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Glaube

Hemauer „Biker-Familie“ bekam Segen

So schlecht war das Wetter beim ökumenischen Motorradgottesdienst noch nie. Doch die Biker ließen sich davon nicht abhalten.
Von David Santl

Stadtpfarrer Berno Läßer und der evangelische Pfarrer Max Lehnert (links) segneten die Biker und ihre Maschinen. Foto: David Santl
Stadtpfarrer Berno Läßer und der evangelische Pfarrer Max Lehnert (links) segneten die Biker und ihre Maschinen. Foto: David Santl

Hemau.Samstagnachmittag in der Stadtpfarrkirche St. Johannes: Rockige Musik der Band „Down Under“ schallt durch das Gotteshaus, viele Besucher tragen Motorradkluft und im Mittelgang liegt ein großes Kreuz – geformt aus Motorradhelmen. Es ist Motorradgottesdienst-Zeit in Hemau.

Und der „MoGo“, wie dieser besondere Gottesdienst liebevoll genannt wird, hat Tradition – da stört auch kein kühles und verregnetes Wetter, so wie am letzten Samstag. Der Besuch war jedoch weitaus verhaltener als sonst. Vor allem für Besucher von weit her wäre es auch gefährlich gewesen, auf regennasser Fahrbahn bis nach Hemau zu fahren. Aber an Charme hat der Motorradgottesdienst trotzdem nichts eingebüßt. „Es ist klasse, dass es ein paar gibt, die uns trotz des Regens treu sind“, freute sich Organisator Sebastian Wurmdobler. Für ihn sei der Grundgedanke, dass sich die Motorradfahrer in der Kirche willkommen fühlen.

Die Ökumene ist wichtig

Dem stimmte auch Stadtpfarrer Berno Läßer zu, für den es der erste Motorradgottesdienst in Hemau war: „Das ist eine gute Idee“, lobte er. „Auch die Ökumene ist uns hier besonders wichtig“, ergänzte der evangelische Pfarrer Max Lehnert. Und zu Beginn des Gottesdienstes sorgte Läßer gleich für einen heiteren Einstieg: Weshalb ein Busfahrer eher in den Himmel komme als ein Pfarrer, wollte er wissen. „Wenn der Pfarrer gepredigt hat, haben die Leute geschlafen. Aber wenn der Busfahrer gefahren ist, haben sie gebetet“, löste er auf und hatte die Lacher sofort auf seiner Seite.

Danach folgte schon der erste Höhepunkt, der von einem Hemauer Motorradgottesdienst nicht mehr wegzudenken wäre: das Legen des Helmkreuzes – untermalt von den sanften Rockklängen der Band „Down under“, die dem Motorradgottesdienst seit jeher eine ganz besondere Note verleiht.

Und eine beeindruckende Predigt von Sebastian Wurmdobler fehlte auch in diesem Jahr nicht. In dieser ging es vor allem um den richtigen Blick. „Das kenne ich selbst als Motorradfahrer. Oft schaue ich nur auf den Vordermann. Es ist aber wichtig, mehr in die Kurve zu blicken“, erklärte er. Die richtige Blickrichtung sei das A und O. „So bleibe ich in der Spur. Aber auf den richtigen Blick kommt es auch im Alltag an“, führte Wurmdobler aus. Zu oft werde nur auf das geschaut, was misslungen sei. „Beim Motorradfahren kann man davor fliehen“, schmunzelte er. Im Leben gebe es jedoch mehr als nur Stress und Leid. „Wir müssen mehr ins Leben hineinblicken“, meinte er.

Motorrad-Halleluja erschallt

Im Totengedenken wurde auch wieder an die verstorbenen und verunglückten Motorradkameraden erinnert. „Aber es freut mich, dass ihr trotz des Wetters da seid. In der Kirche fühlen wir uns zuhause“, lobte Wurmdobler am Ende des Gottesdienstes.

Im Anschluss segneten Läßer und Lehnert am Rathausparkplatz die Biker und ihre Maschinen. Auch das Motorrad-Halleluja erschallte natürlich wieder. Hier starten alle Biker zeitgleich ihre Maschinen. Nach einem Korso kehrten die Motorradfahrer bei den „Kollorado Bikers“ ein, wo die 17. Auflage des „MoGos“ einen gelungenen Abschluss fand.

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