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Kallmünzerinnen nähen Mundschutz

Die Frauen produzieren Masken für die Pfleger des Altenheims. Mittlerweile wurden schon mehr als 50 Stück angefertigt.
Von Angelika Lukesch

Die Mundschutz-Näh-Aktion ist sehr erfolgreich. (von links Jasmin Ott, Birgit Haala, Nancy Seebauer).  Foto: Sandra Schwannberger
Die Mundschutz-Näh-Aktion ist sehr erfolgreich. (von links Jasmin Ott, Birgit Haala, Nancy Seebauer). Foto: Sandra Schwannberger

Kallmünz.In Kallmünz weiß man, was Zusammenhalt bedeutet. Innerhalb kürzester Zeit nähten Freiwillige nach einem Aufruf auf der Facebookseite der Freiwilligen Feuerwehr Kallmünz mehr als 100 Mundschutz-Masken für das Pflegepersonal des Altenheims.

Die FFW Kallmünz ist in der Nachbarschaft des Altenheims stationiert. „Man kennt sich, man schätzt sich, man hilft sich!“, sagt Harry Landauer, Leiter Verbandspolitik und Kommunikation der Caritas, anerkennend.

Doch von vorne. Im Altenheim in Kallmünz leben derzeit rund 70 Personen. 60 Mitarbeiter (Pflegekräfte sowie Mitarbeiter im Bereich Hauswirtschaft), die in der jetzigen Situation einen Mundschutz tragen müssen, arbeiten hier.

Begrenzter Vorrat

„Der Vorrat an Mundschutz ist begrenzt, da Situationen wie die jetzige so nicht vorhersehbar waren. Natürlich gelten in Alten-und Pflegeheimen strenge Hygienevorschriften, die in besonderen Situationen noch einmal verschärft sind. Die Situation jetzt ist nicht zuletzt deshalb belastend, weil der Verbrauch im Moment besonders hoch ist und gleichzeitig der Nachschub an Schutzmaterial – um es mal vorsichtig zu sagen – ins Stocken geraten ist“, erklärt Landauer die Lage.

Rund um die Aktion

  • Mittel:

    Diese Maske ist ein Ersatzhilfsmittel zur Minderung der Ansteckungsgefahr.

  • Material:

    Kochfester Baumwollstoff, der dicht gewebt und leicht sein sollte (Herrenhemden oder Bettwäsche), Gummilitze.

  • Werkzeug:

    Haushaltsnähmaschine, Schere, Stecknadeln, Bügeleisen

  • Anleitung:

    auf der Facebook Seite der Feuerwehr Kallmünz

Da die Pflegekräfte sehr nahe am Bewohner arbeiten, ist das Tragen eines Mundschutzes während der Coronakrise von größter Wichtigkeit.

„Unser Pflegepersonal versorgt rund um die Uhr unsere älteren Menschen und kümmert sich um ihre Bedürfnisse. Dies ist mit 1,50 Meter Abstand nicht möglich“, sagt Erika Ferstl, die Leiterin des Altenheimes.

Unterstützung

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Nach Alternativen gesucht

Als die Mundschutzmasken immer knapper wurden, hatte Pflegedienstleiterin Jasmin Ott eine zündende Idee. Zusammen mit den Stationsleiterinnen Nancy Seebauer und Birgit Haala suchte Ott nach Alternativen für die notwendigen Mund-Nasen-Schutzmasken. „Dabei sind wir in den sozialen Medien auf selbstgenähte Mund-Nasen-Schutz-Masken gestoßen. Nach Recherchen über die Sicherheit und Zweckmäßigkeit der selbstgenähten Masken haben wir jeweils Vor-und Nachteile abgewogen und uns für diese Alternative entschieden“, erzählt Jasmin Ott. Sie stellte die genaue Anleitung, wie eine solche selbstgenähte Mundschutzmaske angefertigt werden muss, mit einem Aufruf auf die Facebook-Seite der Freiwilligen Feuerwehr Kallmünz, in dem auf das Problem des mangelnden Mundschutzes im Altenheim hingewiesen und gebeten wurde, mitzuhelfen und Mundschutzmasken selbst herzustellen.

Der Aufruf erfuhr eine gewaltige Resonanz. Bereits nach wenigen Tagen waren 100 selbstgenähte Mundschutzmasken von freiwilligen Näherinnen „geliefert“ worden.

Eine riesige Erleichterung

Für das Pflege-und Hauswirtschaftspersonal des Altenheims ist dies eine riesengroße Erleichterung. „Wir waren überwältigt, was wir für eine Welle der Solidarität erfahren haben. Eine solche Erfahrung in einer Zeit, in der nur schlechte Nachrichten dominieren, gab uns eine wahnsinnige Freude.“

Das Gefühl, nicht allein zu sein, ist unbeschreiblich und für uns und unsere Mitarbeiter motivierend, diese Krise durchzustehen“, sagt Jasmin Ott, die sich „bei allen freiwilligen Näherinnen für das überaus große Engagement und die Hilfsbereitschaft“ bedankt. Der Überschuss an Masken werde weitergegeben. Erika Ferstl ist ebenfalls begeistert: „Viele Frauen sind dem Aufruf gefolgt und haben Mundschutzmasken geliefert. Das finden wir toll und es freut uns sehr, dass die alten Menschen im Heim und die, die sie versorgen, nicht vergessen werden.“

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