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Politik

Großes Lob für Gewerbepark

Minister Hubert Aiwanger sieht Kooperation von Wörth und Wiesent als beispielhaft. Er warnt vor wirtschaftsfeindlichem Klima.
Von Kerstin Hafner

Nach der Festrede trug sich Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (2.v.l.) ins Goldene Buch ein. Die Bürgermeister Anton Rothfischer (l.) und Elisabeth Kerscher (2.v.r.) sowie Landrätin Tanja Schweiger schauten ihm über die Schulter.  Foto: Hafner
Nach der Festrede trug sich Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (2.v.l.) ins Goldene Buch ein. Die Bürgermeister Anton Rothfischer (l.) und Elisabeth Kerscher (2.v.r.) sowie Landrätin Tanja Schweiger schauten ihm über die Schulter. Foto: Hafner

Wörth.Deutliche Worte sprach der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen des Zweckverbands Gewerbegebiet Wörth-Wiesent: „In einer Zeit, in der Gewerbetreibende oft nur noch als Flächenfresser betrachtet werden, brauchen wir Kommunalpolitiker, die sich die Ausweisung eines Gewerbegebiets überhaupt noch zutrauen, auch wenn sie von vielen Seiten deswegen angefeindet werden.“

Natürlich gehe es uns gut in Bayern. Aber das Land befinde sich wegen der annähernden Vollbeschäftigung gerade in einer Art Sättigungsprozess, meinte Aiwanger und mahnte zur Vorsicht. Wohlstand müsse erwirtschaftet werden, und aktuell gebe es Brüche im Bereich der Automobilindustrie, wie es schon früher bei anderen Wirtschaftszweigen der Fall gewesen sei. „Firmen wandern ins Ausland ab, nach dem Brexit wird auch Großbritannien mit Kampfpreisen locken“, prophezeite Aiwanger. Der Standort Bayern müsse seinen Gewerbetreibenden etwas bieten, um attraktiv zu bleiben. „Ich sage es mal so: Unser Kittel brennt. Wir müssen vorne mehr Arbeitsplätze schaffen als hinten wegbröseln. Und deswegen danke ich Ihnen für Ihren wirtschaftsfreundlichen Einsatz.“

Streitfall

Gewerbeflächen fast verkauft

Das gemeinsame „Kind“ von Wörth und Wiesent schreibt die Erfolgsgeschichte weiter. Noch 50 000 Quadratmeter sind zu haben.

Noch kleine Parzellen frei

Neben den beiden Bürgermeistern Elisabeth Kerscher und Anton Rothfischer sprach auch Landrätin Tanja Schweiger ein Grußwort. Sie sei stolz darauf, dass dieser einzigartige interkommunale Gewerbepark im Landkreis Regensburg liege, denn obgleich das Konzept viele Jahre lang beworben worden sei, hätten doch nur wenige Gemeinden in Bayern den Schritt zur Zusammenarbeit gewagt. Rothfischer dankte den aktuellen und ehemaligen Geschäftsleitern Herbert Schötz, Klaus Eschbach und Markus Götz für ihren Einsatz.

350 Arbeitsplätze geschaffen

  • Fläche:

    Das Gewerbegebiet Wörth-Wiesent besteht aus zwei Bauabschnitten und umfasst 225 000 Quadratmeter. Teil I ist bereits komplett bebaut, Teil II erschlossen und zur Hälfte verkauft.

  • Investitionen:

    Die Investitionskosten beliefen sich auf 9,3 Millionen Euro; aktuelle Unterdeckung 2,4 Millionen Euro. Es wurden 350 wohnortnahe Arbeitsplätze geschaffen.

Elisabeth Kerscher stellte den Zweckverband und das Gewerbegebiet kurz vor. Leitgedanke sei eine Stärkung des Unterzentrums Wörth-Wiesent gewesen. Im zweiten Bauabschnitt sei aktuell noch die Hälfte der Flächen verfügbar. Es gebe sehr viele Anfragen. Man wähle stets sorgfältig aus. Sie betonte: „Wir haben noch einen Teil mit kleineren Parzellen frei, die sich gut für Handwerksbetriebe eignen. Wir sind immer bemüht, unsere Unternehmer optimal zu begleiten.“ Dieses Gewerbegebiet zum Laufen zu bringen, sei ein riesiger Kraftakt für beide Gemeinden gewesen. Angesichts der großen Nachfrage steuere man künftig wohl auf das Dilemma zu, den Spagat zwischen Ansiedlungsdruck und der neuen Flächensparoffensive des Freistaats zu schaffen.

Stärker in die Höhe bauen

Dazu bemerkte Aiwanger, er stehe der „Vergabe von Flächenkontingenten an Kommunen nach sozialistischer Manier“ äußerst kritisch gegenüber. Die Balance zwischen Flächensparen und Ansiedlungen sei dennoch sorgsam abzuwägen. Vielfach bestehe die Möglichkeit der innerörtlichen Nachverdichtung. Es könne noch mehr in die Höhe oder Tiefe gebaut werden. Gewerbeareale auf der sogenannten „grünen Wiese“ müssten ökologisch sinnvoll angelegt werden „Wir dürfen uns kein schlechtes Gewissen einreden lassen, wenn wir Arbeitsplätze schaffen“, schloss der Wirtschaftsminister.

Feierstunde

Gewerbepark ist Erfolgsgeschichte

Am 14. Januar 2010 wurde der Vertrag zwischen Wörth und Wiesent unterzeichnet. Seit zehn Jahren läuft es wie am Schnürchen.

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