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Hospizverein hilft in der Corona-Krise

Daniela Berger aus Thalmassing und ihr Team haben schon 3600 Masken verteilt. Manchmal ändern sie damit Lebensgeschichten.
Von Gabi Hueber-Lutz

Ein neuer Schwung Masken wurde geliefert: Birgit Philipps (links), Manfred Beer und Katrin Dehner vor dem Johannes-Hospiz. Nicht im Bild: Daniela Berger  Foto: Gabi Hueber-Lutz
Ein neuer Schwung Masken wurde geliefert: Birgit Philipps (links), Manfred Beer und Katrin Dehner vor dem Johannes-Hospiz. Nicht im Bild: Daniela Berger Foto: Gabi Hueber-Lutz

Regensburg.Daniela Berger hat mit Nähen nichts am Hut. Trotzdem sind durch ihre Initiative mittlerweile an die 3600 Schutzmasken kostenlos an über 50 Empfänger verteilt worden. Die Thalmassinger Hospizbegleiterin und Birgit Philipps, Koordinatorin beim Johannes-Hospiz in Pentling, haben dafür ihr ganzes Netzwerk aktiviert. Daniela Bergers Garagentor in Thalmassing wurde zur kontaktfreien Übergabestelle, die Welle begann zu rollen und spülte Geschichten in das Leben der Organisatoren, die überaus berührend sind.

Da ist der Lkw-Fahrer, der plötzlich vor Daniela Bergers Haustür stand: „Bist du die mit den Masken – die kosten so viel!“ Sie versorgte den Mann mit kostenlosen Masken, im Gegenzug fuhr er ist den ganzen Tag mit der Leuchtschrift „Ein Herz für den Hospizverein Regensburg“ in seinem Lkw durch die Gegend. Und er hat Kollegen geschickt. Weil die Straße vor Daniela Bergers Haus aber denkbar ungeeignet für haltende Lkws ist, wurde die Übergabe umorganisiert und auf dem Rastplatz in Pentling hundert Masken an die Kapitäne der Straße verteilt.

Aus der Trauer gelöst

39 Näherinnen aus verschiedenen Gruppen und vier Fahrer sorgen für das Material und die Verteilung. Die Masken helfen mitunter nicht nur denen weiter, die sie bekommen. Da ist die Geschichte der Frau, die sich viele Jahre nicht aus der Trauer um ihren verstorbenen Mann lösen konnte.

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Seine Kleidung hing weiterhin im Schrank und sie kämpfte sieben Jahre darum, sich davon zu trennen. Mit dem Gedanken, den Stoff für einen guten Zweck zu geben, war es ihr endlich möglich. 21 Tüten voll frisch gewaschener und gebügelter Kleidung brachte sie vor Daniela Bergers Garage. Mit der Trennung von den Kleidungsstücken vermochte die Frau es auch, weiter in ihrem Leben aufzuräumen.

Voll Dankbarkeit vertraute sie Daniela Berger an, dass durch den Hospizverein, der ja eigentlich für Sterbende da ist, ihr Leben neu erblüht sei. Mit jedem Nadelstich bauen sich manchmal auch Berührungsängste ab, die beim Thema Hospiz anzutreffen sind. Genauso war es bei einer der Näherinnen, deren Mann an einer schweren chronischen Krankheit leidet. Die Frau brachte immer wieder fertige Masken und kam in Kontakt mit Hospizhelfern. Nach und nach zeigte sich, wie groß ihre Angst vor der fortschreitenden Krankheit ihres Mannes ist.

„Meine Frau lacht wieder“

Daniela Berger erzählte ihr von der Hospizarbeit und dass der Verein auch chronisch kranke Menschen begleitet. Für die ehrenamtliche Näherin bedeutete das Gespräch über ihre Situation einen Dammbruch. Vom Ehemann der Näherin bekam Daniela Berger daraufhin eine Nachricht geschickt: „Hey Maskenfrau, meine Frau lacht wieder, was hast du getan?“

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Bis zu hundert Kontakte hat Daniela Berger täglich zum Thema Masken. Nur letzten Sonntag herrschte plötzlich Ruhe. Es ist ein sensibles Netzwerk, in dem sie sich bewegt, ein Netzwerk, das sich am Muttertag ausklinkte, denn da gehörte die vierfache Mutter ausschließlich ihrer Familie.

Empfänger

  • Institutionen:

    Altenheime, Kindergärten, Abschlussklassen;

  • Firmen:

    Friseure, Müllmänner, Lastwagenfahrer, Floristen, Personal in einer Bäckerei, einer Metzgerei, verschiedener Tankstellen, eines Paketlieferdienstes, einer Krankenkasse, Mitarbeiter einer Hundeschule und eines Pferdestalls;

  • Angehörige:

    Familien Sterbender, Trauergäste bei Beerdigungen.

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