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Gelungener Testlauf für 2021

Coronabedingt war es ein „Landkreislauf light“. Aber trotzdem zündete das Lauffieber bei den Athleten und Zuschauern.
Von Heiner Stöcker

Das Armin-Wolf-Laufteam kommt in Wenzenbach an - die Sportler begleiten ihren Team-Kameraden auf den letzten Metern.
Das Armin-Wolf-Laufteam kommt in Wenzenbach an - die Sportler begleiten ihren Team-Kameraden auf den letzten Metern. Foto: Tino Lex

Brennberg.Hochgerissene Arme, Jubel und viel Applaus: Nach 4:48:21 Stunden kam das Armin-Wolf-Laufteam als erstes über die Linie in Wenzenbach. Das Team Krones folgte mit mehr als einer Stunde Abstand nach 5:53:14 Stunden – und fühlte sich trotzdem als Sieger. Denn sein Ziel war eine Zeit unter sechs Stunden. „Ich bin absolut zufrieden mit der Leistung“, sagte Armin Wolf, die Sportstimme Ostbayerns, an der Ziellinie. Zwar habe sein Team unterwegs gegenüber ihrer Prognose ein paar Minuten liegen gelassen. „Aber das geht absolut in Ordnung.“

Den Sportlern fehlte in diesem Jahr ein bisschen der sportliche Anreiz der direkten Konkurrenz. Die meiste Zeit waren die Läufer allein mit sich, der Strecke und der Uhr. Wo sonst hunderte Laufschuhe über den Asphalt gepest wären, waren je nur ein Läufer der vier Teams plus die Ultraläufer gleichzeitig auf der Strecke. Im elften Jahr des Landkreislaufs war vieles anders. Coronabedingt.

Vier Teams am Start

Um 8 Uhr am Samstagmorgen fiel in Brennberg der Startschuss für den elften Mittelbayerische Landkreislauf nach Wenzenbach. Statt mehrerer hundert Mannschaften gingen heuer gerade mal vier Teams und drei Ultraläufer an den Start. Die Stimmung am Sportplatz war deutlich familiärer als in der Vergangenheit – und trotzdem ausgelassen.

So war der Landkreislauf im Mini-Format

Video: Heiner Stöcker, Tino Lex, Evi Reiter

Den beliebten Lauf für dieses Jahr komplett abzusagen, war für die Organisatoren keine Option. Und auch die Zeitmessung gab es zwar – aber sie stand 2020 nicht im Vordergrund: „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass unser Event trotz Corona Bestand hat“, sagte Sandra Feil vom Organisationsteam der Mittelbayerischen im Vorfeld. Deshalb entschied man sich für eine Alternative. Das Armin Wolf Laufteam (Erwachsene und Kinder), zwei ausgeloste Teams und drei Ultraläufer durften am Samstag auf die Strecke, um sie für 2021 zu testen. Außerdem hatten laufbegeisterten Sportler im Vorfeld die Möglichkeit, die Strecken der vergangenen Jahre auf der Seite www.mittelbayerische.de/landkreislauf zu laden und zu laufen – unter dem Stichwort #LKLläufttrotzdem. „Das war der eigentliche Ersatz für den LKL 2020“, sagte Feil.

Interview

Für jeden Läufertyp was dabei

Landkreislauf-Organisatorin Alexandra Wildner erzählt, warum sich ihr Team schon jetzt auf kommendes Jahr freut.

An den Start gingen die Ultraläufer, das Armin-Wolf-Laufteam, das Krones-Team, die Momstars und das Future-Team Armin – eine Kinderstaffel. Krones und Momstars waren im Vorfeld unter allen Teams, die zum Zeitpunkt der Absage bereits gemeldet waren, ausgelost worden. „Und wir haben uns riesig gefreut, dass wir dabei sein dürfen“, sagte Dani vom Team Momstars. Entstanden ist die Gruppe vor fünf Jahren. „Wir sind alles Mamas, die sich einfach bewegen wollten und einen Ausgleich gesucht haben.“ Ziel war der Landkreislauf – und seitdem sind die Damen am Start. Im Ziel feierten die Mamas ihr kleines Jubiläum dann mit Kuchen. „Nach dem Motto: Pink macht flink.“

Sehen sie hier die Impressionen unserer Reporter vom Mittelbayerische Landkreislauf 2020

Regensburg-Land: Landkreislauf (7) - Das war der L

Der sportliche Ehrgeiz kam nicht zu kurz. Da sind zum Beispiel die Ultra-Läufer. Sie zogen die knapp 70 Kilometer im Alleingang durch. Aber auch das Armin Wolf Laufteam hatte sich eine straffe Zeit vorgegeben. Ursprünglich wollte sie um 12.45 Uhr in Wenzenbach im Ziel sein. Aber schon beim Wechsel in Pettenreuth – Etappe sechs von zehn – fehlten den Läufern knapp zwei Minuten zu ihrer prognostizierten Zeit.

Für die Läufer ging es auf die 71,5 Kilometern von Brennberg über Frauenzell, Forstmühle, Sulzbach, Bernhardswald, Pettenreuth, Grafenwinn, Ramspau, Regenstauf und Zeitlarn nach Wenzenbach. „Grob gesagt ist die Route in diesem Jahr zweigeteilt“, sagte Streckenchef Daniel Wedekind. „Im ersten Abschnitt geht es viel durch den Wald und rauf und runter. Sobald es an den Regen geht, werden die Höhenmeter weniger. Auch unterscheiden sich die Etappen in ihrer Schwierigkeit. Da war in diesem Jahr wirklich für jeden Geschmack was dabei.“

Was es coronabedingt heuer nicht gab, war die Party danach, sagte Verlagsleiterin Alexandra Wildner. Der Landkreislauf ist ihr „Baby“ und es hängt viel Herzblut daran. „Das Bierzelt war in den vergangenen Jahren immer voll – das geht heuer nicht.“

Aktion

Er fegt durch den Landkreis Regensburg

720 Kilometer in elf Tagen: Tom Schröder will bis 12. September alle bisherigen Routen des Landkreislaufs absolvieren.

Spendensumme ist noch geheim

Der Landkreislauf ist ein Benefizlauf. Die Startgelder gehen an wohltätige und gemeinnützige Zwecke – und trotz der abgespeckten Form hielten die Sponsoren Sparkasse Regensburg, Lauf und Berg König, Brauerei Bischofshof, Regensburger Ärztenetz, MediPark, Krones und Glasfaser Ostbayern der Mittelbayerischen die Staffelstäbe und blieben auch 2020 an Bord. „Das freut uns natürlich umso mehr“, sagte Wildner. Außerdem wandelten zahlreiche Teams, die sich schon gemeldet hatten, ihre Startgebühren kurzerhand in Spenden um. „Wir werden also auch 2020 eine schöne Summe zusammen bekommen – aber ich verrate noch nicht, wie viel es sein wird.“ So werden die Organisatoren am 17. September einen Scheck an die Leukämiehilfe Ostbayern übergeben, der dem Bau einer Sporthalle für krebskranke Menschen neben dem Patientenhaus der Leukämiehilfe am Uniklinikum zugutekommen soll.

Sport

Die deutsche Meisterin erinnert sich gut

Viermal lief die Wenzenbacherin Corinna Harrer beim Landkreislauf mit. Eine Etappe behält sie in besonderer Erinnerung.

Armin Wolfs schönste Landkreislaufstrecke

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