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Kreativität

Kunstwerke vom Bauernhof

Die Sommerakademie zog heuer auf den Bernhof in Schwarzenthonhausen. Am Freitag werden die Kunstwerke präsentiert.
Von Ingrid Kroboth

Die Holzbildhauer schaffen unter der Leitung des Beratzhausener Künstlers Helmut Wolf wahre Meisterwerke. Foto: Ingrid Kroboth
Die Holzbildhauer schaffen unter der Leitung des Beratzhausener Künstlers Helmut Wolf wahre Meisterwerke. Foto: Ingrid Kroboth

Beratzhausen.Ein Ort zum Träumen, Entspannen und Ideen sammeln. Ein Fleckerl Erde, abseits von Lärm und Hektik – im Schatten alter Obstbäume, ländlich geprägt. Genau da hat die inzwischen 27. Internationale Sommerakademie der Marktgemeinde, veranstaltet von Kuratorium Europäische Kulturarbeit, eine neue Bleibe gefunden. Auf dem „Bernhof“ im Ortsteil Schwarzenthonhausen waren die Maler und Bildhauer in den zurückliegenden zwei Wochen einquartiert.

Und da werden zum Abschluss am heutigen Freitag ab 18 Uhr die geschaffenen Kunstwerke in einer Vernissage präsentiert und Zertifikate an die Teilnehmer überreicht. Um 19 Uhr beginnt dann die Abschlussparty mit der Band „The Rooster Crows“, zu der neben den Künstlern auch alle kunstinteressierten Bürger und die Dorfgemeinschaft Schwarzenthonhausen eingeladen sind. Die Bewirtung übernimmt das Kuratorium zusammen mit der Familie Landfried.

Viele Stationen durchwandert

„Nicht zu viel nachdenken“, empfiehlt der in Beratzhausen tätige Maler Matthias Schlüter seinen Schülerinnen. Aus seiner Sicht ist auch „scheitern gar nicht so schlecht“. Denn daraus lerne man für die weitere Entwicklung – „und die sollte spielerisch sein“. Foto: Ingrid Kroboth
„Nicht zu viel nachdenken“, empfiehlt der in Beratzhausen tätige Maler Matthias Schlüter seinen Schülerinnen. Aus seiner Sicht ist auch „scheitern gar nicht so schlecht“. Denn daraus lerne man für die weitere Entwicklung – „und die sollte spielerisch sein“. Foto: Ingrid Kroboth

Im Lauf der Jahre hat die Sommerakademie schon zig Stationen durchwandert. Die Maler waren im Zehentstadel, später in der Schule, zwischendurch im Saal der Kleintierzüchter untergebracht. Die Bildhauer zogen vom Wiendlgelände zum Bauhof und weiter auf das Schlossergelände. Heuer nun hat die Familie Höllriegl ihren alten Bauernhof – den Bernhof – als Veranstaltungsort für die Sommerakademie angeboten. Das weitläufige Gelände mitten im Dorf verwandelte sich in eine Künstlerkolonie mit viel Licht für die Maler im Obergeschoß des alten Wohnhauses und herrlich viel Platz auf der grünen Gartenwiese für die Bildhauer.

Der Rochen von Regine Scholtyssek „legt sich in die Kurve“. Foto: Ingrid Kroboth
Der Rochen von Regine Scholtyssek „legt sich in die Kurve“. Foto: Ingrid Kroboth

Sogar ein Brennofen steht am Bernhof zur Verfügung – für die Sommerakademie erstmals die Möglichkeit, auch einen Töpferkurs anzubieten. Die Beratzhausener Künstlerin Anna Beckstein-Pilz führte Kinder an das kreative Schaffen mit dem Werkstoff Ton heran. Und die Buben und Mädchen formten Kugeln, Tiere und menschliche Figuren.

Auf dem „Bernhof“ im Ortsteil Schwarzenthonhausen waren die Maler und Bildhauer in den zurückliegenden zwei Wochen einquartiert. Foto: Ingrid Kroboth
Auf dem „Bernhof“ im Ortsteil Schwarzenthonhausen waren die Maler und Bildhauer in den zurückliegenden zwei Wochen einquartiert. Foto: Ingrid Kroboth

Erstmals war Rainer Fritsche aus Hinterzhof als Kursleiter mit dabei. Der vielseitige Maler, Bildhauer und Fotograf gab seine Kenntnisse als Steinbildhauer weiter. Mit Meißel und Fäustling, Flex und Schleifmaschine bearbeiteten die Teilnehmer ihre Steine und schufen beeindruckende Werke, wie Muschel, Fisch, Frauentorso, Specht oder auch eine Aronstabblüte. Zur gleichen Zeit entstanden bei den Malschülern (ein Mann, fünf Frauen) von Nora Matocza im alten Wohnhaus unter anderem tiefblaue Nachtbilder, Collagen und vervollständigte Meisterwerke alter Künstler.

