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Kameradschaft

Fußballer feierten Jubiläum mit Stargast

Die Abteilung des TV Schierling gibt es bereits seit 100 Jahren. Zur Feier kam der frühere Weltklassefußballer Klaus Fischer.
Von Fritz Wallner

Die Aktiven und Fußballgrößen vergangener Tage feierten beim 100. Gründungsfest ihren TV Schierling ausgelassen. Dazu gehörte auch das traditionelle Vereinslied „Rot und Weiß, wie lieb ich dich“, für das Dieter Ritschel (Vordergrund Mitte) den Taktstock schwang Foto: Fritz Wallner
Die Aktiven und Fußballgrößen vergangener Tage feierten beim 100. Gründungsfest ihren TV Schierling ausgelassen. Dazu gehörte auch das traditionelle Vereinslied „Rot und Weiß, wie lieb ich dich“, für das Dieter Ritschel (Vordergrund Mitte) den Taktstock schwang Foto: Fritz Wallner

Schierling.Interessanter Sport, überschwängliche Freude mit ausdrucksstarkem Gesang, Begegnung mit ehemaligen nationalen und internationalen Fußball-Stars sowie Gänsehaut-Feeling beim Gala-Abend prägten die dreitägigen Feiern zum 100-jährigen Bestehen der Fußballabteilung des TV Schierling (TVS). Schirmherr Bürgermeister Christian Kiendl hob heraus, dass beim Fußball Kameradschaft wachse, nicht der Einzelne zähle, sondern das Team, und unbestritten Ehrgeiz vorhanden sei, der aber von der Fairness überstrahlt wird.

Kiendl hatte selbst aktiv gespielt und war stolz, dass er Teil dieser Gemeinschaft sein durfte und aktuell als Vorsitzender des Förderkreises sein darf. Der Festausschuss unter Leitung von Holger Bursian hatte bei der Festvorbereitung unter dem Thema „Tradition-Gegenwart-Zukunft“ ganze Arbeit geleistet, und bekam dafür auch öffentliches Lob von MdB Peter Aumer, MdL Sylvia Stierstorfer und Landrätin Tanja Schweiger.

Klaus Fischer (M.) mit Ex-Mittelstürmer Otto Gascher (r.) sowie Torwart-Katze Michael Bomer Foto: Fritz Wallner
Klaus Fischer (M.) mit Ex-Mittelstürmer Otto Gascher (r.) sowie Torwart-Katze Michael Bomer Foto: Fritz Wallner

Den Gottesdienst feierten die Fußballer zusammen mit den Pfarrern Josef Helm und Hans Bock, dem Patenverein SV Eggmühl und benachbarten Sport-, sowie weiteren örtlichen Vereinen. Nach Helm brauchen Fußballspiele – in Anlehnung an das Evangelium von Maria und Martha – unterschiedliche Akteure. Der bodenständige, unauffällige Dienst der einen sei ebenso wichtig wie das Gespür der anderen.

Ein Sieg zur Saisoneröffnung

Zum Auftakt hatte die „Erste“ das Saisoneröffnungsspiel vor 500 Zuschauern gegen Ettenkofen mit 1:0 gewonnen, was bis in die Nacht hinein kräftig gefeiert wurde. Am Samstag gab es annähernd zehn Stunden Fußball, denn es traten 13 Jugendmannschaften des TVS sowie bei der Kleinfeld-Marktmeisterschaft 16 Teams von Vereinen und Betrieben an. Mehr als 40 Akteure ließen beim AH-Spiel des TVS gegen eine Labertal-Allstar-Mannschaft (1:8) manchmal noch das Können vergangener Tage aufblitzen.

Die Fußballabteilung des TVS erweist sich als eine Talentschmiede: Von den 400 Mitgliedern sind 180 Kinder und Jugendliche. Foto: Fritz Wallner
Die Fußballabteilung des TVS erweist sich als eine Talentschmiede: Von den 400 Mitgliedern sind 180 Kinder und Jugendliche. Foto: Fritz Wallner

Noch vor der von Alexander Roloff souverän gestalteten Talk-Runde waren bereits die Autogrammjäger unterwegs, um von Klaus Fischer, dem zweitbesten Bundesligatorschützen aller Zeiten und Vizeweltmeister, eine Unterschrift zu erhaschen. Weitere prominente Gesprächspartner waren Silke Raml, die Vizepräsidentin des Bayerischen Fußballverbands (BFV), Geschäftsführer Dr. Christian Keller vom Jahn Regensburg sowie Manfred Schwabl, der ehemalige Nationalspieler und aktuelle Präsident von der SpVgg Unterhaching.

