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Gemeinderat

Großes Interesse an Baugrund

Das Baugebiet Barbing-Süd ist sehr gefragt. 2018 wird das aber nicht das einzige Projekt für die Kommunalpolitiker sein.
Von Tino Lex

Noch im November 2017 erfolgte der symbolische Spatenstich für das Baugebiet Barbing Süd. Die Vergabe beschäftigt 2018 alle Parteien. Denn schon jetzt gibt es mehr als 500 Bewerber für die 60 Parzellen. Fotos: Lex
Noch im November 2017 erfolgte der symbolische Spatenstich für das Baugebiet Barbing Süd. Die Vergabe beschäftigt 2018 alle Parteien. Denn schon jetzt gibt es mehr als 500 Bewerber für die 60 Parzellen. Fotos: Lex

Barbing.Im Barbinger Gemeinderat agieren 20 Gemeindemitglieder plus Bürgermeister, die in drei Fraktionen aufgegliedert weitreichende Entscheidungen über die Zukunft der Großgemeinde fällen. Jeden ersten Dienstag im Monat tritt das Gremium zusammen – so auch 2017. Bis zu vier Stunden wird dann über einzelne Projekte beraten, diskutiert und abgestimmt.

Die CSU verfügt über die Mehrheit mit elf Mandatsträgern plus Bürgermeister, die Fraktion der Freien Wähler/Bürgerforum über sieben, die SPD stellt zwei Gemeinderäte.

Unsere Zeitung fragte die einzelnen Fraktionen, wie sich die Großgemeinde mit bald 6000 Einwohnern in Zukunft entwickle und welche Projekte für sie im vergangenen Jahr die wichtigsten waren. Für die CSU antwortete Bürgermeister Hans Thiel, für die FW/Bürgerforum Hans-Peter Landsmann und für die SPD Manfred Fuxen.

Ziele wurden erreicht

„Von uns wurde im Jahr 2017 insbesondere die Neuschaffung der Baugebiete in Barbing und Friesheim mitgetragen. Ebenso die Verlagerung des Wertstoffhofs sowie die Erweiterung der Grundschule“, erklärt Manfred Fuxen. Er unterstützte zusammen mit seinem neuen Parteikollegen im Gemeinderat, Herbert Baumer, die Anträge der verschiedenen Vereine und setzte sich vor allem für die Sanierung des Barbinger Westens ein.

Die FW machten sich für „vereinfachte Bebauungspläne“ stark. Dieser Antrag wurde im Januar beschlossen. „Aufgrund unserer Einwände wurde die 1. Tektur des Autobahnausbaus abgeändert und der Lärmschutz in Barbing-West dadurch angepasst“, stellt Landsmann fest.

Bezüglich des Baugebiets Barbing Süd wurde laut Landsmann eine Verbesserung für Bauwerber und Anwohner erreicht und eine abschnittsweise Vergabe der Bauparzellen beschlossen.

Bei der Verlagerung des Wertstoffhofs hatte man ein Veto eingelegt. Doch schließlich wurde der favorisierte Standort mitgetragen, weil er nach Auffassung der Fraktion der Beste war. Das virtuelle Bürgerbüro liegt den FW am Herzen. Hier wurde bereits ein Antrag eingebracht. Ebenso habe man sich an allen Aktionen gegen die geplanten Flutpolder beteiligt.

Bürgermeister Thiel blickte zufrieden auf 2017 zurück: „Wir haben sehr viel erreicht und können mit Zuversicht ins kommende Jahr gehen.“ Das Vereinsheim und das Feuerwehrgerätehaus in Eltheim wurden saniert und neue Fahrzeuge für die Barbinger und Sarchinger Feuerwehr angeschafft.

„Für die Verkehrssicherheit wurden Querungshilfen gebaut.“ Auch das interkommunale Gewerbegebiet zusammen mit der Gemeinde Mintraching sah Thiel als großen Schritt, sodass der Spatenstich für das Baugebiet Barbing Süd erfolgen konnte.

