MyMz
Anzeige

Parteien

Linke: Profitgier bremst Klimaschutz aus

Zum Wahlkampf-Auftakt kam die bayerische Spitzenkandidatin nach Sinzing. Der Ortsverband ist der bisher einzige im Landkreis.

Eva Bulling-Schröter will eine schnelle Energiewende. Foto: Klaus Nebl
Eva Bulling-Schröter will eine schnelle Energiewende. Foto: Klaus Nebl

Sinzing.Die Partei Die Linke eröffnete mit einem Zugpferd ihren Wahlkampf um die Bezirks- und Landtagsmandate im Herbst. Der Vorsitzende des bisher einzigen Ortsverbands im Landkreis, Klaus Nebl, gewann dafür die frühere klima- und energiepolitische Sprecherin im Bundestag und Spitzenkandidatin für den bayerischen Landtag, Eva Bulling-Schröter, mit ihrem Vortrag „Gelingt die Energiewende?“

Der Moderator des Abends, Bernhard Ostermeier, stellte seine Partei als eine zivilisatorische Bewegung mit den Schwerpunkten Energie und Nachhaltigkeit vor und überließ dann der Kandidatin der Stadt Regensburg für den Landtag das Podium. Uschi Maxim tritt mit dem Motto „Mehr für die Mehrheit“ an. Dahinter verbirgt sich nach ihren Worten das Ziel, sich für eine bessere Verteilung des Reichtums einzusetzen, so dass wieder mehr Menschen von ihrer Arbeit anständig leben können. Den akuten Pflegenotstand mit der Umschichtung von Mitteln wirksam zu bekämpfen, allen Bildung kostenlos zu ermöglichen, den Null-Tarif für den öffentlichen Nahverkehr zu fordern seien ihre Kernanliegen. Sie wünsche sich ein Land mit mehr Teilhabe für alle und „offene Arme – weniger Ellenbogen“.

Patrick Rostek, Kandidat für den Bezirkstag, verstärkte aus seiner Sicht als Gewerkschaftssekretär die Forderung, die mit der Pflege Beschäftigten durch bessere Entlohnung sowie vermehrte Einstellungen zu entlasten und dadurch die Versorgung der Pflegeempfänger zu sichern.

Eva Bulling-Schröter gab einen umfassenden Einblick in die Mechanismen des Parlamentarismus. Es erfordere Zähigkeit und Geduld, sich durch das häufige Scheitern bei internationalen Klimakonferenzen nicht entmutigen zu lassen. Ihr eindringlicher Appell richte sich an jeden Einzelnen, gegen das erkennbare Verfehlen der Klimaziele anzukämpfen. Der Grund allen Übels sei nur durch konsequenten Antikapitalismus zu beseitigen.

Bulling-Schröter belegte die dramatischen Abweichungen von den vereinbarten Zielvorgaben mit konkreten Zahlen und beklagte die Tatenlosigkeit der politischen Akteure und das Einknicken vor Lobbygruppen. Der über Jahre herausgebildete Vorbildcharakter Deutschlands beim Klimaschutz schwinde derzeit rapide mit drastischen Folgen. Sie forderte schnelle Fortschritte bei der Schaffung eines Kohleausstiegsgesetzes, Anstrengungen zur Gebäudedämmung und eine Neuausrichtung des regenerativen Marktes durch die Beseitigung der marktverzerrenden Deckelungen bei Ausschreibungen. Das ungehemmte Profitstreben auf dem Energiemarkt müsse zurückgedrängt werden. Sie schlug zur Durchsetzung ihrer Forderungen einen Mix aus parlamentarischen und außerparlamentarischen Anstrengungen vor.

Abschließend stellte sie sich den vielen Fragen aus dem Publikum. Ein Windkraft-Experte schlug angesichts der ausufernden Umnutzung von fruchtbarstem Ackerland in Freiflächenanlagen für die Gewinnung von Sonnenstrom vor, verstärkt auf die Dächer von Hallen in Gewerbegebieten zu setzen.

Weitere Nachrichten aus Sinzing finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht