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Bildung

Hier wachsen Nachwuchsmusiker heran

Musikalische Früherziehung beeinflusst Kinder positiv. Heide Burkhart setzt das Konzept in Hemau mit Freude und viel Lob um.
Von David Santl

Musiklehrerin Heide Burkhart bringt den Kindern spielerisch die verschiedenen Musiknoten bei. Foto: David Santl
Musiklehrerin Heide Burkhart bringt den Kindern spielerisch die verschiedenen Musiknoten bei. Foto: David Santl

Hemau.Heide Burkhart wirkt wie eine liebevolle Oma. Die Musiklehrerin sitzt auf dem Boden in einem Raum der Hemauer Musikschule. Um sie herum sitzen elf Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren auf bunten, kleinen Matten. Gemeinsam singen und klatschen sie und machen auch verschiedene Musikinstrumente nach.

An Burkharts Ohren baumeln kleine Ohrringe in Flötenform. Langsam nimmt sie einen von ihnen ab und bläst hinein. Ein leiser, hoher Ton schallt durch den Raum. „Diese Flöte ist sehr klein, deshalb kommt ein hoher Ton raus“, erklärt sie den Kindern, die ihr gebannt zusehen.

Instrumente kommen später

Weitere Instrumente gibt es im Raum nicht. Das mag auf den ersten Blick verwunderlich wirken, hat aber einen Hintergrund: „Der Kurs hat ja erst begonnen. Zunächst will ich eine musikalische Basis schaffen. Später kommen dann natürlich Rasseln, Trommeln und Xylophone dazu“, erklärt Heide Burkhart.

Auch Bewegung ist bei der musikalischen Früherziehung sehr wichtig: Hier probieren die Kinder ihre „Zaubertücher“ aus. Foto: David Santl
Auch Bewegung ist bei der musikalischen Früherziehung sehr wichtig: Hier probieren die Kinder ihre „Zaubertücher“ aus. Foto: David Santl

Eine Basis schaffen: Das ist das erste Ziel der musikalischen Früherziehung. Noch gibt es nicht richtig oder falsch. „Auch Kinder mit Defiziten sind hier herzlich willkommen“, sagt Burkhart. Gemeinsam klatschen und singen verbindet eben. Doch die Kinder und Heide Burkhart musizieren nicht nur, auch die „Zaubertücher“ haben es ihnen besonders angetan. „Knüllt das Tuch mal in euren Händen zusammen“, fordert Heide Burkhardt die Kinder auf. Dann öffnen sie die Hände langsam. Und schon haben sie eine wunderschöne „Blume.“

Natürlich spielt auch der beginnende Herbst eine Rolle bei den Kleinen. Plötzlich werden aus den Zaubertüchern schicke Drachen, mit denen sie im Raum umherlaufen. Als alle wieder im Kreis sitzen, zeigt ihnen Burkhart einen Trick: „Werft das Tuch mal auf den Boden“, sagt sie. Die Kinder tun es – und hören nichts. „Weil das Tuch sehr leicht ist, fällt es ganz lautlos runter“, erklärt ihnen Burkhart.

Wieder haben die Kinder also eine interessante Entdeckung gemacht. Darauf legt die Lehrerin bei der musikalischen Früherziehung ebenfalls viel Wert. „Wenn Kinder selbst auf etwas kommen, merken sie sich das viel eher, weil sie ein Erfolgserlebnis haben. Sie fühlen sich wichtig“, erklärt Burkhart. Zudem würden Kinder, die bereits früh mit Musik in Kontakt kommen, mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen. Der pädagogische Wert musikalischer Früherziehung ist mittlerweile unbestritten. „Es scheint so, als würden solche Angebote immer mehr wahrgenommen“, freut sich Burkhart.

Musik schon im Mutterleib

In einigen Kindergärten, in denen sie musikalische Früherziehung anbietet, musste sie sogar schon Gruppen aufteilen. „Eine musikalische Basis ist ja bei jedem Kind vorhanden. Schon im Mutterleib hört es die Stimme der Mutter oder Körpergeräusche, wie den Herzschlag“, erklärt sie. Auf dieser Basis solle bei der musikalischen Früherziehung weiter aufgebaut werden. „Mir ist ganz wichtig, dass das mit Freude geschieht. Denn was Kinder mit Freude lernen, bleibt viel besser hängen“, weiß die ausgebildete Musiklehrerin.

Die Musikschule in Hemau

  • Kinderkurse:

    Heide Burkhart ist an der Hemauer Musikschule die neue Lehrkraft für die Kleinen. Sie bietet e auch den Kurs „Mobile“ – Eltern-Kind-Musizieren an.

  • Alter:

    „Mobile“ ist für Kleinkinder ab 18 Monaten geeignet, die musikalische Früherziehung für Kindern zwischen drei und sechs Jahren.

  • Zeiten:

    „Mobile“ findet immer donnerstags von 15 Uhr bis 15.45 Uhr statt, die musikalische Früherziehung von 16 Uhr bis 16.45 Uhr.

  • Vielfalt:

    Die Musikschule Hemau versteht sich als integratives Zentrum für alle, die mit Freude musizieren wollen. Mit qualifizierten Fachpersonal gibt sie Grundlage für eine lebenslange Beschäftigung mit Musik.

  • Instrumente:

    An der Musikschule werden die verschiedensten Instrumente unterrichtet, z.B. Klarinette, Gitarre oder Harfe.

  • Kontakt:

    Die Musikschule ist unter Tel. (09491) 2610 oder info@musikschule-hemau.de erreichbar.

So klappt auch der Einstieg in die manchmal etwas komplizierte Notenlehre viel besser: Heide Burkhart holt einen Notenständer und befestigt dort verschiedene Kärtchen mit Notensymbolen. Die einen Noten heißen „Ti“, die anderen „Ta.“ Zuerst soll die ganze Gruppe gemeinsam die „Ti-Noten“ klopfen, auch Heide Burkhart. Während die Kinder eine Weile klopfen, wechselt sie zu den „Ta-Noten.“ Doch die Kinder lassen sich nicht beirren und klopfen fleißig weiter „Ti-ti-ti.“ Heide Burkhart ist stolz: „Ich schaff es nicht, euch durcheinanderzubringen, ihr seid einfach zu gut für mich“, lobt sie ihre Kinder. Der Musiklehrerin machen die Stunden mit den Kleinen sichtlich Spaß, das ist unübersehbar. „Mir gefällt vor allem, wie spontan und wach die Kinder sind“, schwärmt sie, „ihnen kommen selbst so viele Ideen, die ich in den Unterricht mit einbauen kann.“ Und auch die Kinder sind danach mehr als glücklich: „Teilweise rennen sie auf mich zu, umarmen mich und bedanken sich für die tolle Stunde.“

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