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Kommentar

Kleine Höfe sind im Nachteil

Ein Kommentar von Katharina Kellner

Wut und Frust sitzen tief bei den Landwirten – und das ist verständlich. Sie sehen sich an den Pranger gestellt für Versäumnisse beim Klima- und Artenschutz. Doch das haben andere zu verantworten: In Berlin und Brüssel wurde – in Einigkeit mit der Agrarindustrie – viel zu lange eine Politik betrieben, die negativ ist für Landwirte, Natur und Tiere. Zum Beispiel in Sachen Nitrat: Die EU-Richtlinie, die sauberes Trinkwasser garantieren soll, wurde in Deutschland jahrzehntelang verschleppt. Gleichzeitig genehmigten Behörden ständig neue Mastanlagen. Nun muss es schnell gehen. Für die Landwirte heißt das: weniger düngen, weniger Spritzmittel, viel mehr Bürokratie. Viele befürchten, dass ihre Gewinnspanne weiter schrumpft. Tatsächlich können die Landwirte nur geringen Wert aus ihrer Arbeit schöpfen. Vor allem die kleinen und mittelständischen Bauern, wie es sie in Bayern gibt, sind im Nachteil. Die Politik richtet ihr Handeln an den flächenstarken Agrarfabriken aus: Diese profitieren stärker von den EU-Flächen-Subventionen. Sie können auch die ihnen vom Handel diktierten Bedingungen besser parieren als Kleinbetriebe.

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