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Landkreis erweitert Biomüll-Sammlung

In acht Gemeinden werden jetzt zusätzliche braune Tonnen aufgestellt. Bislang waren sie nur bei Wertstoffhöfen zu finden.
Von Walter Schießl

Die Biotonne
Die Biotonne

Regensburg.Ab Mittwoch, 1. April, gibt es ein größeres Angebot für die Landkreisbürger in Sachen Abfallentsorgung. Die Abfallwirtschaft des Landkreises Regensburg erweitert die Standorte der Bioabfallentsorgung. „Nachdem die seit 2016 eingeführte Bioabfallsammlung in der Bevölkerung so gut angenommen wurde, wollen wir den Service für die Bevölkerung noch mehr verbessern und so einen weiteren Schritt zur nachhaltigen Abfallwirtschaft leisten“, so Landrätin Tanja Schweiger in einer Pressemitteilung. Bislang konnte Biomüll nur in den Wertstoffhöfen oder in Behältern davor abgegeben werden.

Im Landkreis sind die Müllgebühren schon seit vielen Jahren unverändert. Die Kosten – 2014 mussten 14,4 Millionen Euro ausgegeben werden, 2019 waren 16,9 Millionen Euro zu berappen – werden stets durch die Müllgebühren, für die die Landkreisbürger in die Tasche zu greifen haben, gedeckt. „Das ist immer ein Nullsummenspiel“, sagt Thomas Weingart, der stellvertretende Leiter des Sachgebiets Abfallwirtschaft am Landratsamt.

Neue Standorte im Landkreis

  • Donaustauf:

    Buswendeplatz, vor Ludwigstraße 44 / Sportplatz Donaustauf / Grüngutcontainer, Regensburger Str. 30 / Sulzbach, bei Grüngutcontainer, Festplatz, nähe Tulpenweg

  • Wenzenbach:

    Grünanlieferplatz, Brandlbergerstraße

  • Mintraching:

    Scheuer, Dorfstraße / Rosenhof, Parkplatz Einfahrt Fliederweg / Hof des Gemeindschaftshauses, Kirchbergstraße 15

  • Deuerling:

    Auffahrt OT Haslach, gegenüber Bahnhof Deuerling

  • Nittendorf:

    Etterzhausen, Bahnhofstraße, Nähe Bahnhof) / Undorf, bei Einfahrt Kläranlage

  • Obertraubling:

    Piesenkofen, Wertstoffinsel Bajuwarenweg / Oberhinkofen, Wertstoffinsel An der Kreuzung / Gebelkofen, Wertstoffinsel Am Mühlbach

  • Pfatter:

    Geisling, Wertstoffinsel Geisling, neben Spielplatz im Donauweg·

  • Sünching:

    Parkplatz, bei der Grundschule Sünching, Regensburger Str. 31 1/5

Die Bürgerinnen und Bürger bringen durchschnittlich 100 Tonnen Bioabfälle monatlich auf und vor die Wertstoffhöfe. Im Jahr 2019 waren es insgesamt rund 1220 Tonnen, während 1100 Tonnen im Jahr 2018 und 700 Tonnen im Jahr 2017 gesammelt wurden. Wesentlich beigetragen zur hohen Akzeptanz in der Bevölkerung hat die ab Mai 2017 in acht Gemeinden zugängliche Bioabfallsammlung in Containern vor den Wertstoffhöfen und somit die Möglichkeit der Abgabe außerhalb der Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe.

Vielerlei Speisereste können in die Biotonnen geworfen werden.
Vielerlei Speisereste können in die Biotonnen geworfen werden.

Aufgrund des positiven Resonanz wurde die Aufstellung der Bioabfallcontainer im Außenbereich der Wertstoffhöfe auf nahezu alle Gemeinden ausgeweitet. Nur in Pielenhofen und Donaustauf gab es keine Möglichkeit zum Abstellen davon. „Das muss ein betonierter Platz mit einer Zufahrtsmöglichkeit für das Ladefahrzeug sein“, sagt Thomas Weingart weiter. Entsorgt wird der Biomüll aus dem Landkreis durch die Firma Meindl, die ih zu einer Biogasanlage nach Volkenschwand bringt. Dort werden die Abfälle zu Biogas gemacht.

