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Vereine

KRK feierte 100. Jubiläum

Am Sonntag stand Thumhausen im Zeichen eines runden Geburtstags der Krieger- und Reservistenkameradschaft.
von Paul Neuhoff

Feierlicher Kirchenzug: Vorstandschaft und Mitglieder der Krieger- und Reservistenkameradschaft zusammen mit Pfarrer Lesinksi Foto: Marianne Humer
Feierlicher Kirchenzug: Vorstandschaft und Mitglieder der Krieger- und Reservistenkameradschaft zusammen mit Pfarrer Lesinksi Foto: Marianne Humer

Nittendorf.Der Krieger- und Reservistenverein Thumhausen und Umgebung wurde vor 100 Jahren gegründet. Die Aktiven feierten mit der Bevölkerung, den Ortsvereinen und dem Patenverein aus Eilsbrunn das denkwürdige Ereignis mit einem Dorffest, das Festleiter und zweiter Vorsitzender Johann Doblinger aus Viergstetten mit vielen Helfern organisiert hatte.

Bei gutem Wetter ging es nach dem Kirchenzug und dem Gottesdienst zum Ehrenmal, um mit einer Kranzniederlegung der verstorbenen Mitglieder zu gedenken. Zuvor hatte Pfarrer Günter Lesinski in seiner Predigt den Jubelverein und die Vereine allgemein mit einer Fußballmannschaft verglichen. Nur wenn man sich gegenseitig Bälle zuspiele und so Zusammenhalt beweise, könne eine Mannschaft und eine Dorfgemeinschaft funktionieren, so der Geistliche. Bei der weltlichen Feier an der alten Schule würdigte der Schirmherr, Bürgermeister Helmut Sammüller, die Bedeutung auch von kleineren Vereinen für eine intakte Dorfstruktur.

Historischer Tintenklecks

Den Werdegang der Kameradschaft kann man gut einer Chronik entnehmen, die Johann Doblinger der Mittelbayerischen überließ. Die Aufzeichnungen des früheren Schriftführers Johann Höglmeier sind eine Art Zeitreise, die Veränderungen aufzeigt, aber auch Situationen beschreibt, die sich über die Jahre wiederholen können, wie etwa eine klamme Vereinskasse.

So knüpft die Geschichte der Gemeinschaft auch an den Deutsch-Französischen Krieg der Jahre 1870/71 an. Kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs hatten sich am 23. Februar 1919 über 40 ehemalige Kriegsteilnehmer aus dem Ersten Weltkrieg und eben auch Veteranen aus dem Feldzug gegen Frankreich im Gasthaus Lenker in Thumhausen getroffen, um den „Krieger- und Veteranenverein Thumhausen und Umgebung“ zu gründen. Zum Ersten Vorsitzenden wurde damals Georg Sonnauer gewählt. Das Gründungsprotokoll weist schon rein äußerlich auf damalige Situationen und Gebräuche hin. Der Schriftführer hatte wohl das für seine Arbeit notwendige Tintenfass umgekippt. Jedenfalls ist auf dem Original bis zum heutigen Tag ein großflächiger Tintenfleck geblieben. Wie man der Chronik weiter entnehmen kann, haben sich die Mitglieder des Vereins nicht nur getroffen, um eine Gemeinschaft Gleichgesinnter mit ähnlichen Erlebnissen zu bilden, sondern auch, um sich gegenseitig zu unterstützen. So erhielt die Witwe eines Mitgliedes damals immerhin 30 Mark Sterbegeld.

Wenn heute ein Vereinsvorstand eine Versammlung einberuft, verständigt er seine Mitglieder in Sekundenschnelle. Vor 100 Jahren begab sich ein eigens bestellter Vereinsdiener zu Fuß auf den Weg in die umliegenden Dörfer. Für diesen Dienst erhielt der Bote zehn Mark jährlich. Erster Vereinsdiener war der damalige Gemeindediener Franz Plank.

Stundenlange Märsche

Zu manchen Veranstaltungen waren stundenlange Fußmärsche angesagt. So schildert der Chronist, dass die Vereinsmitglieder 1920 sich um 5.30 Uhr auf den Weg nach Regensburg zu einem Fest für Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft gemacht hätten. Die Heimkehrer erhielten im Übrigen pro Mann drei Liter Bier und zehn Zigaretten als Willkommensgeschenke.

Sorgen bereiten heute der Gemeinschaft der Mitgliederschwund. Junge Leute lassen sich nicht begeistern. So halten die Senioren die Fahne hoch, um die diversen Ereignisse im Jahreslauf, wie etwa die Gestaltung des Volkstrauertages oder die Durchführung der Haussammlung für die Kriegsgräberpflege, durchzuführen.

Denkmal und Kanone

  • Ehrenmal:

    Das jetzige Ehrenmal gegenüber der Kirche Thumhausen wurde 1995 dort aufgestellt. Das erste Kriegerdenkmal von 1932 stand im Friedhof.

  • Salutkanone:

    Im Jahr 1958 kaufte der Verein eine Salutkanone, die zu besonderen Anlässen, wie etwa an Fronleichnam, abgeschossen wird. Langjähriger Kanonier war Hans Wittmann. Heute bedient Erhard Geppert das relativ große Gerät.

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