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Streit

Gasthaus sagt Nein zu Nazis

Die rechtsextreme „Pro Bewegung“ wollte in Regenstauf eine Untergruppe gründen. Das Gasthaus wusste erst nichts davon, reagierte aber prompt.
Von Pascal Durain, MZ

Das Regenstaufer Ehepaar Lang, das das Valentinsbad in Regenstauf leitet, will nun der Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ beitreten.

Regenstauf. Christian und Rosmarie Lang wussten nicht, dass sie die Kritik des Regensburger Bündnisses „Kein Platz für Nazis“ auf sich ziehen, als sie einer Gruppe erlaubten, in ihrem Gasthaus „Valentinsbad“ ein Versicherungs-Seminar abzuhalten. Denn auf dem angeblichen Seminar sollte kein Fachwissen vermittelt werden, stattdessen plante man hier offenbar die Gründung einer Regensburger Untergruppe der Pro-Bewegung. „Das ist vom Tisch. Diese Veranstaltung wird hier definitiv nicht stattfinden“, erklärte Wirt Christian Lang am Freitagnachmittag auf Nachfrage der Mittelbayerischen Zeitung.

130 Gastronomen haben die Regensburger Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ unterschrieben – dafür gab es bundesweit Anerkennung. Am Freitag forderte das Bündnis „Kein Platz für Nazis“ per Pressemitteilung die Regenstaufer Gastronomen dazu auf, dieser Initiative beizutreten. Bündnis-Sprecher Mathias Roth erklärte, dass man bereits im Vorfeld versucht habe, mit den Wirten zu sprechen. Aber die hätten sich im Betriebsurlaub befunden. Nachdem er von der MZ erfuhr, dass die Wirte der Pro-Bewegung ebenfalls kritisch gegenüberstehen, sagte Roth: „Wir freuen uns natürlich sehr darüber. Aber wir werden das kritisch im Auge behalten, ob am Mittwoch den Pro-Mitgliedern der Eintritt untersagt wird.“

Wirt Lang versicherte das bereits gegenüber der MZ. Er sei am Freitag von der Kripo bereits wegen des Treffens kontaktiert worden. „Wir haben auch viele ausländische Gäste. Bei uns ist jeder willkommen, der sich anständig benimmt – Neonazis gehören nicht dazu.“ Das Betreiber-Ehepaar sei absichtlich falsch informiert worden. Lang: „Auf gut deutsch gesagt: Wir wurden verarscht.“

„Pro Deutschland“ gilt als extrem rechts – auch das Oberwaltungsgericht Münster bescheinigte der Gruppe, mit plakativen Äußerungen Ausländer als kriminell sowie nicht integrierbar darzustellen. Auch der Verfassungsschutz führte „Pro Köln“ bereits unter dem Kapitel „Rechtsextremistische Bestrebungen und Verdachtsfälle“ in ihrem Bericht auf. Laut „Kein Platz für Nazis“ lebt der Generalsekretär von „Pro Bayern“, Manfred Fischer, in Regenstauf. Bei Gründungsveranstaltungen von „Pro Bayern“ seien im April 2011 im Landkreis Regensburg auch immer einschlägig bekannte Neonazis anwesend gewesen; zum Beispiel Aktivisten der Kameradschaft „Nationaler Widerstand“ aus Amberg.

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