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Legosteine sind seine Welt

Zum Obertraublinger Christkindlmarkt am Wochenende gibt es eine Ausstellung im Rathaus. Michael Betz zeigt seine Modelle.
Von Petra Schmid

Michael Betz präsentiert seine Lieblingsstücke. Foto: Petra Schmid
Michael Betz präsentiert seine Lieblingsstücke. Foto: Petra Schmid

Obertraubling.Wenn sich eins zum anderen fügt, langsam zu erkennen ist, was es einmal werden soll, dann beginnen die Augen von Michael Betz zu strahlen. Der Elfjährige hat eine große Leidenschaft – er baut Lego. Freilich sind es nicht die profanen Legosteine, die er übereinander türmt, er hat sich Lego Technic verschrieben.

Dass Michael sich in seiner Freizeit intensiv mit Lego beschäftigt, ist auch zu den Mitgliedern der Frauen Union Obertraubling durchgedrungen. Die Damen laden nämlich jedes Jahr zum Christkindlmarkt zu einer Ausstellung ein, die unter einem speziellen Motto steht. Heuer wählten die Frauen für ihre Advents-Ausstellung das Thema „60 Jahre Lego“. Nachdem der Kontakt geknüpft war, waren sich der junge Leo-Fan und die Frauen rasch einig, dass Michael einen Teil seiner Sammlung für die Ausstellung zur Verfügung stellt und auch mit Rat und Tat zur Seite steht. Zum Christkindlmarkt am Samstag, 15. Dezember, und Sonntag, 16. Dezember, sind im Rathaussaal Ausstellungsstücke aus Lego in verschiedenster Art zu sehen. Auch Aufbaupläne und Originalverpackungen werden gezeigt.

Selbst zum Baumeister werden

FU-Vorsitzende Monika Lang schwärmt über die Ausstellung: „Legosteine wecken seit 60 Jahren das Kind ins uns. Wir erschaffen fantasievolle Welten, sind Baumeister, Konstrukteure und Erfinder.“ Es sei ganz egal, ob dies frei oder nach Aufbauplan geschehe. Zur Ausstellung gibt es noch eine besondere Aktion. Jung und Alt können direkt bei der Ausstellung mit zur Verfügung gestellten Legosteinen ihre Spiel-und Gestaltungslust ausleben. Die besten Kreationen werden mit einem Geschenk prämiert.

Hier kommt nun wieder Michael Betz ins Spiel. Der Junge spekulierte nämlich im Vorfeld, dass er vielleicht bei der Bewertung der gebauten Modelle in der Jury sitzen dürfe. Seine Mama dämpfte die Euphorie ein wenig und meinte lachend: „Da müssen wir erst einmal schauen.“ Fachmann wäre Michael allemal genug, denn mit Lego jeglicher Art beschäftigt er sich quasi seit er auf der Welt ist. Angefangen habe er ganz klassisch als Steppke mit etwa zwei Jahren mit den großen Legosteinen, die eben für diese Altersgruppe ausgerichtet seien, erzählte sein Papa Bernd.

Der Papa ist es auch, der mit Michael zusammen die Lego-Leidenschaft pflegt. Freilich baut der Sohn inzwischen das meiste alleine, aber wenn es mal hakt, steht der Papa immer helfend zur Seite. Die Mama werde nur für „niedrige Arbeiten“ eingesetzt, wie etwas sortieren oder die sortierten Teile in Schüsseln oder kleine Behältnisse umfüllen, versichert sie augenzwinkernd. Das Zimmer von Michael ist vermutlich ein Mekka für alle Lego-Technic-Fans. Denn dort stapeln sich die Modelle, die er schon fertig hat. Sein aktuelles Lieblingsstück ist ein roter Kran. Das Modell hat alle Funktionen, die das große Original auf der Straße auch hat. Als ihn die Mittelbayerische Zeitung zuhause besucht, präsentiert der Elfjährige das Modell stolz. Bis er wieder ein neues Fahrzeug oder Ähnliches bauen kann, dauert es wohl nicht mehr lange. Verschmitzt meinte er: „Wenn das Christkind lieb ist, bringt es mir etwas von Lego Technic.“ Dann werde an Heiligabend gleich mit dem Zusammenbau begonnen und über die Feiertage fleißig daran weitergearbeitet, erzählen seine Eltern.

Mit System zum Erfolg

Der junge Experte in Sachen Lego hat sein System, wie er vorgeht. Die Teile werden beispielsweise nach Farben sortiert und separat in kleine Behälter gelegt. So finde man schnell das gesuchte Teil, erklärt Michael. Auch, wenn das Modell fertig gebaut ist, sei es ratsam, den Originalkarton und die Bauanleitung aufzuheben. Sollte wirklich mal eines der kleinen Teile verlorengehen, sei dies nicht so tragisch, denn man könne es in der Regel als Ersatzteil nachbestellen. Eben dafür seien die Anleitung und Kartons, wo etwa die Modellnummer zu finden ist, sehr praktisch. Das „kleine Zeug“ mal eben schnell mit ein wenig Kleber zu fixieren, nein, so was gehe auf keinen Fall, dies sei bei Lego-Fans verpönt, kam es wie aus der Pistole geschossen, als die Reporterin nachfragte.

Die Liebe zur Technik hat der Realschüler vermutlich vom Papa geerbt, denn dieser ist Ingenieur und hat sich in seiner Jugend mit Fischertechnik beschäftigt, erzählt er. Wer meint, dass Michael als Stubenhocker nur im Zimmer sitzt und Lego baut, irrt sich gewaltig, denn er fährt auch sehr gerne Fahrrad und ist beim Schützenverein aktiv.

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