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Engagement

FSJ: Auf der Suche nach Orientierung

Das Freiwillige Soziale Jahr im Sport war ein Gewinn für Philipp Arnold. Auch die SG Hohenschambach profitierte davon.
Von Dietmar Krenz, MZ

Spaß an der Gemeinschaft und dem Fußball war beim „Haderballcamp“ angesagt, das Philipp Arnold im Rahmen seines Freiwilligen Sozialen Jahres im Sport bei der SG Hohenschambach organisiert hatte.
Spaß an der Gemeinschaft und dem Fußball war beim „Haderballcamp“ angesagt, das Philipp Arnold im Rahmen seines Freiwilligen Sozialen Jahres im Sport bei der SG Hohenschambach organisiert hatte. Foto: Heß

Hohenschambach. Sport hat Philipp schon immer Spaß gemacht, besonders Fußball. Der 19-Jährige wollte nach dem Abitur erst einmal eine Pause vom Lernen einlegen und entschied sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) als Jugendtrainer bei der SG Hohenschambach. Seine engagierte Arbeit mit dem Nachwuchs im Sportverein sowie in der Hemauer Schule hat dem Undorfer geholfen, seinen eigenen Weg zu finden.

Das FSJ ist ein Freiwilligendienst im sozialen Bereich. Er wird in Deutschland für Jugendliche und junge Erwachsene angeboten, die die Vollzeitschulpflicht bereits erfüllt und noch nicht das 27. Lebensjahr vollendet haben. Die Rahmenbedingungen sind im Jugendfreiwilligendienstgesetz festgeschrieben. Ein FSJ kann in den Bereichen Sport, Denkmalpflege, Kultur und Politik absolviert werden.

Dem Sport treu geblieben

Philipp Arnold hat sich für den Sport entschieden. Beim Sportunterricht im Rahmen eines P-Seminars am Regensburger Goethe-Gymnasium wurde er auf das Angebot aufmerksam. Für ihn bedeutete dies die Möglichkeit, auch nach der Schule dem Sport treu zu bleiben. Als Vermittler fungierte der Vater von Philipp, der an der Hemauer Schule als Lehrer arbeitet. Ein Jahr lang leistete der 19-Jährige engagierte Arbeit mit Kindern und Schülern.

SGH-Vorsitzender Florian Meyer (von links) mit Philipp Arnold, Agathe Heß und FSJ-Koordinator Roland Knörschild
SGH-Vorsitzender Florian Meyer (von links) mit Philipp Arnold, Agathe Heß und FSJ-Koordinator Roland Knörschild Foto: Müller

„Bereits zum sechsten Mal haben wir es geschafft, einen jungen Menschen für ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Sportgruppe zu begeistern“, sagt FSJ-Koordinator Roland Knörschild. Nicht nur, dass Philipp die E-Jugend betreute und trainierte, auch als Turnierleiter, Schiedsrichter oder Betreuer im Jugendbistro machte der FSJ-ler immer eine hervorragende Figur. „Bei praktischen Arbeiten am Sportgelände konnten wir ebenfalls auf ihn zählen.“ Eingesetzt wurde er unter anderem in der Mittelschule Hemau, um dort die Sportlehrer zu unterstützen und den Schülern bei der Hausaufgabenbetreuung zu helfen.

Besonderen Draht aufgebaut

Der besondere Draht, den der junge Undorfer zum Nachwuchs aufgebaut hat, ist für den SGH-Vorsitzenden Florina Meyer bemerkenswert. „Der Philipp war ein echter Glücksfall für uns.“ Zum Abschluss und als Höhepunkt führte und organisierte der 19-Jährige im Haderthal ein Fußballcamp mit 30 Jugendlichen. „Dies war mit Sicherheit einer seiner größten Erfolge in diesem Jahr“, sagt Meyer, der sich bei Arnold für seine tolle Arbeit bedankt.

Die Ausbildung zum Übungsleiter (allgemein) bedeutete mit zwei Seminaren in Bayreuth einen weiteren Höhepunkt im Freiwilligendienst des Fußballers, der beim TSV Kareth-Lappersdorf dem runden Leder hinterherjagt. Seine erhofften „wertvollen Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, auch im Hinblick auf die Berufswahl“, haben sich erfüllt.