Acht Gemeinden machen mit

Um den Service noch weiter zu verbessern und dadurch den Erfassungsgrad an verwertbaren Bioabfällen über die Wertstoffhöfe weiterhin hochzuhalten, wurden weitere Standorte nun direkt in den Gemeinden und Ortsteilen, jeweils in Absprache mit der jeweiligen Gemeinde ermöglicht. Die Kommunen haben sich freiwillig dafür gemeldet, lässt das Landratsamt wissen.

Die Anlieferkriterien bleiben unverändert. Die Container sind nicht für Grüngut wie Rasen-, Baum- und Strauchschnitt gedacht. Es ist besonders wichtig, die Sammelstelle nicht mit illegalen Müllablagerungen zu verunreinigen und keine Störstoffe in die Container zu geben, da diese den Verarbeitungsprozess in der Bioabfallvergärungsanlage behindern und mit viel Aufwand und Kosten aussortiert werden müssten.

Angenommen in den Biocontainern werden Küchenabfälle, Lebensmittelreste (roh oder gekocht, auch verschimmelt), verdorbene Lebensmittel aller Art (nur unverpackt), Obst und Gemüse, Wurst, Fleisch, Knochen, Brot, Eierschalen, Molkereiprodukte, Nudeln, Kartoffeln, Reis, Kaffeesatz und Teebeutel.

Zwei Jahre lang gab es das Abholsystem Biotonne in Donaustauf als freiwilliges Pilot-Projekt. Vor einem Jahr wurden die 360 ausgegebenen Tonnen nun vom Entsorgungsunternehmen Meindl letztmals geleert und gleichzeitig eingesammelt, nachdem das befristete Projekt auslief.

Laut Gutachten des bifa-Umweltinstituts Augsburg bringe die Einführung der Biotonne für alle Haushalte im Landkreis keine nennenswerte Verbesserung der Öko-Bilanz gegenüber dem Ist-Zustand der flächendeckenden Grüngutsammlung, hieß es damals. Dem gegenüber stünden aber Mehrkosten von ca. einer Million Euro im Jahr, sodass der Umweltausschuss 2018 einstimmig beschlossen hat, das auf maximal zwei Jahre befristete Projekt nicht weiter zu verfolgen.

Der bessere Weg

Die teilnehmenden Donaustaufer haben die – während der Testphase kostenlose – Biotonne zwar grundsätzlich durchwegs positiv bewertet, so die Landkreis-Pressestelle damals. Allerdings zeigte die relativ geringe Nachfrage mit rund 18 Prozent, dass der Bedarf in den meisten Privathaushalten nicht allzu hoch ist. Die Einführung einer flächendeckenden kostenpflichtigen Biotonne würde jährliche Mehrausgaben von einer Million Euro verursachen und so zwangsläufig zu höheren Müllgebühren führen. Damit wäre nur noch die Hälfte der Teilnehmer einverstanden, so das Ergebnis einer damaligen Abfrage der Landkreisverwaltung.

Im Vergleich zur schon etablierten Entsorgung der Bioabfälle über die gut ausgestatteten Wertstoffhöfe käme die allgemeine Biotonne ungleich teurer. Die bisherigen Sammelergebnisse auf und vor den 39 Wertstoffhöfen waren aus Sicht der Landkreisverwaltung seit 2016 durchaus überzeugend, hieß es damals in einer Pressemitteilung. Sie stiegen von 430 Tonnen im Jahr 2016 auf 1130 Tonnen Bioabfall in 2018. Das Bringsystem wurde zunehmend genutzt. Der Umweltausschuss hielt deshalb den weiteren Ausbau des bestehenden Systems für den besseren Weg.

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