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Kandidatur

Glasklare Sache für Tanja Schweiger

Die Freien Wähler im Landkreis Regensburg nominieren erneut die Landrätin als Kandidatin - mit überwältigender Mehrheit.
Andreas Leopold

Tanja Schweiger will noch eine weiter Amtszeit als Landrätin darauflegen. Foto: Tino Lex
Tanja Schweiger will noch eine weiter Amtszeit als Landrätin darauflegen. Foto: Tino Lex

Pettendorf.Mit dem 100-prozentigen Rückhalt ihrer Partei ist Tanja Schweiger am Montagabend wenig überraschend zur Landratskandidatin gekürt worden.

Harald Stadler blickte auf die – nach seinen Worten – erfolgreiche Vergangenheit der Freien Wähler zurück, insbesondere auf die Politik Schweigers seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2014. Stadler hob ihren Einsatz in Sachen Seniorenpolitik, der Einrichtung des Jugendkreistages und der Vereinsschule hervor.

Interview

Landrätin: „Ich mache weiter Sacharbeit“

Die Regensburger Landrätin Tanja Schweiger freut sich über die große Zustimmung ihrer Parteimitglieder.

Der Opposition erteilte er eine klare Absage. Diese hatte der Landrätin in der Haushaltssitzung ein Kümmern lediglich um die sogenannten „weichen Themen“ vorgeworfen. Stadler hob die vergangenen Investitionen von dreistelligen Millionensummen in Bildung, Infrastruktur, das Landratsamt und das Krankenhaus Wörth hervor. Weitere Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe seien im Zeitraum bis 2023 in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur geplant.

Tanja Schweiger ohne Gegenkandidaten gekürt

„Trotz dieser enormen Ausgaben schafft unsere Landrätin die Quadratur des Kreises und bedient sich nicht bei unseren Gemeinden, sondern hält die Kreisumlage für den gesamten Planungszeitraum bei 39,5 Prozent stabil“, erklärte Stadler. Das sei der zweitniedrigste Satz in der Oberpfalz.

Der Kreisvorsitzende mahnte die Freien Wähler im voll gefüllten Saal des Gasthauses trotzdem, nicht nur in die Vergangenheit zu blicken, da Erfolg kein Selbstläufer sei und Stillstand Rückschritt bedeute. Er appellierte an die Wahlberechtigten, die Landrätin als Aushängeschild der FW erneut zu nominieren und „keine Experimente bei der Wahl“ zuzulassen. „Für unsere Heimat und den Landkreis Regensburg kann es zur Zeit keinen besseren Landrat geben“, resümierte er.

Der Appell wäre gar nicht nötig gewesen, denn dem FW-Volk stand der Sinn offenbar sowieso nicht nach Experimenten. Und so wurde gar kein Zweitkandidat genannt, der Schweiger hätte gefährlich werden können. Sie wählten mit 95 von 95 wahlberechtigten Stimmen ihre bisherige Landrätin zur neuen Landratskandidatin.

Tanja Schweiger kam als Nobody

Tanja Schweiger kam 2007 völlig unbekannt zu den Freien Wählern. Bereits 2008 wählte man sie in den Pettendorfer Gemeinderat und den Kreistag. Im Herbst 2008 und 2013 errang sie einen Sitz im Bayerischen Landtag, und ab 2014 setzte sie sich gegen den CSU Kandidaten Aumer durch und gewann den Landratssessel.

Nach Bekanntgabe des Ergebnisses riss Tanja Schweiger die Arme in Siegermanier hoch und freute sich sichtlich über das eindeutige Ergebnis. In ihrer Rede teilte sie den Anwesenden ihre vorhergehenden Ängste mit, da um die 40 Leute aus tausenderlei Gründen zuvor abgesagt hätten. Dass der Saal doch noch übervoll geworden war, quittierte sie mit einem Lob an die Anwesenden. „Man kann nur Landrätin werden, wenn man eine Partei hat, die einen auch vorschlägt“, räumt Schweiger ein.

Ein paar wichtige Eckpunkte wollte sie noch gerne nennen:

Die vergangenen fünf Jahre habe sie einen 100-Millionen-Haushalt weitergebracht, nur im Investitionsbereich, beispielsweise für Schulen, Landratsamt, Straßenbau und Grunderwerb mit einem Eigenkapital von 80 Prozent. Für die nächsten Jahre seien Investitionen von wiederum 100 Millionen mit einem Eigenkapital-Anteil von 90 Prozent beschlossen.

„Wir gehören zu den Landkreisen mit den niedrigsten Kreisumlagen in Bayern. Wir haben die niedrigsten Personalkosten in der Oberpfalz, auch bayernweit sind wir deutlich unter dem Schnitt“, lobte die Landrätin.

Im Energiebereich hätten die Baumaßnahmen Standards gesetzt. Für das Gymnasium Neutraubling seien sogar Fördermittel geflossen für den herausragenden Standard im Energiebereich. Für die Zukunft stünde der Ausbau des Schulzentrums Regenstauf und der Neubau des Bauhofes unmittelbar an.

Große Themen im Verkehr

Beim Verkehr müsse man jedoch dicke Bretter bohren, denn dieser Bereich erfordere eine langfristige Planungsarbeit. Die Südspange der A93 und die Ostumfahrung Niedertraubling nannte sie als kommende Maßnahmen. Ebenso sollen die Ausfahrten Regensburg Nord-Haselbach und Gonnersdorf verbessert werden. Beim Thema 365-Euro-Ticket der Bayerischen Staatsregierung meinte sie, es ginge wohl zuerst um das Angebot, das müsse stehen. Erst dann könne man über den Tarif verhandeln. Der Großraum für den RVV müsse weiter ausgebaut werden, damit das Nadelöhr Regensburg entschärft würde.

Die weichen Themen seien ihr durchaus ein Anliegen: Seniorenpolitik, Jugendbeteiligung, Vereinsschule, politische Bildung an Schulen und ein Radverkehrskonzept mit Einbindung der Bürger. „Ich könnte bis Mitternacht nonstop reden und dann hätten wir noch nicht mal diskutiert“ meint die gut gelaunte Landrätin, „aber die geforderte angemessene Redezeit von Stadler gemahne an das Ende der Rede“.

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