Pionierarbeit bei den Sportvereinen

Arnold hat sei Kurzem den Studiengang „Angewandte Trainingswissenschaften“ an der Technische Hochschule in Deggendorf in Angriff genommen. „Das Freiwillige Soziale Jahr war eine super Erfahrung und ich habe viel dazugelernt“, erzählt er. Am meisten Spaß hat ihm die Trainertätigkeit in der E2-Jugend gemacht. Es waren gute Fußballer dabei und das Team hat seiner Ansicht nach deutliche Fortschritte gemacht. Das FSJ – egal, in welchem Bereich – kann der Undorfer allen Unentschlossenenden zur Orientierung nur wärmstens empfehlen.

Leider fand sich bislang kein Nachfolger für Arnold. „Wir haben bis zur Frist händeringend gesucht, aber leider hat sich nichts ergeben“, teilt der SGH-Boss mit. Aber für das Schuljahr 2017/18 ist er zuversichtlich, dass sich wieder jemand meldet. Schließlich leistet die SGH in dieser Richtung Pionierarbeit. Neben dem TB Regenstauf ist man der einzige Sportverein im Landkreis, der das FSJ anbietet.

Soziales Bildungsjahr

  • FSJ:

    Das Freiwillige Soziale Jahr ist ein soziales Bildungsjahr für junge Menschen. Es ist jedoch kein Ausbildungs- und kein Arbeitsverhältnis. Das FSJ bietet den Teilnehmern, die ihre Vollzeitschulpflicht erfüllt, aber das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben die Chance, als Freiwillige etwas für sich und andere Menschen zu tun.

  • Engagement:

    Derzeit leisten rd. 4000 junge Menschen ein FSJ bei einem bayerischen Träger. Die Regeldauer ist zwölf Monate, mit einem besonderen pädagogischen Konzept ist eine Verlängerung auf höchstens 24 Monate möglich.

  • Förderung:

    Durch die praktische Mithilfe in den Einsatzstellen und die pädagogische Begleitung bietet das FSJ den Freiwilligen die Gelegenheit, verantwortungsvolles, soziales Handeln einzuüben; Einblicke in gesellschaftliche, soziale und interkulturelle Zusammenhänge zu erhalten; die Förderung des Engagements im sozialen Bereich zu erfahren; die Persönlichkeit zu entfalten und eigene Wertvorstellungen zu überprüfen.

  • Weitere Infos

    zum Bundesfreiwilligendienst gibt es unter www.bundesfreiwilligendienst.de

Unsere Zeitung sprach zum Thema mit Michael Gast, Leiter der Freiwilligendienste im Sport bei der Bayerischen Sportjugend des BLSV in München.

Wie unterscheiden sich die Dienste?

Bei den Freiwilligendiensten im Sport unterscheiden wir zwischen dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) und dem Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug (BFDmF). Im FSJ haben wir die Vorgabe, dass die Freiwilligen die Hälfte ihrer Arbeitszeit in der sportpraktischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen verbringen müssen. Im BFD mit Flüchtlingsbezug muss beispielsweise ein gewisser Anteil in der Flüchtlingsarbeit sichergestellt werden.

Michael Gast, Leiter der Freiwilligendienste im Sport bei der Bayerischen Sportjugend des BLSV in München
Michael Gast, Leiter der Freiwilligendienste im Sport bei der Bayerischen Sportjugend des BLSV in München

Wie viele junge Menschen engagieren sich in einem Freiwilligen Sozialen Jahr im Sport in Bayern und in der Oberpfalz?

Im Sport in Bayern sind es insgesamt 460 Freiwillige: 385 davon absolvieren das FSJ, in der Oberpfalz sind es 28. In Regensburg selbst haben wir aktuell 5 Vereine (DAV Sektion Regensburg, Regensburger Ruder-Klub, SV Sallern Regensburg, TC Rot-Blau Regensburg und Integration durch Sport), die Freiwillige im Einsatz haben. Im Landkreis Regensburg gibt es im Jahrgang 2016/2017 die TB Regenstauf, die einen bzw. mehrere Freiwillige haben.

Wie ist die Tendenz beim FSJ im Sport insgesamt?

Die Zahlen steigen im Sport kontinuierlich an. Waren es im Jahr 2013/14 noch 325 FSJler, sind es aktuell 385 FSJler im Sport in Bayern.

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