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Landkreis sucht Mobilfunk-Löcher

Der Kreis Regensburg hat eine Umfrage gestartet, um die Stellen in der Region zu finden, wo der Handyempfang schlecht ist.

Der Landkreis will die Mobilfunklöcher in der Region stopfen. Foto: Robert Günther/dpa
Der Landkreis will die Mobilfunklöcher in der Region stopfen. Foto: Robert Günther/dpa

Regensburg.„Fast 100 Prozent“ – so beschreiben die großen Mobilfunkanbieter ihre Netzabdeckung in Deutschland. Handynutzer dagegen merken davon vielerorts nichts. Im Kreis Regensburg, jenseits des Speckgürtels, reißen teils Gespräche ab, können E-Mails nicht gesendet werden. Und die Beschwerden, die im Landratsamt eingehen, häufen sich. Daher hat der Landkreis nun eine Mobilfunk-Offensive gestartet. Landrätin Tanja Schweiger hat Heimatminister Albert Füracker um finanzielle Unterstützung für ein Modellprojekt gebeten. Dabei geht es darum, mithilfe sogenannter Mikrozellen Mobilfunklücken zu schließen.

Probleme im Norden und Nordwesten

Seit rund vier Wochen läuft deshalb im Landkreis eine Umfrage. Das Landratsamt hat Bürger aufgerufen, im Internet auf der Website www.landkreis-regensburg.de/funkloch die Stellen zu melden, an denen die Mobilfunkverbindung ständig abbricht und unterbrochen wird. Etwa 500 Nutzer haben seither Störungen gemeldet. Besonders viele weiße Stellen gebe es demnach im nördlichen und nördöstlichen Landkreis, wie Harald Hillebrand, Breitband-Beauftrager im Landratsamt, auf Anfrage unserer Zeitung sagte.

Allerdings sind die Stellen, die die Bürger melden, nicht immer die, die auch in den Netzabdeckungskarten der Anbieter und der großen Online-Portale vermerkt sind, kritisiert das Landratsamt. Hillebrand: „Die Netzabdeckungskarten der Mobilfunkanbieter versprechen wesentlich mehr, als in der Praxis dann tatsächlich vorhanden ist.“

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Ein Ingenieur misst nach

Das Landratsamt will die Umfrage bis spätestens 24. Mai beenden. Anschließend wird ein Ingenieur stichprobenartig selbst Messungen vornehmen, um die Umfrageergebnisse zu verifizieren. „Wir schlagen dann an den schlecht versorgten Gebieten eine neue technische Lösung vor und bitten die zuständigen Ministerien um eine Pilotprojektförderung“, sagt Hillebrand.

Ingenieur Josef Ledermann zufolge seien die Mikrozellen kleine, modulare Apparate, die etwa an Rat- oder Feuerwehrhäusern angebracht werden können. Über einen Glasfaseranschluss wären die Zellen dann mit den großen Funkmasten verbunden. So könnte das „bestehende Mobilfunknetz verlängert werden“. Mobilfunklöcher könnten deutlich günstiger geschlossen werden als etwa mit zusätzlichen Funkmasten. Laut Ledermann koste ein Funkmasten rund 100 000 Euro, eine Mobilfunkzelle 5000 bis 10 000 Euro.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte dieser Tage auch eine App ins Spiel gebracht, ein „Funklochmelder“ nach dem Prinzip von Staumeldern. Im Internet hat er dafür viel Spott geerntet. „Wie will diese App etwas melden, wenn sie im Funkloch ist?“, kritisierte etwa ein Nutzer.

Leben Sie im Funkloch? Erzählen Sie uns, welche Probleme Sie haben – in einer Mail an lk-regensburg@mittelbayerische.de. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!

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