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Aktion

Liahs Schicksal trifft die Herzen

Ein großer Besucherstrom kam zur Benefizveranstaltung für die kleine Liah nach Köfering. Alle bangen mit der Familie Mak.
Von Gabi Hueber-Lutz

Danny Mak bedankte sich bei jungen Fußballkollegen für deren Spende. Foto: Hueber-Lutz
Danny Mak bedankte sich bei jungen Fußballkollegen für deren Spende. Foto: Hueber-Lutz

Köfering.Normalerweise werden Veranstaltungen wie diese ein Jahr lang vorbereitet. Für die Organisation des Festes am Sonntag waren gerade einmal vier Wochen Zeit. Gut einen Monat ist es her, seit die Familie Mak die erschütternde Diagnose bekommen hat, dass die siebenjährige Liah an einem golfballgroßen Gehirntumor leidet, der nach Meinung der Ärzte inoperabel ist. Vier Wochen, seit Danny Mak über einen Facebook-Post um Unterstützung bat, um doch noch einen Weg aufzutun, Liah helfen zu können.

Nichts wurde verkauft, jeder zahlte seinen Beitrag in die Spendenboxen. Foto: Hueber-Lutz
Nichts wurde verkauft, jeder zahlte seinen Beitrag in die Spendenboxen. Foto: Hueber-Lutz

Am Sonntag fand nun im Gutshof in Köfering eine Benefizveranstaltung statt, die ihresgleichen sucht. Schon zu Beginn der Veranstaltung standen die Besucher am Eingang, ließen sich einen Stempel geben und warfen Eintritt in die Spendenbox, dessen Höhe sie selber bestimmten. Gegen Mittag wurde dann ein regelrechter Strom daraus. Christian Wild, Stefan Seitz und Katharina Krempl, die Chef-Organisatoren, waren überall gleichzeitig.

Wenn jemand mit einer Spende kam, sagten die Leute von der Security Bescheid. Auch der Sicherheitsdienst war mit 20 Leuten vor Ort ohne eine Rechnung zu stellen. Die einen arbeiteten umsonst, die anderen spendeten ihre Auftritte, das Unterhaltungsprogramm, Naturalien und Preise. Christian Wild schnurrte die Vorräte herunter: „605 Kilo Bratwürste, 150 Fische, 1 000 Kästen Getränke, 7000 Semmeln, 2000 Brezen, 3000 Eis, 150 Kilo Käse“. Dazu noch 3000 Tombolapreise.

Ein großes Ziel

Und unterm Strich eine Zahl, die dem organisationserprobten zweiten Vorsitzenden der „Dorfgemeinschaft Wolkering und Umgebung“ vorschwebte: 50 000 Euro. Das ist der Betrag, den er erreichen möchte. Mitten in die Aufzählung knackt das Funkgerät wieder: Danny Mak ist da. Der Vater der kleinen Liah, an die jeder denkt, der an diesem Tag in dem Gutshof irgendetwas macht. Liah selbst kann nicht kommen, berichtet ihr Vater. Es geht ihr nicht so gut. Und er müsse sie auch schützen. Er selber hat eine schlaflose Nacht hinter sich, will sich aber bedanken: „Das stärkt uns riesig den Rücken“, versichert er. „Das ist überwältigend, wenn man so eine Unterstützung hat.“

Und er möchte auch eine Botschaft an die Leute übermitteln: „Was ich jetzt alles inszeniert habe, ist deswegen, weil ich alles Menschenmöglche tun muss, um unserer Tochter zu helfen.“ Und er berichtet von seiner Erfahrung, wie belanglos all die Dinge werden, über die man sich sonst den lieben langen Tag so ärgert. Vor ihm und seiner Familie liegt nun die Entscheidung, wie Liah weiter behandelt wird. Danny Mak ist sichtlich mitgenommen, trotzdem geht er eine Runde mit über den Gutshof, bedankt sich zum Beispiel bei Fußballerkollegen aus Sünching, die mit einer Spende vorbei gekommen sind.

„Das ist überwältigend, wenn man so eine Unterstützung hat.“

Danny Mak

In einem Leben, das heute so unendlich weit weg ist, hat er mit seiner Mannschaft, dem SV Sulzbach, schon mal um Tore gegen Sünching gekämpft. Heute ist das alles unwichtig, heute zählt nur das „Danke“. Kurze Zeit später bietet sich dem Betrachter ein Bild am Eingang, das er sonst nur selten zu sehen bekommt. Acht Regensburger Motorradclubs sind mit 140 Leuten gekommen, haben gesammelt und einen Sack Spendengelder dabei.

Stefan Seitz und Christian Wild versteigerten Unikate von Julia Görges und der WM. Foto: Hueber-Lutz
Stefan Seitz und Christian Wild versteigerten Unikate von Julia Görges und der WM. Foto: Hueber-Lutz


Andere haben ihre Begabungen dabei. Die Musikanten zum Beispiel. Die setzen sie ein für Liah. „Wir müssen das Mädchen unterstützen, und uns bewegt das, wenn so viele Leute so ein Fest stemmen“, sagte Ingrid Kindl von den Hanslberger Musikanten. Damit trifft sie wohl ziemlich genau das, was die Masse der Menschen unterschreiben könnte, die nach Köfering kommt.

Eine Torte in Pferdeform

Sebastian Kronseder hatte eine Torte für Liah gemacht: Liahs Ranch. Foto: Hueber-Lutz
Sebastian Kronseder hatte eine Torte für Liah gemacht: Liahs Ranch. Foto: Hueber-Lutz

Begabungen ganz anderer Art hat Miriam Kellerer eingesetzt. Mehrere Tage hat sie an einer höchst kunstvollen Torte in Pferdeform für die Versteigerung gearbeitet. In einem anderen Teil des Gutshofs haben sich die Bereitschaft und die DLRG aus Wörth/Donau und der RKT mit einem großen Bus positioniert und helfen, falls medizinische Hilfe benötigt wird. Im Zelt mit den Tombolapreisen ist das Gewimmel große. Haufenweise Gewinnlose werden eingelöst.

Die Liste derer, die unterstützen, ist fast endlos lang. Sie zeigt, wie sehr das Schicksal der Familie Mak und ihr öffentlicher Aufruf die Menschen bewegt. Dieses Zusammenstehen verleiht dem Fest einen einzigartigen Charakter. Es ist, als würde eine große Anzahl an Menschen dem Schicksal gemeinsam die Stirn bieten wollen. Um 18 Uhr ist das Fest noch nicht zu Ende und Christian Wild korrigiert seine Erwartungen schon nach oben: Die 5000er Marke bei den Besuchern ist geknackt und 60 000 Euro sind jetzt schon beisammen.

Mehr Fotos vom Benefizfestival für Liah sehen Sie in unserer Galerie:

Benefizfestival für Liah

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