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Glaube

Gemeinsamer Jugendgottesdienst in Undorf

Katholische und evangelische Jugendliche versuchen zusammen, neue Wege zu gehen. Im MZ-Interview erklären sie, warum.
Von Paul Neuhoff

Die Undorfer Ministranten gehen bei der Gestaltung von Jugendgottesdiensten ungewöhnliche Wege, was auch bei den älteren Gläubigen auf ein positives Echo stößt. Foto: Sophia Krämer/Archiv Paul Neuhoff
Die Undorfer Ministranten gehen bei der Gestaltung von Jugendgottesdiensten ungewöhnliche Wege, was auch bei den älteren Gläubigen auf ein positives Echo stößt. Foto: Sophia Krämer/Archiv Paul Neuhoff

Nittendorf.Viele Katholiken sehen ihre Kirche als rückständig und verkrustet an. Mancher kehrt der Kirche den Rücken. Die Ministranten aus der Pfarrei St. Josef im Pfarrverband Nittendorf-Undorf wollen gegensteuern und vor allem zum Nachdenken anregen.

Die nächste Aktion wird am Samstag ein gemeinsamer Jugendgottesdienst in der evangelischen Kirche zwischen Nittendorf und Undorf sein. Die Oberministranten Simon Kotschate und Sophia Krämer erklärten der Mittelbayerischen, warum sie gerne den Altardienst leisten und wie sie bisher schon versucht haben, neue Wege zu gehen. Auch die evangelische Pfarrerin Sibylle Thürmel stand Rede und Antwort.

Warum seid Ihr Ministranten?

Simon: Die starke Gemeinschaft, die wir in der Mini-Gruppe haben, ist ein gutes Erlebnis. Wir machen dort viele Aktionen gemeinsam, gerade auch außerhalb des Altardienstes. Wir waren heuer auch in der Schule und haben dort geworben. Das hört man im Dorf und will dann auch dazu gehören.

Warum begeistern sich heute noch junge Leute für den Ministrantendienst?

Sophia: Ich denke, man muss unterscheiden zwischen der Amtskirche mit ihrer teils umstrittenen Hierarchie und der Kirche vor Ort. Man kennt die Leute im Dorf zum Teil schon von klein auf. Es gibt insoweit kein distanziertes Verhältnis. Es ist einfach alles direkter und familiärer.

Konfessionen

  • Unterschied:

    Wie die evangelische Pfarrerin Sibylle Thürmel erklärt, ist in der Reformation begründet, dass es bei den Protestanten keine Ministranten gibt. Evangelische Christen verstehen den Gottesdienst als Dienst Gottes am Menschen. Die Katholiken sehen die Messfeier als Dienst an Gott. Die jeweiligen Konfirmanden unterstützen aber das ehrenamtliche Mesnerteam.

  • Einladung:

    Zum ökumenischen Gottesdienst am Samstag hat die Pfarrerin Konfirmanden und Schüler und die Kirchengemeinde eingeladen.

Ihr beide seid Gruppenleiter. Was reizt Euch an dieser Aufgabe?

Simon: Zum einen die Arbeit mit den Kindern, zum anderen wollen wir die Gemeinschaft fördern. Dabei ist es uns ein Anliegen, den Dienst in der Kirche auch attraktiv zu gestalten. Die Kirche lebt doch davon, dass junge Leute nachrücken. Wir wollen auch die Traditionen an die Moderne anpassen, damit ein längerfristiger Erfolg erzielt wird. Die Arbeit im Leitungsteam macht Spaß. Wir übernehmen Verantwortung und lernen so fürs Leben.

Wie reagieren die Erwachsenen auf Eure Aktivitäten?

Sophia: Überwiegend sehr positiv. Die Eltern haben ein großes Vertrauen in uns Führungskräfte. Wir erfahren viel Wertschätzung und Dank. Besonders die von uns gestalteten Jugendgottesdienste mit selbstverfassten Texten und Auslegungen auch in Form von Sketchen kommen auch bei den Älteren gut an.

Wie unterstützt Ihr den Wandel in der Kirche?

Simon: Uns stört das Festgefahrene, das Rückwärtsgewandte. Wir sprechen und diskutieren darüber. Vor allem in unseren Jugendgottesdiensten versuchen wir, Verkrustetes aufzubrechen, indem wir etwa die Kirchenbesucher aktiv in den Ablauf des Gottesdienstes einbinden. Wir wollen dadurch zum Nachdenken anregen. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass die kirchliche Jugendarbeit finanziell besser unterstützt wird.

Warum plant Ihr einen ökumenischen Gottesdienst?

Sophia: Wir wollen unseren eigenen Horizont erweitern und mehr Leute mit unseren Ideen erreichen. Die Nittendorfer Minis machen auch mit.

Frau Thürmel, was halten Sie von der Idee der Undorfer Minis?

Ich finde die Idee super und war sofort begeistert. Zusammen erreichen wir mehr! Besonders freut mich, dass wir den Gottesdienst in der Arche feiern. Sie ist eine Verbindung von Nittendorf und Undorf, da sie in der Mitte liegt. Einige katholische Jugendliche waren noch nie bei uns, waren aber sofort vom Kirchenraum begeistert.

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