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Andenken

Lappersdorf: Feuerwehrkreuze für Gräber

Manfred Hornung holte die Idee 1987 aus den USA nach Deutschland. Heute zieren mehr als 5000 dieser Kreuze Ruhestätten.
Von Josef Dummer

Manfred Hornung will mit dem Feuerwehr-Grabkreuz die verstorbenen Feuerwehrmitglieder in der ganzen Welt ehren. Fotos: Josef Dummer
Manfred Hornung will mit dem Feuerwehr-Grabkreuz die verstorbenen Feuerwehrmitglieder in der ganzen Welt ehren. Fotos: Josef Dummer

Lappersdorf.Niemals hätte sich Manfred Hornung, zu seiner aktiven Zeit Vorsitzender und Kommandant der Feuerwehr in Kemnath sowie zwölf Jahre Vorsitzender der Feuerwehr Lappersdorf, träumen lassen, dass seine Idee eines Grabkreuzes für verstorbene Feuerwehrmitglieder sich auf die ganze Welt ausbreiten wird.

Bei einer Reise 1987 in die USA fiel ihm auf, dass auf jedem noch so schlichten Grab und überall dort, wo ein Feuerwehrmann seine letzte Ruhestätte gefunden hat, ein kleines Bronzekreuz mit dem Emblem der amerikanischen Feuerwehr vom blanken Stein glänzte.

Schon über 5000 Grabkreuze

Von diesem amerikanischen Brauch war Hornung so beeindruckt, dass er diese „kleine und edle Geste der letzten Ehrung und Auszeichnung“, wie er es bezeichnet, auch auf deutsche Friedhöfe übertragen wollte. Am 31. Oktober 1990 berichtete die MZ erstmals von diesem Feuerwehrkreuz als „letzten Gruß“ für verstorbene Feuerwehrleute. Die Idee des Ehrenvorsitzenden der Feuerwehr Lappersdorf, den verstorbenen Kameraden anstatt eines schnell verwelkten Kranzes ein bronzenes Kreuz ans Grab zu stellen, hat sich durchgesetzt. Mittlerweile schmücken schon mehr als 5000 Grabkreuze dauerhaft die Gräber von verdienten Feuerwehrmitgliedern nicht nur in Deutschland.

„Kameradschaft, Einsatzwille und Verantwortungsbewusstsein im Dienste der Mitbürger“ sind für den mit 84 Jahren immer noch der Feuerwehr verbundenen Manfred Hornung Eigenschaften, „deren Mangel in unserer heutigen Zeit immer häufiger beklagt wird“. Es seien aber auch Eigenschaften, ohne die ein Feuerwehrler seinen schweren Dienst, oftmals unter Einsatz seines Lebens, nicht ausüben könnte.

Feuerwehrfahrzeuge in die ganze Welt geschickt

Wenn ein verdienter Feuerwehrdienstleistender stirbt, dann sollte ihm deshalb auch eine gebührende Ehre erwiesen werden, so die Meinung von Hornung, der sein Leben voll und ganz der Feuerwehr verschrieben hat. Als Ideengeber und Vorsitzender der „Feuerwehrhilfe International“ verschickte er mit seinen Helfern seit 1995 restaurierte Feuerwehrfahrzeuge in alle Welt. Das 13. Fahrzeug dieser Art ging erst in diesem Jahr wieder nach Rumänien.

Das Feuerwehr-Grabkreuz auf der letzten Ruhestätte der verdienten Feuerwehrmänner Hermann und Peter Buchberger in Lappersdorf. Foto: Josef Dummer
Das Feuerwehr-Grabkreuz auf der letzten Ruhestätte der verdienten Feuerwehrmänner Hermann und Peter Buchberger in Lappersdorf. Foto: Josef Dummer

Leider seien als „letzter Gruß“ verwendete Blumen und Kränze jedoch vergänglich und könnten nur kurze Zeit von der Wertschätzung für verstorbene Feuerwehrmitglieder Zeugnis ablegen. Mit der Idee eines „Deutschen Feuerwehr-Grabkreuzes“ hat der Gründer der Bonbonniere Hornung im Donaueinkaufszentrum vor über 30 Jahren deshalb einen wertvollen und unvergänglichen Grabschmuck geschaffen, „einen dauerhaften Beweis aufrichtiger Wertschätzung und Treue, eine echte Alternative zum herkömmlichen Kranz“.

Wie der gelernte Bäcker- und Konditormeister erzählt, entstanden die ersten Entwürfe zunächst, wie könnte es anders sein, aus Marzipan, mit denen die plastischen Stellen bestens modelliert werden konnten, später dann aus Holz. Die passende Aufschrift „Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr“ stand für ihn bereits zur ersten Stunde fest.

Kreuz an US-Konsul überreicht

Nach einigen Versuchen und Änderungen entstand dann die noch heutige gültige Form des Feuerwehrgrabkreuzes. Es ist aus schwerer Gussbronze gefertigt, gesetzlich geschützt und schon auf über 5000 Gräbern von verdienten Feuerwehrleuten in ganz Deutschland und Europa, ja in der ganzen Welt, zu finden. So beispielsweise in Frankreich, wo das Kreuz die Gräber von drei im Einsatz verunglückten Feuerwehrmännern schmückt, oder in Portugal, Österreich und der Ukraine.

Erinnerung an verstorbene Kameraden

  • Feuerwehrgrabkreuz:

    Es besteht aus massivem Messingguss und ist damit garantiert rostfrei.

  • Größe:

    Es ist 23 Zentimeter hoch und 17,5 Zentimeter breit und mit dem Emblem der Feuerwehren ausgestattet: Wasserrad, Flamme und gekreuzte Beile. Mit knapp zwei Kilogramm ist es gediegen und solide auf Dauer verarbeitet.

  • Diebstahlsicher:

    Eine Vorrichtung an der Rückseite des Kreuzes erlaubt eine diebstahlsichere Befestigung am Grabstein oder an der Grabplatte.

  • Dauerhafte Erinnerung:

    Dieses Grabkreuz soll nach der Vorstellung des Initiators Manfred Hornung als Grabschmuck ein dauerhaftes Zeichen der Wertschätzung sein.

  • Urnengrabstätten:

    Dafür ist eine in der Größe angepasste Version verfügbar, die auf der kleineren Fläche angebracht werden kann.

  • Erwerb:

    Der Preis des Grabkreuzes beträgt bei Einzelabnahme 118,50 Euro. Es kann beim Initiator Manfred Hornung, Tel. (0941) 85561, bestellt werden.

Nach dem Terroranschlag in New York am 11. September 2001 überreichten Manfred Hornung und Mitinitiator Josef Aschenbrenner, Passauer Ehrenstadtbrandrat, dem damaligen amerikanischen Generalkonsul Robert W. Boehme das deutsche Feuerwehrgrabkreuz, das seinen Ursprung ja in den Vereinigten Staaten hatte, als Anerkennung und Gedenken an die vielen bei ihrer Hilfe nach dem Terroranschlag ums Leben gekommenen amerikanischen Feuerwehrleute.

Mittlerweile ziert das Kreuz auch schon den Eingang von zahlreichen Feuerwehrgerätehäusern auf einem Naturstein mit der Aufschrift: „Unseren toten Kameraden“ – so auch bei der Feuerwehr Lappersdorf. Beim Gräbergang an Allerheiligen werden die Feuerwehrgrabkreuze mit Sicherheit wieder ein Blickfang sein, und auf den aktiven Einsatz des Verstorbenen als Feuerwehrmitglied hinweisen.

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