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Verkehr

Kallmünz kämpft gegen Elterntaxis

In Kallmünz gibt es eine „Hop on/Hop off“-Zone. Die Aktion soll die Probleme mit Elterntaxis minimieren.
Von Stephan Neu

Ulrich Brey (rechts) und Matthias Penkala sind überzeugt, dass dieser Parkbereich gut angenommen wird.  Foto: Stephan Neu
Ulrich Brey (rechts) und Matthias Penkala sind überzeugt, dass dieser Parkbereich gut angenommen wird. Foto: Stephan Neu

Kallmünz.Sie parken im Halteverbot, auf Gehwegen oder Zebrastreifen, um ihre Kinder bis vors Schultor zu bringen oder abzuholen. Gut gemeint, aber gefährlich. Denn damit verursachen die Eltern unnötige Gefahren gerade bei stark befahrenen Straßen, und werden somit zu einem immer größeren Problem für die Schulkinder. Dieses Problem wurde vom Automobilclub Europa ACE erkannt und mit einer bundesweiten Aktion die Initiative „Goodbye Elterntaxi“ mit vielen Aktionen an den Schulen gestartet. Nach einer alarmierenden Schulwegbilanz stellte er den elterlichen Bringservice ins Fadenkreuz.

Klar ist: die Ängste der Eltern sind unbegründet. Nicht die Straßen sind gefährlich, sondern die Verhaltensweisen der Eltern. Beim örtlichen Schulverband wurden diese Probleme auch schon lange bemerkt. Gewagte Wendemanöver, Stehen im Halteverbot und zugeparkte Gehsteige – der Schulweg wird für Kinder in Kallmünz zum Hindernislauf. Dass immer mehr Sprösslinge zur Schule gefahren werden, immer weniger Kinder zu Fuß gehen, birgt viele Unfallrisiken. Kurios – Eltern sehen Handlungsbedarf, sitzen aber dann selber am Steuer.

Problem hoffentlich gelöst

Der Schulverbandsvorsitzende reagierte, indem er in Kooperation mit dem Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit (ZV KVS) Oberpfalz eine sogenannte „Hop on/Hop off“-Zone einrichtete. Das Problem sollte jetzt gelöst sein, hoffen die Initiatoren – der ZV KVS und der Markt richteten gemeinsam eine Elternhaltestelle ein.

Gegründet wurde der ZV KVS 2014 von elf Mitgliedern als „klassischer“ Überwacher des ruhenden und fließenden Verkehrs. Inzwischen sind knapp 80 Städte und Gemeinden angeschlossen. Ziel ist es, den Kommunen insbesondere im ländlichen Raum als Dienstleister rund um die Themen Mobilität, Digitalisierung und Sicherheit zur Seite zu stehen.

Auf dem Schulweg

  • Unfälle:

    Der Anteil verunglückter Schulkinder beträgt 37,5 Prozent als Mitfahrer im PKW, 33,7 Prozent als Fahrradfahrer, 22,3 Prozent als Fußgänger.

In der Schulstraße können die Eltern nun ihre Kinder an einer ausgeschilderten Parkfläche gegenüber der Schulturnhalle in der Kindergartenstraße entspannt ein- und aussteigen lassen. Beim Ortstermin mit dem Automobilclub-Regionalbeauftragten Matthias Penkala und dem Kreisvorsitzenden des Kreises Regensburg, Stephan Neu, lobten beide die baulichen Maßnahmen.

„Gerade für den ACE ist die Verkehrssicherheit an Schulen ein fordernder Brennpunkt“, merkte Stephan Neu an. „Bereits im Zuge der ACE-Initiative „Schulweg-Doktor“ im Jahre 2010 wurde das Elterntaxi als ernstzunehmendes Risiko identifiziert“, ergänzte Penkala.

„Wir haben die perfekte Elternhaltestelle im direkten Umfeld des Schulgebäudes gefunden. Durch den kurzen Fußweg geht es dann für die Schüler gefahrlos in den Unterricht“, erklärte Bürgermeister Ulrich Brey. „Ich hoffe, dass die Eltern diese Neuerung gut annehmen und somit ein rücksichtsvolleres Miteinander auf den Straßen fördern.“ Erste Beobachtungen hätten ergeben, dass der Parkbereich gut angenommen werde.

Schulweg

Polizeistreifen achten auf Eltern-Taxis

Mütter, die ihre Kinder direkt vor die Regensburger Schule fahren, gefährden andere. Deshalb kontrollieren die Beamten.

Kinder lernen beim Gehen

Die kommissarische Geschäftsführerin des ZV KVS, Sandra Schmidt, ergänzte: „Elternhaltestellen tragen nicht nur zur Verkehrssicherheit bei. Ein zu Fuß zurückgelegter Schulweg ist für Kinder eine wichtige Erfahrung, um die aktive Teilnahme am Verkehrsleben zu verinnerlichen. Außerdem steigern ein paar Schritte an der frischen Luft erfahrungsgemäß die Konzentrationsfähigkeit.“

Bei einem Ortstermin mit der Schulleitung und den Schulkindern zeigte Schmidt den Kindern schon mal, wie sich die Eltern verhalten sollen. Bei dieser Gelegenheit überreichte sie an die Schüler der Grund- und Mittelschule gelbe Warnwesten, damit die Kinder, wenn sie nun öfter zu Fuß unterwegs sind, gut gesehen werden.

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