinander gearbeitet und auch die Meinung anderer Fraktionen akzeptiert werden.“

Auch Angelika Hußnätter und Anton Weitzer werden den Worten von Fraktionssprecher Holz zufolge nicht mehr für den Gemeinderat antreten. Von den ehemaligen FCW-Gemeinderäten will einzig Christine Frey wieder in den Rat einziehen. Um sie formiert sich gerade eine neue politische Gruppierung. „Bürger für Alteglofsheim“ soll die Liste heißen, die voraussichtlich im Oktober ihre Kandidaten für den Alteglofsheimer Gemeinderat aufstellen wird.

Frey hält sich eine Kandidatur offen

Auch im Rennen um das Alteglofsheimer Rathaus könnte die neue unabhängige Wählergruppe ein Wörtchen mitreden: „Ob wir einen Bürgermeisterkandidaten stellen, ist momentan noch offen“, erklärt Gemeinderätin Christine Frey im Gespräch mit der MZ. Wird sich möglicherweise Frey für die neue Liste um die Gemeindeführung bewerben? Angesprochen auf mögliche Ambitionen hält sich die Rätin, die in der Bund Naturschutz-Ortsgruppe sehr engagiert ist, alle Möglichkeiten offen: „Ich schließe das nicht aus.“

Damit könnte es möglicherweise, wie bei der letzten Wahl, wieder drei Kandidaten für den Bürgermeisterstuhl geben. 2008 hatten sich Stiegler, Jobst und Heidingsfelder um das Amt beworben. Bernhard Steinberger, Fraktionssprecher der Freien Wähler „Gleichberechtigung“, kündigte bereits an, dass seine Partei wieder einen Bürgermeisterkandidaten stellen werde.

Die FWG hat schon einen Kandidaten

Nach MZ-Informationen hat sich die Vorstandschaft der FWG bereits auf einen Kandidaten, dessen Name noch nicht verraten wird, festgelegt. Das letzte Wort haben allerdings die Mitglieder: Diese werden im September im Rahmen eines politischen Frühschoppens ihren Wunschkandidaten in geheimer Wahl nominieren. Sicher ist auch: Die bisherigen vier Gemeinderäte (Steinberger, Heidingsfelder, Pfennigmann, Kiendl) wollen, wie bereits in der MZ berichtet, ihr Gemeinderatsmandat verteidigen.

Die Alteglofsheimer CSU wird wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ihren Bürgermeister Helmut Stiegler für eine weitere Amtszeit in den Wahlkampf schicken. Einige Änderungen werden sich aber auf der Liste der CSU/Parteifreie Wähler ergeben: Nicht alle Gemeinderäte wollen, wie die MZ erfuhr, bei der Wahl erneut antreten.

Die SPD hat derweil bereits angedeutet, vermutlich keinen Bürgermeisterkandidaten zu stellen. Als Ziel gibt Ortsvorsitzender und Gemeinderat Reinhard Lichtenegger „mindestens einen Sitz im Alteglofsheimer Gemeinderat“ vor. Die SPD will hierzu „eine schlagkräftige Liste“ aufstellen, auf der auch parteifreie Bürger kandidieren dürfen. Ihre Kandidaten für die Gemeinderatsliste wird die SPD voraussichtlich im November nominieren.

Vorbereitungen für die Wahl

Gemeinderat: Im Alteglofsheimer Gremium sind momentan Vertreter von vier Gruppierungen. Die CSU-Parteifreien Wähler stellen sechs Sitze, die Freien Christlichen Wähler verfügen über fünf Vertreter und die Freien Wähler Gleichberechtigung sind mit vier Räten vertreten. Für die SPD wurde Reinhard Lichtenegger in den Rat gewählt.

Neuerung: Die Freien Christlichen Wähler wird es in der jetzigen Form nicht mehr geben. Um Rätin Christine Frey, die wieder für das Gremium kandidieren wird, formiert sich eine neue Liste. Diese wird den Namen „Bürger für Alteglofsheim“ tragen.

Bürgermeister: Helmut Stiegler (CSU) ist aktuell das Gemeindeoberhaupt. Die FWG haben bereits angekündigt, auch einen Kandidaten um das Bürgermeisteramt ins Rennen zu schicken. Die „Bürger für Alteglofsheim“ halten sich derzeit alle Optionen offen.

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