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Denkmalschutz

Landratsamt genehmigt Abriss

Trotz anderer Wünsche des Landesamts für Denkmalpflege stellt das Landratsamt keine Forderung auf Erhalt des Gebäudes in Regenstauf. Auch der Keller darf weg.
Von Sabine Norgall, MZ

Für das Schmid-Haus in der Hauptstraße können jetzt endgültig die Bagger anrollen. Foto: Norgall

Regenstauf. Seit Andrea Nutz den Abriss des Schmid-Anwesens in der Hauptstraße beantragte, erlebte ihre Familie ein Wechselbad der Gefühle. Zuerst genehmigte das Landratsamt den Abriss, da es nicht in der Liste der Baudenkmäler verzeichnet war. Nachdem sich ein fachkundiger Bürger vor Ort beim Landesamt für Denkmalpflege gegen den Abriss aussprach (MZ berichtete), untersagte das Landratsamt den weiteren Abriss, die Bagger waren da bereits angerollt. Die Besitzerin musste einen Antrag auf eine denkmalrechtliche Erlaubnis zum Abbruch stellen. Das Landesamt für Denkmalpflege wurde an dem Verfahren beteiligt.

Die endgültige Entscheidung wurde jetzt im Landratsamt als ausführende untere Denkmalschutzbehörde gefällt. Nach einem kürzlich stattgefundenen Ortstermin mit einem Mitarbeiter des Landratsamts und der Besitzerin steht fest, das Landratsamt stellt keine Erhaltungsforderung. Laut Mitteilung des Landratsamts wird die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis zum Abbruch des Anwesens im Laufe der kommenden Woche erteilt.

Das Landesamt für Denkmalpflege hatte zuvor in seiner Untersuchung festgestellt, dass es sich bei dem Anwesen in der Hauptstraße 37 um eines der ältesten erhaltenen und authentisch überlieferten historischen Gebäude von Regenstauf handelt.

Historische Posthalterei

Die Untersuchungen bestätigten die denkmalpflegerische Bedeutung des Gebäudes und seinen Status als Baudenkmal im Sinne des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes. So fand sich unter anderem ein Posthornmotiv an einem Granitpfeiler im Nebengebäude. Dieses, so die Auffassung des Landesamtes, weist das Anwesen als historische Posthalterei aus. Insgesamt weise das Anwesen aufgrund seiner historischen und städtebaulichen Bedeutung die Voraussetzungen eines Einzeldenkmals auf. Hinzu kommt, dass es an ein weiteres Baudenkmals (Hauptstraße 35) angebaut ist.

Neben den historischen Aspekten sahen die Fachleute des Landesamts für Denkmalpflege aber auch die aktuelle Situation: Das Haus steht seit 20 Jahren leer. Es wurde seitdem nicht mehr genutzt und nicht instand gehalten. Eine Nutzungsperspektive sei nicht absehbar. Allein die Sicherung des Bestands wäre mit sehr großem Aufwand verbunden. Auch deshalb, weil ein Großteil des historischen Baubestands rückwärtig bereits verloren ist, erschien der Behörde eine Instandsetzung des Gebäudes weder zumut- noch vermittelbar.

Historischer Keller darf weg

Allerdings regte das Landesamt für Denkmalpflege an zu prüfen, ob nicht zumindest ein Teil des Gebäudes, der historische, spätmittelalterliche Keller, erhalten werden könnte. Doch auch diese Option ist nun, nach der letzten Auskunft des Landratsamts vom Freitag, vom Tisch. Das Schmid-Anwesen darf vom Keller bis zum Dach abgerissen werden.

Wegen dem benachbarten, denkmalgeschützten Haus muss aber nicht nur beim Abriss, sondern auch bei einem späteren Neubau an der Stelle das Landesamt für Denkmalpflege beteiligt werden.

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