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„Gegenwind“ muss nicht aufs Treppchen

Der Regensburger Landkreislauf bietet behinderten Menschen eine Chancen zur Teilnahme am echten Leben.
Von Andrea Rott

Das Gegenwind-Team zusammen mit Moritz
Das Gegenwind-Team zusammen mit Moritz Foto: Gegenwind

Regensburg.„Bei uns ist es nicht das Ziel, der Höchste, Schnellste, Weiteste – also einer von den Besten – zu sein. Uns geht es ums „Mitmachen – dabei sein“, schreibt Andrea Rott. „Es ist uns aber auch wichtig, von anderen wahrgenommen zu werden, uns ins Bewusstsein zu rufen. Wir, das ist ein Zusammenschluss von Eltern mit Kindern, die unterschiedliche Behinderungen haben. Als Name haben wir uns „Gegenwind“ ausgesucht. Diesen Namen haben wir ganz bewusst gewählt. Gegenwind bedeutet, dass wir in unserem Leben gegen viel mehr Widerstände zu kämpfen haben und dafür viel Energie benötigen, um das alltägliche Leben zu meistern. Die Gruppe gibt uns dafür Kraft und Unterstützung. Jeder von uns kennt die Probleme, beispielsweise bei der Beantragung von Hilfsmitteln oder beim Kontakt mit Ämtern. Wichtig ist uns aber vor allem, dass wir jederzeit ein offenes Ohr füreinander haben und uns gegenseitig helfen. Die Probleme sind natürlich auch oft ganz unterschiedlich – so unterschiedlich wie die einzelnen Behinderungen unserer Kinder. Doch wir kämpfen nicht gegen etwas, sondern für eine gute Zukunft unserer Kinder.

Im Laufe der Zeit haben wir gemerkt, dass es wichtig ist, Mut zu zeigen und nicht nur darauf zu warten dass andere auf uns zugehen. Deshalb sehen wir die Teilnahme am Landkreislauf Regensburg als echte Chance, den Gedanken der Inklusion in unsere Gesellschaft zu tragen. Unser Team – Moritz, Geschwister, Eltern behinderter Kinder, Therapeuten und Betreuer – findet unter all den gut trainierten Läufern Platz – wird gesehen und wahrgenommen. Für uns ist spürbar: Wir sind ein Teil der ganzen Läufergemeinschaft und gehören dazu, auch wenn unser Team „anders“ ist.

Um uns eine Teilnahme zu ermöglichen, werden Regeln neu definiert, und Moritz darf mit seinem Fahrrad einen Teil der Strecke überwinden. Dass Moritz mit dem Fahrrad mitfahren kann, ist nicht selbstverständlich. Als kleines Kind besaß er ein Therapiefahrrad. Als er größer wurde, gab es Probleme. Um sicher im Sattel zu sitzen war der Schwerpunkt des Therapierades zu hoch. Unsere hügelige Landschaft wurde ebenfalls zum Problem. Deshalb schafften die Eltern ein amerikanisches Liegefahrrad an. Jetzt konnte er auf ebener Strecke fahren. Um einen Hügel zu überwinden, befestigten die Eltern ein Seil am Liegefahrrad und zogen ihn hoch. Nun machte das Fahrradfahren Spaß.

Wir freuen uns schon darauf, getreu dem Motto „Dabeisein ist alles!“ gemeinsam die Strecke zu überwinden. So ist der Landkreislauf ein kleiner Meilenstein für die Teilnahme Behinderter am „echten“ Leben. Wir wünschen uns noch viele solcher kleiner Meilensteine und sind überzeugt dass solche Aktionen helfen, weitere Barrieren abzubauen.

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