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Benefiz

Hemauer Kochen für den guten Zweck

Peter Trepnau und sein Team schwangen wieder die Kochlöffel. Nach zehn Jahren hat der Organisator aber nun genug.
von Theresia Luft

Unter Anleitung von Stefan Unterkircher (Zweiter von links) wurde in Hemau mit Südtiroler Spezialitäten groß aufgekocht. Fotos: Theresia Luft
Unter Anleitung von Stefan Unterkircher (Zweiter von links) wurde in Hemau mit Südtiroler Spezialitäten groß aufgekocht. Fotos: Theresia Luft

Hemau. „Zehn Jahre – zehn Köche – zehn Gänge“ – unter diesem Motto fand der Südtiroler Benefiz-Abend zugunsten des Kinder- und Jugendfördervereins St. Leonhard und des Vereins „Südtiroler Ärzte für die Welt“ statt. In der zehnten Auflage der Veranstaltung lud Peter Trepnau, der Vorsitzende des Fördervereins St. Leonhard, zum Dinner nach Hemau ins urige Gasthaus „Zum Deglbauer“. Zum neunten Mal kochten Trepnau und sein Team beim Deglbauer auf. Jedes Mal standen dabei Südtiroler Spezialitäten im Vordergrund.

Von den Menükosten gingen 40 Euro als Spende an St. Leonhard, der Rest, nach Abzug aller Kosten, geht an die „Südtiroler Ärzte für die Welt“, die das Krankenhaus Attat in Äthiopien unterstützen, das dem Südtiroler Spitzenkoch Stefan Unterkircher am Herzen liegt. Trepnau kündigte an, für ihn sei es das letzte Mal, dass er zum Benefiz-Dinner lud.

Unternehmer Peter Trepnau (links) packte in der Küche fleißig mit an.
Unternehmer Peter Trepnau (links) packte in der Küche fleißig mit an.

Wie er sagte, seien zehn Jahre ein guter Zeitpunkt, um aufzuhören und es an die Jungen weiter zu geben – wer immer das auch sein mag. Ein Highlight war es für ihn immer wieder, dass im Laufe der Jahre viele Kinder durch den Benefiz-Abend pädagogische und psychologische Unterstützung, die durch die Träger nicht finanziert werde, erhielten.

750 Gäste wurden bewirtet

Den Kindern sei dadurch vieles ermöglicht worden – wie Nachhilfe, Ferienfreizeiten, erlebnispädagogische Projekte, Therapien mit Tieren oder Musikunterricht. „Das positive Feedback der Kinder und wenn man über die Jahre die Entwicklung der Kinder mit verfolgt, das sind Höhepunkte“, so Trepnau.

Er hatte vor zehn Jahren die Idee zum Benefiz-Essen, fand in Unterkircher sofort einen Unterstützer, um aus dem Benefiz-Essen jedes Jahr ein kulinarisch einzigartiges Erlebnis zu machen. Der erste Benefiz-Abend fand im Hesperidengarten statt. Für Trepnau ist Kochen eine Leidenschaft und er freute sich stets mit seinem Team auf das Feedback der Gäste. Neben der Gourmetküche bereite er aber genauso gerne Schnitzel oder Schweinebraten zu.

St. Leonhard

  • Angebot:

    Das sozialpädagogische Zentrum St. Leonhard hat drei heilpädagogische Wohngruppen für Kinder und Jugendliche und fünf heilpädagogische Tagesgruppen. Es werden Kinder und Jugendliche aus Familien betreut, die in Schwierigkeiten sind.

  • Hilfe:

    Der Förderverein St. Leonhard finanziert Aktivitäten und Dinge, die den Kindern in ihrer Entwicklung weiterhelfen und sonst nicht bezahlt werden könnten. (llt)

Hinter dem Benefiz-Abend steckt ein organisatorischer Aufwand: Zwei Tage wurde im Vorfeld beim Degelbauer vorbereitet und gekocht. Es habe immer super funktioniert, Autodidakten und Profis kochten zusammen. In den vergangenen zehn Jahren kamen 750 Gäste in den Genuss des Benefiz-Menüs, darunter Stammgäste, die sich den Genuss nicht entgehen lassen wollten, oder neue Gäste, fasste Trepnau zusammen.

Hemauer Kochen für den guten Zweck

Los ging es dieses Mal draußen mit dem ersten Gang, mit Südtiroler Speck, der überall und nirgends war – also mal am Baum hing oder über der Etagerie. Begleitet wurde dieser mit Südtiroler Brot-Spezialitäten und sauer Eingelegtem.

Es folgten Pusterer Kartoffeln mit Alpensaibling und Kren. Bei Gang drei gab es Spargel, Graukäse und Kresse und bei Gang vier wurden Canneloni, Lupinen und Thunfisch serviert. Für die Fischliebhaber gab es Oktopus auf Risotto und Tomate. Spanferkel, Knoblauch und Frühkraut starteten die Fleischfolge.

Dann gab es Brillenschaf mit Melanzanze (Aubergine) und Rind mit Alpencurry und Plent. Gang neun war Algunder Ziegenkäse mit Schüttelbrot und Senf. Als süßen Abschluss wurden Tirtl, ein traditionelles Schmalzgebäck der Südtiroler Küche, mit Apfelspalten im Holundersaft gefärbt und Holundermus gereicht.

Ein einmaliges Menü

Küchen-Patron Unterkircher erklärte jeden Gang und seine Besonderheiten persönlich. Alexandra Erlacher, Sommelière und Markenbotschafterin der Eisacktaler Kellerei, stellte die passenden Weine dazu fachmännisch vor. In der Küche standen neben Peter Trepnau, der sich mit einem Spitzenkoch messen kann, Rabea Bilz, eine kochbegeisterte Autodidaktin, Erwin Schoch, ebenfalls leidenschaftlicher Hobbykoch, Sushi-Koch Bernhard Lang und Gourmetfrau Sabine Teich.

Auch Hans Pilz, ein bayerisches Original von der Waldschänke in Steinsberg, der Südtiroler Spitzenkoch Christian Pixner, die Hobbyköchin Anna Maria Reichel, der Südtiroler Export-Koch Thomas Mühlsteiger, und Klaus Kelle, der Schwiegersohn in spe vom Deglbauerwirt, der eigens aus Dresden anreiste, schwangen die Kochlöffel.

Wirtin Marion Wein leitete den Service und fand Unterstützung in ihren Töchtern Lena und Anna. Für Anna, die immer beim Benefiz-Abend dabei war und Hotelmanagement studiert, ist es jedes Mal wieder etwas ganz Besonderes, im Service dabei zu sein.
Deglbauer-Wirtin Wein unterstützt mit dem zur Verfügung stellen der Gaststube und Küche gerne die Veranstaltung und fand es super, wie die Köche, die sich oft gar nicht kennen, Hand in Hand arbeiten, um ein einmaliges Menü zu zaubern.

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