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Gefahr

Giftige Raupe: Spielplätze gesperrt

Der Eichenprozessionsspinner ist in Regenstauf angekommen. Obwohl eine Firma die Nester beseitigt, ist die Gefahr groß.
Von Sieglinde Geipel

Der Masurenweg zum Kinderspielplatz ist abgesperrt. Foto: Geipel
Der Masurenweg zum Kinderspielplatz ist abgesperrt. Foto: Geipel

Regenstauf. In vielen Gemeinden im Landkreis Regensburg zwingt der Eichenprozessionsspinner die Verantwortlichen zum Handeln, so auch im Markt Regenstauf und den umliegenden Ortsteilen. Der Markt Regenstauf informiert seine Bürger auf der Homepage: Es handelt sich dabei um einen Schmetterling, der seine Eier ausschließlich auf Eichen ablegt. Im derzeitigen Raupenstadium bilden Tiere unter anderem kurze Brennhaare aus, die für den Menschen gefährlich sind. Der Körper kann unterschiedlich reagieren, zum Beispiel mit Juckreiz, Bronchitis oder Asthma.

Wie Christiane Zaus vom Ordnungsamt mitteilt, könne vonseiten des Marktes wenig gegen diese Raupen unternommen werden. Nur Fachfirmen hätten die entsprechenden Erfahrungen und könnten die jeweiligen Maßnahmen treffen. Eine solche Firma habe man bereits mit der Beseitigung der Raupen beauftragt.

Allerdings sei es aufgrund des Befalls im gesamten Landkreis nicht möglich, mit den Arbeiten sofort zu beginnen. Deshalb hat der Bauhof als erste Maßnahme alle öffentlich zugänglichen Flächen, auf denen befallene Bäume festgestellt wurden, mit Absperrungen versehen. Außerdem wurden große Warnhinweise angebracht, die auf die Gefahren hinweisen.

Auch Tiere sind gefährdet

Keinesfalls sollte man die Raupen oder die Nester berühren. Die kleinen, giftigen Brennhaare haben Widerhaken und setzen sich an der Haut fest. Sie können schwere allergische Reaktionen auslösen. Quaddeln und Bläschen bilden sich bei den Betroffenen auf der geröteten Haut, verbunden mit einem starken Juckreiz. Nicht nur Menschen sind gefährdet, auch für Hunde, Katzen oder Pferde ist die Berührung mit den giftigen Häarchen gefährlich.

Hausmeister Mario Bindorfer bringt Warnhinweise an. Foto: Geipel
Hausmeister Mario Bindorfer bringt Warnhinweise an. Foto: Geipel

Der Eichenprozessionsspinner galt lange als fast ausgestorben, doch seit den 1990er Jahren breitet er sich wieder stark aus. „Ob die Klimaerwärmung der alleinige Grund dafür ist, steht nicht fest“, sagt Dr. Nadine Bräsicke, Expertin beim Julius-Kühn-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, in einem Artikel der Apotheken-Umschau.

Sobald die Fachfirma mit ihrer Arbeit im Markt Regenstauf beginnt, haben alle befallenen Plätze, die für Personen insbesondere für Kinder gefährlich sein können, laut Christiane Zaus erste Priorität. Dazu gehört zum Beispiel der Spielplatz am Masurenweg, der zurzeit ganz gesperrt ist. Weitere Totalsperrungen wurden bisher nicht vorgenommen und sind auch nicht geplant, wie Christiane Zaus erklärt.

Spielplätze und Schulhöfe sind betroffen

Des Weiteren sind Bäume am Pausenhof der Grundschule am Schlossberg, der Mittelschule am Schlossberg und am Spielplatz der Grundschule in Ramspau sowie an einer Haltestelle am Schulweg zur Grundschule in Steinsberg befallen. Die Badegäste im Valentinsbad werden durch Absperrungen und Infotafeln gewarnt. Eine Sperrung des Badebetriebs sei bisher jedoch nicht angedacht, erklärt Christiane Zaus. Am Schlossberg im Bereich des Parkplatzes am Kriegerdenkmal wurde ebenfalls der Eichenprozessionsspinner gefunden. Eine Gefahr für das Anfang Juli geplante Bergfest sei jedoch nicht zu befürchten.