Die Steinbildhauer experimentierten unter der Anleitung des vielseitigen Künstlers Rainer Fritsche aus Hinterzhof (re) mit Speck- und Sandstein, Marmor und Kalkstein. Nach den Vorstellungen von Angelika Höllriegl soll auf ihrem Stein eine Echse liegen. Foto: Ingrid Kroboth
Die Steinbildhauer experimentierten unter der Anleitung des vielseitigen Künstlers Rainer Fritsche aus Hinterzhof (re) mit Speck- und Sandstein, Marmor und Kalkstein. Nach den Vorstellungen von Angelika Höllriegl soll auf ihrem Stein eine Echse liegen. Foto: Ingrid Kroboth

Ein Weg zwischen Haus und Garten führt am Bernhof durch die alte Scheune mit riesigem Holzlager, ein historischer Heuwender steht da – überhaupt lässt sich die mühevolle Bauernarbeit noch an zahllosen Werkzeugen und Maschinen ablesen. Vor dem 1886 erbauten Wohnhaus blühen Malven, ein Weinstock rankt bis zum ersten Stockwerk, an den Fenstern blitzen Häkelspitzen.

Angst vor leerem Blatt verlieren

Seit Jahren gehört Nora Matocza zum Team der Sommerakademie-Kursleiter. Sie vermittelte den Teilnehmern die wichtigsten Kenntnisse zu Bild- und Farbkompositionen und versprach „entspannte Tage“ – zu denen auch ein Blick aus dem Bernhof-Fenster beitrug.  Foto: Ingrid Kroboth
Seit Jahren gehört Nora Matocza zum Team der Sommerakademie-Kursleiter. Sie vermittelte den Teilnehmern die wichtigsten Kenntnisse zu Bild- und Farbkompositionen und versprach „entspannte Tage“ – zu denen auch ein Blick aus dem Bernhof-Fenster beitrug. Foto: Ingrid Kroboth

Dahinter arbeiten in der zweiten Kurswoche ausschließlich Frauen, die von Matthias Schlüter (er hat sein Atelier in Beratzhausen) in die Aquarell- und Mischtechnik mit Acryl geführt werden. Sie lassen sich unter seiner Anleitung auf das Zufallsprodukt der Monotypie (Einmaldruck) ein und verlieren damit die „Angst vor dem leeren Blatt“. Es entstehen Porträts und Landschaften, Fantasien und abstrakte Bilder.

Erstmals in der jahrzehntelangen Geschichte der Sommerakademie war heuer ein Töpferkurs für Kinder im Programm. Geleitet wurde er von der Beratzhausener Künstlerin Anna Beckstein-Pilz, die mit den Buben und Mädchen Schmetterlinge, Zauberer ... bastelte. Foto: Ingrid Kroboth
Erstmals in der jahrzehntelangen Geschichte der Sommerakademie war heuer ein Töpferkurs für Kinder im Programm. Geleitet wurde er von der Beratzhausener Künstlerin Anna Beckstein-Pilz, die mit den Buben und Mädchen Schmetterlinge, Zauberer ... bastelte. Foto: Ingrid Kroboth

Im Garten unter Pavillonzelten arbeiten die Holzbildhauer unter der Anleitung des in Beratzhausen schaffenden Meisters Helmut Wolf an teils gewaltigen Holzstämmen. „Anstrengend“ beschreibt Arthur Schreyer aus Beratzhausen die Arbeit mit den Schnitzwerkzeugen, die er sich für sein erstes Werk von Helmut Wolf ausgeliehen hat. Ein bekanntes Gesicht der Sommerakademie ist Doris Buschauer , die ursprünglich zur Meisterklasse von Constantin Flondor gehörte und heuer bei den Holzbildhauern mitmachte. Sie erzählt von den immer noch regelmäßigen Treffen der Malerinnen in der Marktgemeinde Beratzhausen – nun ohne den Meister, einmal pro Jahr, „eigentlich mehr zum Reden“.

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