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Wirtschaft

Krones äußert sich zu „Luanda Leaks“

Berichte über Angola-Geschäfte sorgen für Wirbel. Der Maschinenbauer wehrt sich: „Wir haben nichts Unrechtes gemacht.“
Von Marion Koller

Die Neutraublinger Krones AG fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt und beteuert, alles richtig gemacht zu haben bei den Angola-Lieferungen. Foto: Armin Weigel/dpa
Die Neutraublinger Krones AG fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt und beteuert, alles richtig gemacht zu haben bei den Angola-Lieferungen. Foto: Armin Weigel/dpa

Regensburg.Mit einem Darlehen der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau über rund 50 Millionen Euro kaufte die angolanische Getränkefirma Sodiba im Jahr 2015 Brauerei-Anlagen und zwei Abfüll-Linien bei der Krones AG. Doch hinter Sodiba steckte Afrikas reichste Frau, die 46-jährige Tochter des früheren angolanischen Staatspräsidenten Jose Eduardo Dos Santos. Sie soll systematisch von Vetternwirtschaft und Vorteilsnahme profitiert sowie Staatsgelder veruntreut haben.

Internationales Recherchekonsortium berichtete

Darüber berichtete am Montag in den „Luanda Leaks“ ein internationales Recherchekonsortium, dem Journalisten von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung angehören. Die Justiz ermittelt. Krones teilt auf MZ-Anfrage mit, die Verhandlungen seien 2014 gewesen. „Es wurde mit bevollmächtigten Personen der Firma Sodiba verhandelt“, teilt Sprecherin Ingrid Reuschl mit. Der Vertrag sei ein Jahr später abgeschlossen worden.

Konzern prüft jeden Geschäftspartner

„Frau Dos Santos war uns nicht bekannt und war zu keinem Zeitpunkt zugegen. Wir hatten auch keine Anhaltspunkte, dass sie in irgendeiner Weise involviert war.“ Bis Ende 2017, als die Ermittlungen gegen Dos Santos begannen, sei Krones nicht bekannt gewesen, dass die Brauerei Sodiba mit der 46-Jährigen in Verbindung gebracht werde. Der Neutraublinger Konzern prüfe jeden Vertragspartner.

„Es war ein absolut transparentes und sauberes Geschäft.“

Sprecherin Ingrid Reuschl

Vor Vertragsabschluss seien die Kontaktdaten von Sodiba gegen Sanktions- und Embargolisten geprüft worden. Als Datenbanken nutzt Krones GTS, ein SAP-Modul, das täglich für Zoll und Export die Checks automatisiert durchführt, und die Datenbank von Thomson Reuters. „Aus diesen offiziellen Datenquellen war ein Zusammenhang zwischen Sodiba und Dos Santos nicht ersichtlich“, betont Reuschl.

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„Selbst wenn Krones zu diesem Zeitpunkt davon Kenntnis gehabt hätte, dass Dos Santos involviert ist, hätten wir keinen Grund für Zweifel gehabt. Denn sie war zu diesem Zeitpunkt eine weltweit angesehene Person.“ Sie sei 2015 von der BBC zu einer der 100 einflussreichsten Frauen der Welt gewählt worden. Auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos habe sie heuer sprechen sollen. Das wurde abgesagt.

Thema in Betriebsversammlung

Das Thema beschäftigt die Krones-Mitarbeiter. Deshalb nutzte Vorstandschef Christoph Klenk die Betriebsversammlung am Montag, „um den Sachverhalt zu erklären“. Laut Reuschl werden die Compliance-Richtlinien streng verfolgt. „Wären damals Informationen zu Korruption ersichtlich gewesen, dann wären wir dem nachgegangen. Bei rechtlichen Bedenken hätten wir den Auftrag nicht angenommen.“ (ko)

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