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Samstag, 21. Juli 2018 28° 8

Rgensburg

Kapitän sang vom knallrotem Gummiboot

Beim Wörther Gaudiwurm standen die Themen „Wasser“ und Polderbau im Mittelpunkt. Aber auch der Pfarrhofumbau wurde aufs Korn genommen.
Von Walter Schiessl, MZ

  • Der Zauberer bekam viel Beifall.
  • Eine besondere Schönheit

Wörth.Die Wörther Narren legten sich gestern bei ihrem 14. Gaudiwurm wieder mächtig ins Zeug. Das ausgelassene Volk bewegte sich durch die Straßen der Stadt und wurde von mehreren Tausend Zuschauern, die sich teils originell verkleidet hatten, gebührend beklatscht. Mit dem Schlachtruf „Aja Aja, bussi bussi“ empfing „Narradonen“-Präsident Heinz Maier vom Rathaus-Balkon aus die Truppen, die aus 30 Vereinen im Landkreis zusammengekommen waren. „De meisten san aber schon aus Wörth“, freute sich Maier riesig.

Die Motive der Wägen waren streng geheim gehalten worden. Selbst der frühere Zeremonien- und jetzige Bürgermeister Anton Rothfischer, der dem Umzug in langer Vorarbeit koordinierte, wusste keines der Themen, die die Narren aufs Korn nahmen. „Unglaublich, wie einfallsreich unsere Faschingsfans waren“, sagte er, nachdem er sich am Sammelplatz an der Donaustraße einen ersten Eindruck verschafft hatte.

Aber auch die Überraschung des Publikums war groß, dann fast alle Wägen beschäftigten sich mit dem Thema Flutpolder. „Wenn der Polder kommt, wird Kiefenholz zu Venedig“, war denn auch häufig an den Gefährten angeschrieben. Die Ausweisung der Polderflächen wurde von den meisten der Zugteilnehmer persifliert. Den Anfang machte die Stadtkapelle, die überwiegend Lieder mit „Wasser“ intonierte. „Er hat ein knallrotes Gummiboot“ war denn auch öfter zu hören. Und Thomas Nowotny trug vorausgehend ein solches über seine Schultern und schmetterte die Melodie aus Leibenskräften, wofür er immer wieder großen Beifall der „Narren“ bekam. Bei der Oberachdorfer FFW konnte man schon Tauchkurse vorbestellen und die Familie Baumgartner mischte dem Zug als musikalische Schlümpfe mit zahlreichen Mitgliedern auf. Die SpVgg hatte sich mächtig ins Zeug gelegt und schipperte auf einem großen Regatta-Boot durch die Stadt, ehe dann die Saturnalia aus Neutraubling und die Faschingsfreunde aus Friesheim sehenswerte Kostproben ihres akrobatischen Könnens gaben.

Zwischendrin gaben sich fürchterliche Hexen und magische Gestalten aus dem ganzen Landkreis ein Stelldichein. Wieder einmal präsentierte sich der TSV in besonders launigen „Kostümen“, die Fuß-Truppe hatte ihre schönen Luxus-Körper in einheitliche Kartons gesteckt und bewegte sich im Rhythmus der Musikklänge durch die Straßen und hinterdrein verteilten die Kicker der beiden Mannschaften Süßes und Getränke.

Die KLJB nahm den Pfarrhofumbau ins Visier und zog auch noch den Bischof Tebartz van Elst in einer goldenen Badewanne einher. „Und ist der Pfarrhof noch so klein, Tebartz steckt viel Geld hinein“, wurde dem Volk kundgetan. Der OGV bewies ebenfalls Einfallsreichtum und hatte auf einem Ladewagen einen schönen Gemüsegarten aufgebaut, denn die Mitglieder in gärtnerischen Gewändern säumten. „Natürlich ham auch kräftig verteilt“, lachte Vorsitzender Siegfried Stadler, nachdem die Körbchen seiner Mitglieder schon nach kurzer Zeit leer waren.

Bürgermeister Anton Rothfischer war diesmal mit Pfarrer Johannes Baier auf dem Prunkwagen der „Narradonia“, wo die Elferräte und der lautstark immer wieder „Aja aja, bussi busssi“ rufende rufende Prinz Markus Eisenhut samt seiner Prinzessin Jasmin Bamberg dem Volk zujubelten. Allesamt schmissen Bonbons händeweise in Richtung Köpfe der Zuschauer.

Das Publikum ließ es sich nicht nehmen, den Zug, der sich über die Straubinger Straße, den Rosenhof, die Bayerwaldstraße und die Taxisstraße zum zweiten Mal in die Stadtmitte bewegte, wieder zu beklatschen. „Das ist wirklich eine tolle Sache, dass die Wörther beim Fasching so etwas tolles auf die Beine stellen“, schwärmte eine Brennberger Familie, die sich das alle zwei Jahre stattfindende Spektakel gestern nicht entgehen ließ.

Der Zug endete beim Rosenhof, wo schmissige Musik aufspielte. Hunderte von Narren tanzten und schunkelten dort und die bildhübschen Gardemäd chen gaben noch einmal Kostproben ihrer Tänze und Märsche, die sie schon seit dem Sommer geübt hatten und die jetzt nur noch am Rosenmontag und am Faschingsdienstag zu sehen sein werden.

„Schad is, dass der Fasching schon langsam zu Ende geht“, meinte die Faschingsprinzessin und ihr Prinz blickte ebenfalls etwas nachdenklich drein. „Aber die letzten zwei Tage soll es nochmals kräftig rund gehen“, sagten die beiden unisono. Auf alle Fälle sei der Faschingszug top gewesen, für Mitwirkende und die Zuschauer.

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