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Prävention

„Geheimsache Igel“ fesselte alle

Das Kindertheaterstück mit „Krümel“ und „Wurzel“ gegen die Gewalt beeindruckte Hemauer Grundschüler. Es wurde bereits 2000-mal deutschlandweit erfolgreich gezeigt.
Von Beate Popp, MZ

Staunend verfolgten die Hemauer Schüler die „Geheimsache Igel“. Foto: Popp

Hemau.Ein beeindruckendes Theaterstück erlebten die Kinder der Schule am Mönchsbergweg. „Nein“ sagen – und zwar ganz laut und deutlich, etwa wenn man etwas tun soll, was einem nicht gefällt, wenn einem wehgetan wird oder man Gewalt angedroht bekommt. Das ist es, was „Krümel“ (dargestellt von der Schauspielerin Susi Bloß) von ihrer Freundin „Wurzel“, alias Sonja Welter, im dem 45 Minuten dauernden Kindertheaterstück „Geheimsache Igel“ lernt.

„Du bist also in die Kiste gestiegen und hast nicht Nein gesagt?“, fragt ihre Freundin Wurzel entsetzt, als Krümel bei ihr Hilfe sucht. Schließlich hilft Wurzel ihr dabei, das Nein-Sagen zu üben, um ihr Selbstvertrauen zu stärken. Mit jedem „Nein, nein, nein“ verschwindet auch die blaue Farbe wieder aus Krümels Leben – wobei ein kleiner Teil, ein blau gefärbter Schuh, als „Narbe“ zurückbleibt.

Durch diese Aufführung, die in Hemau siebenmal gezeigt wurde und bereits deutschlandweit große Erfolge feierte, sollen Kinder ihre soziale Umwelt besser verstehen lernen und sich in ihr besser zu Recht finden. Es soll helfen Vorurteile, Ängste und Hemmungen abzubauen. Das Ziel des Präventionstheaters und ihrer Mitwirkenden ist es, dass die Kinder ihre Fähigkeiten entfalten können, zu einer verfeinerten Wahrnehmung gelangen und zwischenmenschliche Verhaltensprozesse besser erfassen und spielerisch verstehen lernen.

Die Kinder sollen durch das Projekt „Geheimsache Igel“ zu selbstständigem, aktiven Handeln angeregt werden und ihr Selbstbewusstsein stärken. Das Gewaltpräventionsprojekt „Geheimsache Igel“ kann in diesem Jahr sein 15-jähriges Jubiläum feiern. Aus diesem Anlass kamen die Akteure auch in die Tangrintelstadt und zeigten in der Hemauer Schule ihre Theateraufführung. Begeistert und staunend hörten die Kinder „Krümel“ und „Wurzel“ zu.

Seit der Premiere am 26. Oktober 1998 bis heute wurden über 2000 Aufführungen in Grundschulen, Horten, Integrationseinrichtungen und Kindergärten organisiert. Neben der Sensibilisierung der Kinder für dieses Thema und der Stärkung ihres Selbstbewusstseins ist es für den Schauspieler, Regisseur und Autor Olaf Krätke immer wichtig, Kindern das Medium „Theater“ (und damit auch die Literatur) näher zu bringen und direkt greifbar zu machen.

Das Projekt besteht aus einem Theaterstück, das Krätke und Garmatsch gemeinsam schrieben und das in den pädagogischen Einrichtungen vor einzelnen Klassen gespielt wird. Das Präventionsprojekt gegen Gewalt versteht sich als emotionaler „Türöffner“. Damit das Theaterstück auch richtig verstanden wurde, führten abschließend die Schauspielerinnen Susi Bloß und Sonja Welter ein Gespräch mit den Kindern über dieses Thema.

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