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Sonntag, 23. September 2018 24° 7

In der Pfatterer Bücherei herrscht großen Andrang

„Ich gehe an den Regalen in der Bibliothek vorbei. Die Bücher kehren mir den Rücken zu. Nicht wie Menschen, um mich abzuweisen, sondern einladend, um sich vorzustellen.“ Dieses Zitat von Simen Skjønsberg beschreibt einen Bücherwurm, wie es ihn auch in Pfatters kleiner Bibliothek gibt.

Suchend streift Tanja die Regale entlang, liest die Buchrücken. Schließlich zieht sie eines der Bücher hervor: Die fünf Freunde, von Enid Blyton. Sie liest den Klappentext und steckt es in ihre schon volle Tasche. Ihre Schwester Nina lässt sich derweil von der Bibliothekarin Irmgard Losert die neuen Kinderbücher zeigen. „Oh Mama, schau mal! Hier ist Pipi Langstrumpf!“, ruft sie entzückt. Die patente Bibliothekarin zögert mittlerweile nicht mehr, wenn sie auf der Suche nach einem Buch ist. Zielstrebig deutet sie auf die Regale mit den nach Klassen geordneten Kinderbüchern, den Sachbücher und Lexikas, den nach Autoren geordneten Büchern für die Erwachsenen oder den Comic-Heften. Außer den etwa viertausend Büchern befinden sich auch CDs und circa fünfzig DVDs in der Bücherei. Kein Wunder, dass immer großer Andrang herrscht.

Wie schon Schulleiter Josef Fisch, legt auch der neue Schulleiter Theo Schwimmbeck großen Wert darauf, dass die Kinder mehr lesen. Daher steht in jeder Klasse der Pfatterer Grundschulkinder eine Stunde „Bibliothek“ auf dem Stundenplan. Oft holen sich die Kinder dabei Bücher, die den Unterricht ergänzen.

Bereits seit etwa dreißig Jahren gibt es diese Bücherei in einem der Räume der Pfatterer Schule. „Zuvor hats a scho eine gebn: In da alten Schule, wo heit des Rathaus is, ham se d `Leit scho ihre Bücher ausleihn könna“, erinnert sich Irmgard Losert. Beinahe von Anfang an verwaltete sie hier schon die Bibliothek und hat noch immer Freude dran: „G’lesen hab i scho immer gern, und da lag’s nahe, dass i nebenher als Bibliothekarin ang"fangt hab. Und die Arbeit macht mir immer no vui Spaß“, erzählt sie begeistert.

„Mei, etz hab i die restlichen Bücher dahoam lieg"n lassen“, ruft eine junge Kundin aufgeregt. „Des macht doch nix“, meint Irmgard Losert, „Schaun`s her, dann verlänger mas einfach um a Wocha“. Streng muss die Bibliothekarin trotzdem sein: „Manchmal muass i den Leit scho nacherenna, dass i die Bücher wieder z’ruck kriag. Aber meistens is des koa großes Problem. I kenn ja fast alle Leit.“.

Besonders freuen sie die Besucher zur Zeit auf den Neuzuwachs im kommenden Jahr. Mit dem Zuschuss wird Irmgard Losert auch heuer wieder neue Bücher auswählen. Auch die Lehrer dürfen ein Wort mitreden.

„So, die möchst du dir alle ausleihen?“, fragt die Bibliothekarin. Zielsicher holt sie die Karte mit der richtigen Nummer aus ihrem nunmehr großen Karteikasten. „Viel Spaß beim Lesen!“, ruft sie der jungen Leserin noch hinterher.

Dass das Fernsehen und der Computer die Bücher verdrängen, glaubt sie nicht. „Bücher gibt es schon einige tausend Jahre. Und es wird sie auch in Zukunft geben, einfach weil sie keinen Strom brauchen, nicht kaputt gehen, wenig kosten, einfach zu bedienen sind - und ohne Hilfsmittel perfekt funktionieren.“ In diesem Falle kann man nur sagen: Es lebe das Buch!

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