Für 2018 will sich die SPD-Fraktion für die Baugebiete und Erweiterung der Gewerbeflächen einsetzen. „Wir werden uns für den Neubau eines Kindergartens sowie seniorengerechte Wohnungen im Neubaugebiet einsetzen.“ Wichtig sei auch die beschleunigte Weiterführung des Breitbandausbaus. Zudem lege die SPD Wert auf gerechte Vergaberichtlinien bei den Grundstücken im Neubaugebiet.

Ein Rück- und Ausblick

  • Highlight:

    Das größte gesellschaftliche Ereignis im vergangenen Jahr 2017 war die 150-Jahre-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Friesheim. Diese feierte ihr Jubiläum mit rund 100 befreundeten Vereinen und das knapp eine Woche lang. Von allen Seiten gab es schließlich unzählige Komplimente an die Organisatoren der Feierlichkeiten.

  • Kirchengemeinde:

    Die Pfarreiengemeinschaft Barbing/Sarching/Illkofen bekam einen neuen Pfarrer. Pfarrer Karl-Dieter Schmidt verließ nach dreieinhalb Jahren die Pfarrei Barbing und wird Diözesanpräses der Kolpingfamilien im Bistum Regensburg. Dafür wechselt der bisherige Präses, Stefan Wissel nach Barbing und wurde offen empfangen.

  • Rathaus-Sanierung:

    Nach mehr als einem Jahr mit einem unschönen Bauzaun erstrahlt das Barbinger Rathaus wieder in neuem Glanze – sowohl innen als auch außen. Das Dach wurde komplett saniert und innen wurden teilweise neue Böden verlegt. Die Schäden am Unterboden wurden allerdings erst nach den ersten Sanierungsarbeiten festgestellt.

  • Verkehrsprobleme:

    Der Autobahnausbau der BAB A3 von vier- auf sechsspurig bedeutet für die Großgemeinde eine erhebliche Verkehrsbelastung. Denn die möglichen Ausweichrouten liegen im Gemeindegebiet. Eine Entzerrung wird eine der Mammutaufgaben, die die Großgemeinde in den kommenden Jahren zu bewältigen haben wird.

Breitbandausbau enorm wichtig

Die FW wollen einen unverzüglichen Masterplan für den Breitbandausbau sowie den Beitritt zu einer noch zu gründenden Gigabit-Gesellschaft. Zweitwichtigster Punkt sei ein Vergabekonzept bezüglich der Bauplätze Barbing Süd. Hierzu sollten Info-Veranstaltungen abgehalten werden, „um den Bürger mit ins Boot zu holen“, wie es Landsmann formulierte. Barbing werde ein „Brennpunkt“ sein, wenn es um die geplanten Flutpolder gehe. Landsmann eröffnet hier bereits den Landtags-Wahlkampf und sagt: „Wer CSU wählt, wählt Flutpolder.“

Nach wie vor vermissten die FW einen ehrenamtlichen Jugendbeauftragten aus dem Kreise der Gemeinderäte sowie die Schaffung von Jugendräumen beispielsweise in Sarching.

Die CSU nimmt sich der Themen „Urnengräber, Erd- und Baumgräber“ an, will eine weitere Entlastung des Kanals in Barbing West sowie weitere Baumaßnahmen in und um das Rathaus. „Die Schulerweiterung hat für uns höchste Priorität.“ Auch die digitale Ausstattung der Klassenzimmer stehe auf der Agenda. Das Sportheim in Barbing soll saniert und die Erschließung der Baugebiete vorangetrieben werden. „Ein dicker Brocken“ sei die Vergabe der Baugebiete Barbing Süd. Es gebe 500 Bewerber auf rund 60 Parzellen. „Hier den richtigen Schlüssel zu finden, wird eine der wichtigsten Aufgaben des Gemeinderats“, so Thiel.

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