Fischers Karriere-Tipp

Mit dem Team „Football for freedom Schierling“ wurde auch der gesellschaftliche Auftrag des Sports deutlich. Foto: Fritz Wallner
Mit dem Team „Football for freedom Schierling“ wurde auch der gesellschaftliche Auftrag des Sports deutlich. Foto: Fritz Wallner

In ihren Statements ging es viel ums Ehrenamt, um die Auswüchse des Profifußballs, um persönliche Erinnerungen und um die Chancen junger Burschen auf eine internationale Karriere. Klaus Fischer hatte, bevor er zum FC Schalke 04 kam, beim SC Zwiesel und bei 1860 München gespielt, und war dabei auch zweimal in Schierling aufgeschlagen. Werner Süssel war sein Gegenspieler gewesen, doch dass es am Schluss nur zu einem 1:1 für die Münchner Profis reichte, dafür war Torwart Michael Bomer ein Garant. Der ehemalige Bürgermeister Otto Gascher war damals Mittelstürmer beim TV Schierling.

Auszeichnungen. Die Abteilung wurde mit dem Gütesiegel „Goldene Raute“, als der höchsten Auszeichnung des BFV, sowie mit der DFB-Tafel geehrt, denn es handle sich um einen hervorragend geführten Verein, so Ehrenamtsbeauftragter Erich Schneider. Foto: Fritz Wallner
Auszeichnungen. Die Abteilung wurde mit dem Gütesiegel „Goldene Raute“, als der höchsten Auszeichnung des BFV, sowie mit der DFB-Tafel geehrt, denn es handle sich um einen hervorragend geführten Verein, so Ehrenamtsbeauftragter Erich Schneider. Foto: Fritz Wallner

Manfred Schwabl fragte ebenso süffisant wie penetrant bei Fischer nach, wie es ein Bayerwaldler auf Dauer im Ruhrgebiet aushalten kann. „Das deutsche System läuft komplett in die verkehrte Richtung“, wurde Schwabl sehr deutlich. Denn von den 1,5 Milliarden Fernsehgeldern würde viel zu wenig an der Basis ankommen. Klaus Fischer schrieb den jungen Leuten ins Stammbuch: „Talent alleine reicht nicht, man muss viel Arbeit investieren.“

Talentschmiede

  • Nachwuchs:

    Die Fußballabteilung des TVS erweist sich als eine Talentschmiede, denn von den 400 Mitgliedern sind 180 Kinder und Jugendliche. Die Nachwuchsgewinnung sei die größte Herausforderung des Fußballs, so Rudolf Hamberger vom BFV.

  • Auszeichnungen:

    Die Abteilung wurde mit dem Gütesiegel „Goldene Raute“, als der höchsten Auszeichnung des BFV, sowie mit der DFB-Tafel geehrt. Es handle sich um einen hervorragend geführten Verein, so Ehrenamtsbeauftragter Erich Schneider.

  • Vereinsmeisterschaft:

    Vor der Traum-Kulisse des Laber-Stadions traten in verschiedenen Vorrundengruppen 16 Teams von Vereinen, Abteilungen und Firmen an. Gewonnen hat die Kolpingsfamilie vor den Handballern des TV.

Der Gala-Ehrenabend mutierte zu einer eindrucksvollen Wertschätzung gegenüber den Aktiven, Funktionären und Übungsleitern unterschiedlicher Epochen. Nach 100 Jahren sei es richtig, eine „Hall of Fame“ zu installieren, in die 13 Persönlichkeiten Einzug hielten, so Abteilungsleiter Robert Kuntze. Ehrungen gab es auch für die Meistermannschaften von 1961/62 bis zum Aufstieg in die Landesliga 2009, sowie für die C-Jugend von 1970 für den niederbayerischen Titel. Die A-Jugend war 1969 vierter bayerischer Meister – mit Nürnberg und 1860 München als Gegner – gewesen. TV-Vorsitzender Richard Rohrer gratulierte allen und wünschte sich, dass alles dafür getan wird, die Existenz kleiner Vereine zu sichern.

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