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Finanzen

Hemau investiert in Kinder

Im Haushaltsentwurf für 2020 sind die Kosten für Betreuungseinrichtungen ein großer Posten. Der Gesamtetat steigt erneut.
Von Bernhard Seiberl

Die Kinderkrippe „Krabbelkiste II
Die Kinderkrippe „Krabbelkiste II" am Haager Weg ist vor kurzem eingeweiht worden. Für die Betriebskostenzuschüsse der Kindertageseinrichtungen werden 2,3 Millionen Euro aufgewendet, nach Abzug der Zuschüsse hat die Stadt noch 920000 Euro zu leisten Foto: Bernhard Seiberl

Hemau.Ein erfreuliches Zahlenwerk konnte Kämmerer Franz Hofmeister dem Gremium des Haupt- und Finanzausschusses für das kommende Jahr präsentieren. Bürgermeister Hans Pollinger sagte, mit dem erneuten Überschreiten der 30-Millionen-Euro-Grenze des Gesamtvolumens sei bestätigt worden, dass dies im Jahr 2019 keine Ausnahme war.

Der Vermögenshaushalt habe sich wiederum erhöht und alle Investitionen könnten ohne Kreditaufnahme geschultert werden. „Eine hohe Investitionsquote haben wir bei den Kindereinrichtungen, die so bleiben wird.“ Mit der kommenden verpflichtenden Ganztagsschule in der Grundschule werde dies ein finanzieller und organisatorischer Kraftakt werden, den es abzuarbeiten gelte.

Neuer Höchststand erreicht

Im Entwurf der Haushaltsplanung 2020 hat Hofmeister mit 32,3 Millionen Euro einen erneuten Höchststand kalkuliert. Auf den Verwaltungshaushalt entfallen 18 Millionen Euro, auf den Vermögenshaushalt 14,3 Millionen Euro. Der Gesamtetat steigt damit um 2,6 Millionen Euro, dies entspreche einer Steigerung um knapp neun Prozent. Die Schlüsselzuweisungen wird sich etwas verringern, es sind knapp drei Millionen Euro angesetzt.

Die Personalausgaben liegen mit etwas über drei Millionen Euro und einem Anteil von 17,26 Prozent am Verwaltungsetat weit unter dem Landesschnitt. Der Verwaltungs- und Betriebsaufwand ist mit 3,6 Millionen Euro angesetzt, er beinhaltet die Unterhaltsmaßnahmen bei verschiedenen Liegenschaften, sowie den zusätzlichen Bedarf für den Straßen- und Kanalunterhalt und dem Unterhalt des Stadtwaldes inclusive Neuanpflanzungen. Für die Betriebskostenzuschüsse der Kindertageseinrichtungen werden 2,3 Millionen Euro aufgewendet, nach Abzug der Zuschüsse hat die Stadt noch 920000 Euro zu leisten.

Freie Finanzspanne von 2,6 Millionen Euro

Rund ein Fünftel des Haushaltes ist für verschiedene Umlagen abzuführen. Die Kreisumlage wird um 220500 Euro steigen und hat mit 3,7 Millionen Euro einen neuen Höchststand erreicht. Bei der Gewerbesteuerumlage sind 257000 Euro anzusetzen, sie hat sich aufgrund des Wegfalls der „Finanzierung zur Deutschen Einheit“, fast halbiert, erklärte der Kämmerer. Voraussichtlich können dem Vermögenshaushalt 3,3 Millionen Euro zugeführt werden, abzüglich der Tilgung von 697900 Euro verbleibt eine freie Finanzspanne von 2,6 Millionen Euro.

11,5 Millionen Euro werden für Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen eingeplant, die entspricht einer Quote von knapp über 80 Prozent des 14,3 Millionen Euro starken Vermögenshaushalts. Für Baumaßnahmen werden 8,7 Millionen Euro eingestellt. Die Schwerpunkte liegen im Straßenbau und in der Straßensanierung mit drei Millionen Euro, den Neubau von Kindertageseinrichtungen mit 1,7 Millionen Euro und mit Zahlungen für die Erschließung der beiden Baugebiete Gewerbepark III und dem Wohnbaugebiet Nordwest IV. Aus dem Verkauf von Grundstücken sind 4,8 Millionen Euro zu erwarten, für den Grundstückserwerb sind 500000 Euro eingeplant.

Kein neuer Kredit nötig

Erneut ist trotz der hohen Investitionen keine Kreditaufnahme vorgesehen, der allgemeinen Rücklage kann ein Betrag von knapp über zwei Millionen zugeführt werden. Mit einer Tilgungszahlung von 697900 Euro senkt sich die Schuldenlast auf 3,7 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung verringert sich damit auf 404 Euro. Im Ranking der Haushalte konnte sich die Kommune etwas verbessern. Im Landkreis steht Hemau jetzt auf Platz 32 (vorher 35). Das Resümee des Kämmerers: „Wir können beruhigt und gelassen in die Zukunft blicken, seit mehreren Jahren war keine Kreditaufnahme mehr nötig.“

In der Diskussion wurden verschiedene Verständnisfragen geklärt. Thomas Gabler wünschte, die Sanierung der Schule rechtzeitig einzuplanen und verschiedene Straßensanierungen mit aufzunehmen. Klaus Schmidmeister forderte, einen Vorschlag für die Sanierung und Pflege des Friedhofs St. Salvator zu erarbeiten. Der Beschluss über den Etat erging einstimmig.

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