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Porträt

Ihre Hits sind bayerisch-böhmisch

Die „Züchmühler Musikanten“ aus Bernhardswald feiern ihren zehnten Geburtstag.Sie haben schnell große Erfolge gehabt, sind aber bogenständig geblieben.
Von Ralf Strasser, MZ

Die „Züchmühler Musikanten“ sind auch gern gesehene Gäste im Hofbräuhaus. Foto: Strasser

BERNHARDSWALD. Schuld sind die Frauen. Natürlich. Wie kann es auch anders sein. Hans Reinstein lächelt und erklärt: „Vor zehn Jahren haben mich die Damen der Gymnastikgruppe Bernhardswald gefragt, ob ich nicht für die Gestaltung ihrer Weihnachtsfeier eine Musikgruppe wüsste.“ Bayerische Musik sollte es sein, traditionell, bodenständig und angemessen.

Kein Problem, machen wir selber, sagte sich Reinstein, stimmte sein Akkordeon und trommelte kurzerhand noch die drei Bläser Reinhard Kerscher (Tenorhorn), Norbert Hirschberger (Trompete) und Helmut Brunner (Tuba) zusammen. Ein paar Tage später tönte „Leise rieselt der Schnee“ als Blechmusik durch den Saal der Gaststätte Lingauer. Es war der Start zu einer kleinen Bilderbuchkarriere. Seitdem gehen urbayerische Gemütlichkeit mit traditioneller Wirtshausmusik eine wunderbare Symbiose ein.

Sie haben jede Menge Spaß

Chef des Quartetts, das seit 2008 mit Andreas Baumer spielt (er wechselte die Trompete mit Norbert Hirschberger), ist Hans Reinstein. Bei der Anrede Chef verzieht er lächelnd sein Gesicht, „Den ‚Chef’ habe ich aus meinem Repertoire verbannt. Wir sind eine demokratische Truppe und haben einfach nur jede Menge Spaß.“

Reinstein ist einer, der die Musik schon mit der Muttermilch bekommen hat. Vollblutmusiker nennt man das wohl. Das trifft auch auf seine musikalischen Mitstreiter zu. Seit 25 Jahren stehen sie auf den Bühnen, unterhalten und musizieren. Die Mini-Blaskapelle, wie sie Reinhard Kerscher liebevoll nennt, spielt unter dem Namen „Züchmühler“. Oft ein kleiner Zungenbrecher und falsch geschrieben, „aber unser Hans wohnt dort in dem Weiler“, sagt Kerscher, also warum nicht ‚Züchmühler’.“

So wie das ländliche Zuhause von Hans Reinstein ist auch ihre Musik. Die Richtung geht zur Oberpfälzer Volksmusik, mit dem Hintergrund altes Liedgut zu erhalten und weiterzugeben. „Außerdem bestimmt ein großer Teil unseres Programms die traditionelle bayrisch-böhmische Blasmusik, mittlerweile ergänzt mit eigenen Kompositionen, die auch die gute alte Wirtshausmusik mit einschließt.“

Dabei schwingt immer auch ein Zitat mit, das der amerikanische Violinist Isaac Stern einst seinen Zeitgenossen mit auf den Weg gegeben hat: „Das größte Verbrechen eines Musikers ist es, nur Noten zu spielen, statt Musik zu machen.“ Die Züchmühler haben also die richtige Einstellung und sind breitgefächert aufgestellt in ihrem Angebot.

Das ist auch notwendig, angesichts eines Auftrittspektrums, das man ohne zu zögern in ein XXL-Format legen kann. Waren es anfangs Auftritte bei einer Sitzweil, einem Geburtstag oder Weihnachtsfeier, kamen schon bald Anfragen aus dem Hofbräuhaus in München, von Veranstaltern in anderen Bundesländern oder auf Landkreisebene, wie beispielsweise „Mei liabste Weis“ im Rahmen der Regensburger Regionaltage, einem Volksmusikwunschkonzert, das die Züchmühler selbst organisierten.

Am 6. April steigt das große Fest

Dazu kamen der Kathreintanz auf der Mauth, Wohltätigkeitsveranstaltungen bei der Lebenshilfe. Sie waren als bayerische Kapelle auf der MS Weltenburg auf der blauen Donau unterwegs, traten auf beim Stadtfest im tschechischen Susice oder als musikalischer Hauptakt in der VIP-Lounge des FC Bayern beim Spiel gegen den VfL Wolfsburg. „So schön es war an diesen Orten zu spielen, am schönsten ist es immer noch daheim bei den Dorffesten, den Dorfkirtas, beim Kneitinger in Regensburg oder den verschiedenen Musikantentreffen“, betont Reinstein.

Deshalb will man das Zehnjährige auch in der Heimat feiern. Am 6. April laden die Züchmühler zu einem musikalischen Jubiläumsabend unter dem Motto „Musik von uns für Euch“ in die Gaststätte Lingauer in Bernhardswald ein. „Der Eintritt ist natürlich frei“, sagt Hans Reinstein, der aber auch den sozialen Charakter der Veranstaltung betont. „Wir wollen an die denken, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Deshalb bitten wir um Spenden zugunsten des Fördervereins „Mütter in Not in Regensburg.“ Beginn des Konzertabends mit den „Züchmühlern“ ist um 20 Uhr.

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