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Kultur

Kabarett mit Körpereinsatz

Franziska Wanninger präsentierte in Pfatter ihr neues Programm. Sie war danach von ihrem Publikum ebenso begeistert wie die Zuschauer von ihr.

Franziska Wanninger legte einen überzeugenden Auftritt hin. Foto: lto

PFATTER. Ihr Talent hatte sich herumgesprochen. Das Schild „Ausverkauft“ vor der Kulturkneipe „Pfatta Morgana“ wies bereits auf ein rappelvolles Haus für das erste Soloprogramm„Just & Margit“ der Nachwuchskabarettistin Franziska Wanninger hin.

Mit ihrer zweifellos komödiantischen Begabung und schauspielerischem Können deckte sie die Hinterfotzigkeiten, bürgerlichen Protzereien und Rituale des Landlebens auf. Als Anschauungsmittel diente ihr dazu eine „typische“ Hochzeits-Posse aus der bayerischen Provinz.

So zeigte und schilderte die Künstlerin ihre Bemühungen für ein gutes Aussehen mittels eines figurformenden „Würstlkleides“ und hatte das Publikum damit bereits nach fünf Minuten auf ihrer Seite. Mit – im wahrsten Sinn des Wortes – „vollem Körpereinsatz“ spiegelte die 29-Jährige anschließend tiefbayerische Skurrilitäten wider und sprang rasant durch verschiedenste Dialekte.

So zeigte sie sich verwundert über die komischen Vornamen vieler Brautpaare. „Just und Margit“ könne man auf den Nummernschildern von Hochzeitsautos“ lesen, meinte sie kopfschüttelnd. Ärgerlich blickte sie auf die Trennung von ihrem langjährigen Freund Thomas zurück, der letztendlich ihre Freundin heiratete und vor einem begeistert mitgehenden Publikum deren Hochzeitstag in allen Facetten beleuchtete. So waren die Hektar des Bräutigams der ausschlaggebende Faktor für die Hochzeit. „Wenn man auf einer langen und faden Hochzeitsfeier glaubt, es kann nicht mehr schlimmer kommen, dann triffst du einen Österreicher“, bemerkte sie frustriert. In Gstanzlform sang Wanninger dem „glücklichen“ Brautpaar ein Lied und schlüpfte dabei in zwei konträre Rollen. Beim Brautstehlen betrank sie sich in ihrer Figur als „Single-Hochzeitsgast“ nur, um sich ihren Platznachbarn schön zu saufen. In kabarettistischer Perfektion mimte sie die Rollen der zickigen Freundinnen der Braut oder die der schwäbischen Brautmutter.

Die Senkrechtstarterin des letzten Jahres zeigte sich nach ihrem Programm ebenso vom Publikum begeistert, wie auch umgekehrt. „Ich bin hier in Pfatter so herzlich und warm aufgenommen worden und die Zuhörer waren heute Abend einfach phänomenal“, lobte sie ihre Gäste. Die begeisterten Zuhörer waren ebenfalls einhellig der Meinung, dass der 1.Platz des Thurn- und Taxis Kabarettpreises 2012 nur der Anfang einer großen Karriere der Preisträgerin Franziska Wanninger sein wird.

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