Zaus rechnet damit, dass die Mitarbeiter des Bauhofs auch in den nächsten Tagen noch weitere Fälle melden. Ab dem dritten von insgesamt fünf bis sechs Entwicklungsstadien entwickeln die Raupen ihre Brennhaare, in denen das Gift Thaumetopein enthalten ist.

Eine Gefahr für die Bürger

Für den Menschen gefährlich sind die Haare des dritten Larvenstadiums des Eichenprozessionsspinners von Anfang Mai bis etwa Ende Juni. Sie halten sich an den Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührungen stets neue toxische Reaktionen aus. Die Brennhaare dringen leicht in die Haut und in die Schleimhaut ein und haken sich dort fest. Es können allergische Reaktionen ausgelöst werden, die teils auch heftig sein können. Ebenso sind Beschwerden wie Ausschlag, heftiger Juckreiz, Bronchitis, schmerzhafter Husten und Asthma möglich.

So sehen die Raupen des Eichenprozessionsspinners aus. Foto: Patrick Pleul/dpa
So sehen die Raupen des Eichenprozessionsspinners aus. Foto: Patrick Pleul/dpa

Natürlich können Bürger, die die Raupen oder ihre Nester an Eichen auf öffentlichem Grund feststellen, dies bei der Gemeinde melden. Sie sollten jedoch jede Berührung vermeiden und auch berücksichtigen, dass die kleinen Brennhaare leicht brechen und dann bei entsprechenden Windverhältnissen weite Strecken durch die Luft getragen werden können.

Personen, die auf ihren eigenen Grundstücken einen Befall feststellen, sollten diese auch von Fachleuten beseitigen lassen. Es wird empfohlen, sich nicht unter befallene Bäume zu setzen, falls man unbeabsichtigt in die Nähe befallener Bäume gekommen ist, ist es ratsam, zu duschen, Haare und Kleidung gründlich zu waschen.

Bemerkt man jedoch bereits Symptome, können verschiedene Medikamente, wie entzündungshemmende Cremes und Medikamente aus der Gruppe der Antihistaminika helfen. Normalerweise gehen die Beschwerden nach ein bis zwei Wochen zurück. Bei Atemnot ist ein Arztbesuch anzuraten, um die Symptome abklären zu lassen und eine geeignete Therapie einzuleiten.

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So wird das Insekt bekämpft

  • Maßnahmen:

    Regenstauf hat eine Spezialfirma beauftragt, die die Raupe und die Nester von den Bäumen absaugen wird. Oberste Priorität haben die Plätze, die von Personen, insbesondere von Kindern, betreten werden. Dazu zählen Kinderspielplatz, Schulhöfe, Schulwege und das Valentinsbad.

  • Schutz:

    Am sichersten ist es, sich von Eichen fernzuhalten. Niemals die Raupen und ihre Nester berühren. Sich nicht unter befallene Bäume setzen. Die kleinen Brennhaare können durch sich per Luft verbreiten.
    Bei unbeabsichtigter Berührung sollte man sich duschen, Haare und Kleidung gründlich waschen.

  • Beschwerden:

    Es können allergische Reaktionen auftreten, zum Beispiel Hautrötungen, Ausschlag, heftiger Juckreiz bis hin zu Bronchitis sowie schmerzhafter Husten und Asthma.

  • Mittel:

    Entzündungshemmende Cremes können helfen. Nach ein bis zwei Wochen gehen die Beschwerden zurück. Bei Atemnot ist ein Arzt aufzusuchen, um eine geeignete Therapie einzuleiten.

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