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Feuerwehr

Jugend übt 24 Stunden den Einsatz

14 Nachwuchskräfte der Alteglofsheimer Wehr mussten fachkundig Hilfeleistungen meistern. Die Jugendwarte hatten realistische Szenarien vorbereitet.
Von Stefanie Lichtenegger, MZ

  • Bei einem Gefahrgutunfall musste eine kontaminierte Person aus dem Gefahrenbereich gerettet werden. Foto: FF/Nußer
  • Eine verletze Person musste aus einem Haus gerettet werden. Foto: Lichtenegger

Alteglofsheim.Bereits seit dem Jahr 1972 wird die Jugendarbeit in der Feuerwehr Alteglofsheim sehr groß geschrieben. Hierbei geht es nicht nur um die fachliche-feuerwehrtechnische Ausbildung. Die FF Alteglofsheim hält für die Jugend viel mehr bereit: von gemeinsamen Bootsfahrten, über Skifahrten bis hin zu der Teilnahme am Faschingszug.

Als besonderer Höhepunkt eines jeden Jahres wird der Jugendberufsfeuerwehrtag gesehen. Heuer standen 14 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren 24 Stunden für den Feuerwehrdienst zur Verfügung. Die nachgestellten Einsatzszenarien, die von den Jugendwarten in Zusammenarbeit erstellt wurden, gingen bei der Einsatz-Zentrale im Kommandantenzimmer des Feuerwehrgerätehauses ein. Von dort aus wurden die Mitglieder der Jugendfeuerwehr zu insgesamt neun Einsätzen gerufen.

Auch die „Neuen“ wirken mit

Positiv ist zu bemerken, dass auch die „neuen“ Jugendlichen, die im September diesen Jahres beigetreten sind, aktiv in der Aktion integriert sind. Sie fahren nicht an Einsätzen mit, fungieren aber in den Übungseinsätzen als Verletzte oder setzen zum Beispiel die Notrufe ab.

Gleich nach dem gemeinsamen Frühstück sprach Bürgermeister Herbert Heidingsfelder Begrüßungs- und Dankesworte. Zunächst bedankte er sich für die Organisation und Durchführung des Aktionstags bei den drei Jugendwarten Christoph Schmidbauer, Andreas Vogl und Fabian Nußer. Herbert Heidingsfelder sieht natürlich die Arbeit, die hinter der Organisation eines solchen Tages steht. Aber gerade der Zusammenhalt in der Gruppe und die gemeinsame Aktion an sich sollen im Mittelpunkt stehen. Er erinnerte die Jugendlichen der Feuerwehr daran, „wach zu bleiben“, in dem Sinne, dass man darauf achten solle, dass es keine größeren oder kleineren Verletzungen während der Einsätze gibt.

Bevor es mit dem ersten Einsatz losgehen konnte, erklärte Kommandant Armin Berr Verhaltensregeln, falls es zu einem realen Einsatz kommen sollte. Für die Feuerwehr ist es wichtig, dass es genau durchplant ist, wenn sie während der 24 Stunden zu einem richtigen Einsatz gerufen werden.

Eine verletzte Person retten

Um 10 Uhr war es dann für die Jugendlichen so weit: Es ging ein Notruf in der Zentrale ein. Die drei Fahrzeuge LF 16/12, der Mannschaftsbus und der Versorgungs-Lkw wurden besetzt, um am Dorfplatz beim Angerer-Haus zu helfen. Eine Person schrie im zweiten Stock des Hauses um Hilfe und war verletzt. Die Jugendlichen der Feuerwehr mussten technische Hilfe leisten und sich Zugang zu der Wohnung verschaffen.

Der zweite kleinere Einsatz lautete: „Ölfilm auf Gewässer“. Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Feuerwehrgerätehaus, welches die Jugendlichen selbst zubereitet hatten, wurden sie zu einem Brand zum Anwesen Allkofer in die Thalmassinger Straße gerufen. Herausforderung war es, in einem rauchenden Dachstuhl vier Personen zu finden und in Sicherheit zu bringen. Zusätzlich musste eine Wasserversorgung für die weiteren Löscharbeiten aufgebaut werden.

Einen weiteren interessanten Einsatz gab es noch gegen Abend: Die Jugendlichen der Wehr wurden zu einem Gefahrgut-Unfall gerufen. Hier mussten mit leichten Chemie-Schutzanzügen Personen dekontaminiert und Gefahrgutstoffe klassifiziert und unter Dauerkühlung geborgen werden. Kurz nach 22 Uhr wurde die Jugendmannschaft zu einem Verkehrsunfall beim Wertstoffhof Alteglofsheim alarmiert. Nach kurzer Erkundung der Einsatzstelle stand fest, dass der Fahrer eingeklemmt war. Zur schnellstmöglichen Rettung musste das Auto mit Schere und Spreizer geöffnet werden. Neben den thematisch abwechslungsreichen Einsätzen wurden die Jugendlichen mit dem Gebrauch eines Feuerlöschers vertraut gemacht.

Den Zusammenhalt gestärkt

Auch das vollständige Absetzen eines Notrufs und die richtige Entgegennahme eines solchen gehört zum Wissen der Feuerwehrkräfte. Zusätzlich gab es für alle den sogenannten „Mannschaftssport“. Weiterhin wurden Wartungsarbeiten an den Geräten der Feuerwehr durchgeführt. Die Teilnehmer freuten sich über einen geselligen Abend mit Spiel und Spaß im Feuerwehrhaus, natürlich ohne Alkohol. Den Ablauf des ganzen BF-Tags bewerteten die Führungskräfte als gelungen. Jeder konnte von jedem sehr viel dazu lernen, und der Zusammenhalt in der jungen Feuerwehrgruppe wurde gestärkt. Fabian Nußer zog Bilanz und erwähnte dass sich die drei Wochen Vorbereitungszeit für 24 Stunden Jugendfeuerwehr gelohnt haben.

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