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Wahlkampf

Heimatbewusstsein ohne „Tümelei“

Hubert Aiwanger unterstützt den Bürgermeisterkandidat Thomas Dechant. Die Freien Wähler sehen sich als „Macher“, die Probleme vor Ort angehen.
Von Sabine Norgall

  • Beim Besuch Hubert Aiwangers (links) blieb Raum zur Diskussion. Tanja Schweiger, Erich Viehbacher und Thomas Dechant beantworteten die Fragen der Besucher. . Foto: Norgall
  • Hubert Aiwanger und Tanja Schweiger unterstützen den Wahlkampf von Thomas Dechant. Foto: Norgall

Regenstauf. Am Tisch sitzen drei Vollblutpolitiker, die sich gut kennen. Der Bundes- und Landesvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, die Landtagsabgeordnete und Regensburger Landratskandidatin Tanja Schweiger und der Regenstaufer Bürgermeisterkandidat der Partei, Thomas Dechant. Kennengelernt hat man sich, das wird beim Wahlkampfauftakt in der TB-Gaststätte kurz gestreift, unter anderem Vorzeichen. Damals saß der Regenstaufer aus dem Ortsteil Schönleiten noch für die FDP im Landtag. Als Dechant 2013 zu den Freien Wählern wechselte, sagte ihm Aiwanger Unterstützung im Wahlkampf zu. Das Versprechen löst er am Montag ein.

Was kommt beim Bürger an?

Als FDP-Landtagsabgeordneter, lobt Aiwanger, habe sich Dechant klar gegen die Mehrheit seiner Partei gestellt und, zusammen mit den Freien Wählern, gegen den Eurorettungsschirm gestimmt. Er habe sich die Frage gestellt: Was kommt beim Bürgern an? Ausbau des schnellen Internets, bezahlbare Krippenplätze, die Sanierung maroder Straßen, für all diese Forderungen, sagt Aiwanger, könne schnell kein Geld mehr da sein, wenn für die Folgen des Eurorettungsschirms bezahlt werden müsse.

Aiwanger stellt die Forderungen seiner Partei in Land und Bund dar. Nach den Vorreden des Ortsvorsitzenden Erich Viehbacher und Thomas Dechant ist klar, lokale und landesweite Themen unterscheiden sich kaum. Laut Aiwanger ist es Anliegen der Freien Wähler das, was sich vor Ort bewährt, in die große Politik zu tragen.“ Gerade umgekehrt, so Aiwanger, würde es sich bei der Mehrheitspartei verhalten, „die Bayern als Vorstufe zum Paradies sieht“, und Politik von oben nach unten mache

Das „Eigene“ betonen.

Die Wörter „Heimat“ und „Region“ sind Aiwanger wichtig. Das gilt für die Landwirtschaft, deren Wert er betont, oder für heimische Wirtschaftskreisläufe, die es „anzufüttern“ gelte. Die Energiewende müsse für die, sie sich engagierten, planbar sein. Ein „Zurückrudern vom Zurückrudern“, wie bei den Windrädern geschehen, dürfe es nicht geben. Bislang, sagt Aiwanger, sei die große Politik der Globalisierung nachgelaufen, es werde Zeit, dass das Eigene wieder mehr gelte: „Das Wort Heimat darf wieder salonfähig werde – ohne Heimattümelei.“

Tolles Konjunkturprogramm

Was für Regenstauf, die größte Landkreisgemeinde, wichtig sei, sagte Landratskandidatin Tanja Schweiger, sei auch für den Landkreis wichtig. Der Breitbandausbau laufe zu zäh. Dieser könne, gerade in der Fläche, nur in einer Solidargemeinschaft funktionieren. Vehement spricht sie sich für den Ausbau regenerativer Energien vor Ort als „Konjunkturprogramm, das man sich besser nicht vorstellen kann“, aus.

Diskussion vermieden

Bürgermeisterkandidat Thomas Dechant erläutert die drei Initialen MUT (motiviert, unabhängig, tatkräftig) in seinem Wahlkampfslogan. Von den Kosten des Breitbandausbaus lässt er sich nicht abschrecken. „Unsere Vorfahren haben die Wasserleitung, die Stromleitung und den Kanal geschafft, da werden wir das mit dem Breitband auch hinkriegen.“ Er wirbt für sachorientierte Entscheidungen, unabhängig vom Parteiklüngel und mehr Transparenz auch in der Kommunalpolitik. Alles, was im Rathaus nicht in die nichtöffentliche Sitzung muss, will er öffentlich besprechen. Im Regenstaufer Ortskern, sagt er, liege ein „wahnsinniges Potenzial“ brach. Bei großen Projekten, so seine Erfahrung, müsse man mit übergeordneten politischen Ebenen zusammenarbeiten. Regenstaufer Unternehmen sicherte Dechant Zusammenarbeit zu, „soweit es das Recht zulässt“, damit Arbeitsplätze vor Ort entstehen. Enttäuscht äußerte sich Dechant darüber, dass die Bürgermeisterkandidaten der SPD und CSU einer Podiumsdiskussion mit allen Bürgermeisterkandidaten nicht zustimmten: „Wenn Menschen und Konzepte nebeneinander stünden, könnten die Bürger vergleichen, wer der bessere Kandidat ist.

FW als Vordenker

Ortsvorsitzender Erich Viehbacher nannte die Freien Wähler als Ideengeber für viele Verbesserungen im Markt.

Die Einführung des Bauernmarkts, die Seniorenarbeit unter Thea Lohner- Strebl, die familienfreundliche Baulandpolitik und der reduzierte Schwerlastverkehr in der Ortsdurchfahrt waren einige davon.

Als Perspektiven nannte er den Radwegebau, die Fortführung des „Aktiven Zentrums“, die Minderung des Autobahnlärms in Diesenbach und die Einbeziehung des demografischen Wandels in alle Entscheidungen.

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